Montag, 27. Juni 2022
19.05.2022 08:26
Deutschland

Schweinehalter in Alarmstimmung

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Von: AgE

Nach dem Rückgang der Schlachtschweinenotierung Anfang Mai um 15 Cent auf 1,80 Euro/kg (1,86 CHF) sind die Schweinehalter wieder tiefer in die Verlustzone gerutscht und müssen für jedes verkaufte Tier noch mehr draufzahlen.

Wir benötigen schnellstens einen deutlichen Preisaufschlag, um zumindest unsere Kosten decken zu können, so der Vizepräsident des Landvolks Niedersachen, Jörn Ehlers, vergangene Woche in einer Pressemitteilung. Der Preisabschlag habe unter den Schweinehaltern eine regelrechte «Alarmstimmung» aufgelöst.

Nach Angaben des Landvolks hat der Arbeitskreis Sauenhalter Norddeutschland (AKS), ein Verbund der Sauenhalter in den Deutschen Landesbauernverbänden Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Westfalen-Lippe und Rheinland, jetzt einen «Weckruf» an den Deutschen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir gerichtet. Darin appellieren die Landwirte und Landwirtinnen eindringlich an den Minister, ein schlüssiges Gesamtpaket mit einer geeigneten Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, einer Finanzierung der Tierwohlmassnahmen auf den Betrieben und einer Anpassung des Bau- und Immissionsschutzrechts zu schnüren.

Zwar würden die Halterinnen anerkennen, dass einige Vorschläge des Kompetenzwerks zur Nutztierstrategie seitens des Agrarministers wieder aufgegriffen würden. «Das Konzept muss aber auch in der Praxis realisiert werden können», betonte der Vorsitzende des Arbeitskreises Sauenhaltung im Landvolk, Enno Garbade.

Die Halter fordern, die Nutztierstrategie endlich zeitnah umzusetzen. «Wir müssen für das Deckzentrum bereits in spätestens zwei Jahren Betriebs- und Umbaukonzepte vorlegen», erläuterte Garbade. Um Planungssicherheit zu bekommen, müssten zumindest die Fristen der Tierschutznutztierverordnung angepasst werden.

Seit zwei Jahren hätten die Sauenhalterinnen versucht, die Verluste zu kompensieren. «Leider geht uns mittlerweile die Luft aus, und immer mehr Betriebe fahren vor die Wand», berichteten die AKS-Vorsitzenden über die dramatische Lage. «Wir warten dringend auf Perspektiven, die uns zum Weitermachen ermutigen», machte auch Ehlers deutlich. Eine weitere Verlagerung der Erzeugung ins benachbarte Ausland würde den Tierwohlgedanken konterkarieren und müsse deshalb verhindert werden. 

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