Freitag, 20. Mai 2022
13.05.2022 16:32
Deutschland

Özdemir will mehr Weizen produzieren

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Von: blu

Der Welt droht durch Russlands Krieg gegen die Ukraine Getreideknappheit. Nun will der deutsche Agrarminister Cem Özdemir EU-Regeln verschieben, damit deutsche Bauern mehr Weizen anbauen können. Die ab 2023 vorgesehene Fruchtwechsel-Regelung soll ein Jahr später in Kraft treten.

Aufgrund der angespannten Getreidemärkte wegen Cem Özdemir den Bauern ermöglichen, mehr Weizen zu produzieren. «Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die Auswirkungen auf die weltweite Ernährungssicherung bereiten uns allen Sorgen. Das oberste Ziel ist: der Krieg muss enden. Und gleichzeitig müssen wir die weltweite Versorgung stärken – aber nicht, indem wir andere Krisen befeuern. Es braucht pragmatische, unideologische Lösungen», sagte der Agrarminister.

Zwei Ziele erreichen

Er will sich in Brüssel dafür ein, dass die neue Fruchtwechsel-Regelung verschoben wird. «Andernfalls könnte schon bei der kommenden Herbstaussaat nicht mehr Weizen auf Weizen angebaut werden. Die Idee dahinter ist: Mit einer Buchung erreichen wir gleich zwei Ziele», so Özdemir. Einerseits werde die globale Versorgung gestärkt und andererseits würden die Flächen für den Artenschutz, «die manche gerne abschaffen wollen», erhalten bleiben. «Sind diese Vielfaltsflächen erstmal verschwunden, gibt es auch nichts mehr zu schützen», fuhr er fort.

Eigentlich sollte ab kommenden Jahr der Anbau derselben Ackerpflanze zwei Jahre in Folge auf derselben Fläche grundsätzlich nicht mehr möglich ist. Der Vorstoss Özdemirs zielt darauf ab, dass die EU-Regelung erst 2024 erfüllt sein muss – und nicht schon 2023 im Vergleich zu diesem Jahr. 

600’000 Hektaren

Der Bauernverband begrüsste die Pläne, forderte aber noch weitere Schritte. «Wir erwarten jetzt Vorschläge aus Brüssel und Berlin, wie die Ernährungskrise gelöst werden kann», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Als Entlastung der Bauern hat Özdemir unter anderem schon ermöglicht, dass in diesem Jahr ausnahmsweise Gras und Pflanzen von bestimmten «ökologischen Vorrangflächen» als Futter genutzt werden dürfen. Dass auf Brachen wieder Weizen angebaut werden soll, lehnt er hingegen ab.

Die wichtigste Getreideart zur menschlichen Versorgung in Deutschland ist Winterweizen. An der Gesamtackerfläche in Deutschland mit knapp 12 Millionen Hektar macht die Anbaufläche für Winterweizen mit im Schnitt bis zu 3 Millionen Hektar rund ein Viertel aus. Bislang wurde Winterweizen auf einer Fläche von bis zu 600’000 Hektar hintereinander angebaut.

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