Donnerstag, 18. August 2022
10.05.2022 06:33
Österreich

Österreich: Agrarministerin tritt zurück

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Von: aiz

Die österreichische Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger hat am Montag in einer Pressekonferenz ihren Rücktritt angekündigt. Mit dem Rückzug von Ex-Kanzler Sebastian Kurz sei auch bei ihr die Entscheidung für eine Abkehr aus der Politik gefallen, so Köstinger.

In ihrer Rücktrittsrede verwies sie auf ihre 13-jährige Politikkarriere und strich die wichtigsten Projekte der letzten Jahre hervor, darunter die Gemeinsame Agrarpolitik, die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln, den Breitbandausbau und die Pandemiebewältigung. Wie die scheidende Ressortchefin in der Pressekonferenz betonte, habe für sie schon mit dem Abgang von Sebastian Kurz festgestanden, dass das Kapitel Politik für sie nach 13 Jahren zu Ende gehe. Damals sei die Zeit noch nicht reif gewesen, «weil vieles noch nicht fertig war». «Die letzten fünf Jahre waren persönlich und politisch die herausforderndsten, härtesten, kräfteraubendsten, aber auch gleichzeitig die schönsten und erfüllendsten», sagte Köstinger.

Die Ministerin verwies auf mehrere in ihrer Amtszeit beschlossene Vorhaben, etwa die nationale Umsetzung der EU-Agrarpolitik 2023 bis 2027, die Klima- und Energiestrategie, die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln, den Waldfonds, den Breitbandausbau und den neuen Gewässerbewirtschaftungsplan. Als zuständige Ministerin für Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Bergbau, Telekommunikation und Zivildienst bedankte sich die scheidende Ressortchefin bei den einzelnen Branchen. Sie würdigte auch die «enormen Leistungen der bäuerlichen Betriebe in Österreich, die eine entsprechende Wertschätzung und Wertschöpfung verdienen».

13-jährige Politikkarriere geht zu Ende

Elisabeth Köstinger wurde am 22. November 1978 in Kärnten geboren und wuchs auf einem kleinen landwirtschaftlichen Familienbetrieb in St. Paul im Granitztal auf. 1998 maturierte sie an der HBLA Wolfsberg, danach war sie bis 2003 als Assistentin bei der Kärntner Gebietskrankenkasse tätig. Zu diesem Zeitpunkt begann sie an der Universität Klagenfurt Publizistik und Kommunikationswissenschaften sowie angewandte Kulturwissenschaften zu studieren. Begleitend übte sie freiberufliche Tätigkeiten im Kommunikationsbereich aus.

Schon in jungen Jahren engagierte sich Köstinger bei der Landjugend: Zuerst in der Ortsgruppe Granitztal, danach als Bezirksleiterin in Wolfsberg und bald auch als Landesleiterin in Kärnten. Schließlich leitete sie die Landjugend von 2002 bis 2006 bundesweit. 2007 wurde sie zur Obfrau der Österreichischen Jungbauernschaft gewählt. Ihr Engagement in der Jungbauernschaft und im Bauernbund, dem sie als Vizepräsidentin vorsteht, ebnete ihren Weg in das Europäische Parlament. Dort wurde sie 2009 Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sowie im Ausschuss für die Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter. 2014 wurde Köstinger für ihr Engagement als «EU-Abgeordnete des Jahres 2014» in der Kategorie «Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten» ausgezeichnet.

2017 kandidierte sie in ihrer Heimat Kärnten für die Nationalratswahl. Mit einem ausgezeichneten Vorzugsstimmenergebnis schaffte sie den Sprung ins Parlament und wurde am 9. November zur Nationalratspräsidentin gewählt. Im Dezember 2017 wurde Köstinger Österreichs erste Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus. Am 29. Jänner 2020 wurde sie als Ministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus angelobt. Jetzt möchte Köstinger, wie sie betonte, „ein neues Kapitel“ in ihrem Leben aufschlagen.

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