Sonntag, 18. April 2021
07.04.2021 14:50
Corona

Verschwörungstheorien: Spannendes Ergebnis

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Von: sda

In einer Umfrage der Universität Basel haben zehn Prozent der Befragten mindestens einer Corona-Verschwörungsaussage stark zugestimmt. Den grössten Anklang fanden Aussagen, die nahelegten, dass das Virus menschengemacht oder die offizielle Erklärung zur Ursache des Virus anzuzweifeln sei, teilte die Hochschule am Mittwoch mit.

Die Corona-Pandemie hat Verschwörungstheorien hervorgebracht, die sich übers Internet rasend schnell verbreiten. Tatsächlich zeigt die Geschichte, dass Verschwörungstheorien oft in Krisenzeiten gedeihen. Diese sind mit Überzeugungen verbunden, dass geheime Mächte oder bestimmte Gruppen auf ein schädliches Ziel hin zusammenarbeiten.

Die Basler Psychologinnen Sarah Kuhn und Thea Zander-Schellenberg untersuchten nun mit Kollegen in einer anonymisierten Online-Umfrage, wie stark Menschen aus der deutschsprachigen Schweiz und Deutschland Coronavirus-Verschwörungstheorien zustimmen und wie das mit Denkverzerrungen zusammenhängt. Von den Ergebnissen der Studie, an der 1600 Personen teilnahmen, berichten sie im Fachmagazin «Psychological Medicine».

Verschwörungstheorien bewerten

Auf einer Skala mussten die Teilnehmenden der Studie angeben, wie stark sie jeweils den 49 präsentierten Verschwörungstheorien zustimmten. Dazu gehörten skurile Aussagen wie «Das Coronavirus ist eine Biowaffe, die von China entwickelt wurde, um den Westen zu zerstören», «Antikörpertests sind ein Komplott, um unsere DNA zu sammeln» oder «Der tatsächliche Grund für den Lockdown liegt darin, eine Massenüberwachung durchzusetzen».

Demnach stimmten durchschnittlich knapp zehn Prozent der Befragten mindestens einer Verschwörungsaussage zu, 20 Prozent wenig oder mässig und etwa 70 Prozent gar nicht.

Unterschiedliche Denkprozesse

Die Psychologinnen und Psychologen ermittelten ebenfalls die psychologische Befindlichkeit der Befragten sowie deren Alter, Geschlecht und politische Einstellung. So zeigte sich, dass die den Verschwörungstheorien zustimmenden Menschen im Durchschnitt jünger und gestresster waren sowie über Paranoia-ähnliche Erfahrungen berichteten. Sie wiesen ausserdem eine politisch extremere Haltung und ein geringeres Bildungsniveau auf.

Auch in den Denkprozessen der Teilnehmenden zeigten sich Unterscheide. Die Gruppe, die sich mit einer Verschwörungstheorie eher anfreunden konnte, traf Schlussfolgerungen vorschneller und unter grösserer Unsicherheit. Informationen, die ihre Meinung widerlegten, schenkten sie zudem weniger Beachtung.

Vorsicht bei Pauschalisierungen

Allerdings fanden die Forschenden, dass einige Personen, die den Verschwörungstheorien zustimmten, sogar weniger Denkverzerrungen aufwiesen als die andere Gruppe. «Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass nicht jede Person, die einer Verschwörungstheorie zustimmt, automatisch auf ungünstige Art und Weise Informationen verarbeitet und dementsprechend entscheidet», liess sich die Psychologin Sarah Kuhn, Erstautorin der Studie, in der Mitteilung zitieren.

Dies sei überraschend gewesen, da in der psychologischen Forschung bisher eher davon ausgegangen worden sei, dass Verschwörungstheorien mit Eigenschaften wie einem geringeren analytischen Denkvermögen oder vorschnellem Schlussfolgern einhergingen. Dass bei manchen Personen genau das Gegenteil der Fall sein könne, mahne zur Vorsicht bei Pauschalisierungen über die Anhängerschaft von Verschwörungstheorien.

Gemäss der Universität Basel handelt es sich bei der Studie aufgrund des Befragungsansatzes per Definition nicht um eine bevölkerungsrepräsentative Befragung. Die Zusammensetzung des Alters und Geschlecht der Teilnehmenden war jedoch ähnlich wie die schweizerische und deutsche Allgemeinbevölkerung.

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14 Responses

  1. Das war jetzt etwa der Beweis für die Äusserungen von Beat Furrer und „gesunder Menschenverstand“. Völlig in die Verschwörungstheorien abgeglitten.

  2. Also meine eigene „Verschwörungstheorie“ ist, dass die völlig Rechtsextremen die Weltherrschaft mittels Verschwörungstheorien übernehmen wollen. Siehe: Q-Anon, Trump-Aussagen zur „gestohlenen“ Wahl und sonstigem Schwachsinn, „Mass-Voll“, Andreas Thiel, Marco Rima, Patrick Nuo und alle anderen „Übernahme-Orginisationen“ wie Reichsbürger, AfD, Pegida, usw. Wir müssen dringenst unsere bürgerlichen Mitteparteien (FDP und CVP bzw. die Mitte) stärken.

    1. Fortsetzung: Bei den Grünen und der GLP gibt es auch etliche, die da mindestens mit einem Bein bei den Verschwörungstheoretikern landen. Und dann besteht das grundsätzliche Problem: Je Esotheriker desto grüner und desto anfällig für all den Verschwörungsmist. Wenn Beat Furrer und „gesunder Menschenverstand“ mal realisieren würden, dass sie im gleichen Boot sitzen, würden sie vielleicht ihre Positionen überdenken.

    2. Wenn CVP und FDP stark werden wollen, dann müssen die sich auf ihre Grundlagen berufen und darin treu sein. Die CVP soll alles, was sie tut, biblisch und historisch konservativ (erhaltend) begründen und demensprechend politisieren. Das gleiche gilt für die FDP. Wenn die konsequent für Bürokratie- und Regulierungsabbau einstehen würden, dann würden die Leute die FDP wählen. Die FDP ist sich untreu. Sie stimmt (teilweise) für Regulierungen, die unnötig sind (CO2-Steuer, Covid-Massnahmen, …)

  3. Welche Ehre, Jonas. Verschwörungen sind dort im Gange, wo man die gegenseitige Meinung nicht mehr hören darf. Wir haben eine Verschwörung bezüglich Covid-19, Klimapanik, Biodiversität, kommt alles von den Kommunisten, die uns unterwandern. Die drei Bücher „Wie der Teufel die Welt regiert“ von Epoch Times könnte so manchem die Augen öffnen. Dass diese Bücher, die geschichtlich fundiert alles belegen, in China verboten sind, spricht für den Wahrheitsgehalt.

      1. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Buch: „Wer es wagt, den Teufel bloßzustellen, wird als Verschwörungstheoretiker, Extremist, Rechtsextremist, Alternativer Rechter, Sexist, Rassist, Kriegshetzer, Fanatiker, Nazi, Faschist und so weiter bezeichnet. Diese Menschen sollen aus der akademischen Welt und der breiten Gesellschaft verdrängt und isoliert werden.“

  4. Hahaha, ich lach mich corona-krank 🙂 Je höher das Bildungsniveau, desto weniger Verschwörungstheoretiker. Ist ja logo, da brauche ich keine Studie zu machen. Denn je länger man hirngewaschen wird, desto regierungsgläubiger wird man. Simple Gleichung: je mehr Uni-Jahre, desto mehr Schlafschaf und obrigkeitshörig. Was snderes lernt man denn sonst in diesen „Kaderschmieden“.

    1. Wieder so ein richtig fundierter Kommentar. Ohne die „Studierten“ würdest du kein Auto fahren, kein Fernsehen sehen, keinen PC bedienen, ganz sicher kein Navi haben, usw. Auf dem Feld würdest du noch die Gülle ausbringen aber von all den anderen Düngern, Insektiziden, Herbiziden, usw. gäbe es nichts. Im Stall hättest du noch den Simmentaler oder das ursprüngliche Braunvieh mit knapp 3000 lt Jahresleistung. Fazit: 30 Jahre in denselben Schorrgraben geschaut hat dich nicht wirklich weiter gebracht

      1. Hansueli Wermelinger hat recht mit der Feststellung, dass die Ausbildung mit Staatsexamen oft dazu dient, eine Elite herzubilden, die gleichgeschaltet ist. Wenn sie den Abschluss machen wollen, wird eine bestimmte Gesinnung verlangt. Das gleiche bei der Arbeitsstelle. Es wird vermehrt – je mehr wir uns vom christlichen Erbe entfernen, eine einheitliche Gesinnung gefordert. Deutlich sichtbar an der Gleichschaltung bezüglich Covid und Klimapanik.

        1. Ich denke, du glaubst nicht nur an Verschwörungstheorien sondern bist auch noch ziemlich paranoid. Und was hat es in sich mit dem „entfernen vom christlichen Erbe“. So wie die Geschichte des Abendlandes in den letzten 2000 verlief, war es genau die Kirche, die alle gleichgeschaltet hat. Und wehe, es hat sich mal einer getraut, von einem Dogma abzuweichen – der Scheiterhaufen stand parat

          1. Der Totalitarismus der katholischen Kirche heisse ich nicht gut. Was aber der heutige Totalitarismus bewirkt, ist ungleich schlimmer. Du wirst auch noch aufwachen, spätestens wenn du die Übersterblichkeit durch die Impfungen realisierst.

      2. Deine Behauptungen sind nicht richtig. Die wenigsten Erfindungen stammen von Universitäten. Meist waren es praktische Tüftler, welche den Grundstein für die Meilensteine von Erfindungen lelgten, welche den von dir beschriebenen FORT-Schritt mit sich brachten. Ich habe es selbst erfahren: nachdem ich bereits 5 Jahre mit Mischkulturen auf eigene Faust Pionierarbeit machte, kam dann irgendwann das FIBL und wollte von mir die Erfahrungen abstauben.

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