Sonntag, 14. August 2022
06.08.2022 10:44
Australien

Wegen Klauenseuche – Landwirte wollen Reiseverbot

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Von: AgE

Mehr als 100 Landwirte haben bei einer Demonstration im australischen Bundesstaat Victoria eine dreimonatige Unterbrechung des Reiseverkehrs mit Indonesien gefordert.

Grund ist die Furcht vor einer Einschleppung der Maul- und Klauenseuche (MKS), die erstmals im Mai in dem Inselstaat nachgewiesen wurde und sich zuletzt bis nach Bali ausgebreitet hat.

120-tägiges Reiseverbot

Es besteht die Furcht, dass Touristen oder andere Reisende die Krankheit über Kleidung, Schuhe oder Mitbringsel nach Australien bringen könnten, was der Land- und Ernährungswirtschaft Schäden in Milliardenhöhe bescheren würde. Protestorganisator und Milchbauer Peter Delahunty erklärte gegenüber den Medien: «Wir denken, es wäre äusserst vernünftig, ein 120-tägiges Reiseverbot für nicht lebensnotwendige Reisen zu verhängen.»

Solch eine Unterbrechung würde es Australien und Indonesien ermöglichen, ihre Biosicherheitssysteme zu verbessern. Doch davon will die Regierung nichts wissen, um die milliardenschwere Handelsbeziehung beider Länder nicht zu gefährden. Australiens Landwirtschaftsminister Murray Watt erklärte, dass die Regierung diese Bedrohung ernst nehme, eine Grenzschliessung jedoch nicht erwäge. «Die Regierung hat die schärfsten Biosicherheitsmassnahmen eingeführt, die jemals in Australien angewandt wurden, einschliesslich nie zuvor ergriffener Massnahmen wie desinfizierende Fussmatten und Biosicherheitszonen an Flughäfen“, betonte der Minister.

Bauernverband gegen Schliessung

Es gebe mittlerweile mehrstufige Schutzmassnahmen, darunter Risikobewertungen für alle aus Indonesien
zurückkehrenden Passagiere, verstärkte Befragungen und Taschenkontrollen an Flughäfen. Zudem werde jede Postsendung aus Indonesien und auch aus China überprüft.

Der nationale Bauernverband (NFF) und verschiedene Export- und Fleischverbände haben sich ebenfalls gegen eine Schliessung der Grenze ausgesprochen. Der Landwirtschaftsminister des Bundesstaates New South Wales, Dugald Saunders, forderte als zusätzliche Sicherheitsmassnahme, dass sämtliches Gepäck aller aus Bali zurückkehrenden Reisenden untersucht werden müsse, um die Einschleppung der MKS zu verhindern.

Kürzlich waren in Australien Virenfragmente der MKS in importierten Schweinefleischprodukten aus China sowie in nicht deklariertem Rindfleisch eines Reisenden aus Indonesien entdeckt worden.

Maul- und Klauenseuche (MKS)

Alle Paarhufer sind für die Maul- und Klauenseuche empfänglich. Für den Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich. Die Krankheitsanzeichen sind je nach Tierart unterschiedlich. Die Krankheit ist hochansteckend. Das heisst, es erkranken meist alle Tiere einer Herde. Jungtiere können an der Krankheit sterben, insgesamt ist die Sterblichkeit aber nicht sehr hoch.

Krankheitsanzeichen bei Rindern: Bläschen im Bereich des Flotzmauls, der Maulschleimhaut, der Zunge, im Klauenbereich und an den Zitzen. Die Veränderungen an den Klauen sind schmerzhaft. Darum lahmen die Tiere, trippeln und liegen vermehrt. Auffallend sind ausgeprägtes Speicheln, Kaustörungen und Schmatzgeräusche. Zusätzlich haben die Tiere Fieber, wirken fressunlustig und teilnahmslos.

Die Krankheitsanzeichen bei Schweinen sind weniger ausgeprägt als bei Rindern. Der Klauenbereich ist jedoch stärker betroffen, darum fällt eine akute Lahmheit und häufiges Liegen auf. Bei Ferkeln kann es zu plötzlichen Todesfällen kommen. Bei Schafen und Ziegen ist der Krankheitsverlauf oft mild und die Bläschenbildung ist weniger stark ausgeprägt.

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