Sonntag, 25. September 2022
20.07.2012 09:15
Land Grabbing

Worldwatch-Institute warnt: Land Grabbing besorgniserregend

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Von: AgE

Die deutlich gestiegenen länderübergreifenden Investitionen in Grund und Boden sind nach Einschätzung des Washingtoner Worldwatch Instituts besorgniserregend. Am stärksten betroffen vom Land Grabbing ist Ostafrika.

Einer Studie zufolge seien zwei massgebliche Trends zu identifizieren: Zum einen würden Investoren aus Schwellenländern in benachbarten und kulturell ähnlichen Ländern Boden erwerben, zum anderen kauften Marktakteure aus reichen und häufig flächenknappen Ländern Areale in armen Regionen.

Ansässige Farmer werden verdrängt – Umweltschäden

Dadurch seien in vielen Fällen lokal ansässige Farmer verdrängt worden, die meist nicht über geklärte Landrechte verfügt oder die keinen Zugang zu rechtsstaatlich agierenden Institutionen hätten, um ihre Rechte geltend zu machen. Ausserdem werde der Boden nach dem Verkauf häufig im Rahmen intensiver Landwirtschaft genutzt.

Die Folge seien nicht selten gravierende Umweltschäden in der gesamten Region. Ohne transparente Regierungen und ohne die konsequente Durchsetzung klarer Regeln und Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung würde allein eine
Gruppe zunehmend reicher Investoren auf Kosten der in den Zielregionen lebenden Menschen profitieren, kritisiert das Institut.

1,4 Prozent der gesamten globalen Fläche

Private und öffentliche Investoren hätten im Zeitraum 2000 bis 2010 weltweit landwirtschaftliche Nutzflächen im Umfang von schätzungsweise insgesamt 70,2 Mio. Hektaren gekauft oder gepachtet. Diese Fläche entspreche 1,4 Prozent der gesamten globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche. Etwa 34,3 Mio. Hektaren und damit fast die Hälfte der globalen Landnahme entfalle auf Afrika.

Der entsprechende kontinentale Agrarflächenanteil belaufe sich hier
auf fast 5 Prozent. Im Zentrum des Interesses habe Ostafrika mit 16,8 Mio ha gestanden. Die Plätze zwei und drei nach Afrika belegten Asien und Lateinamerika mit 27,1 Mio. ha und 6,6 Mio. ha.

Vor allem bedingt durch die extrem hohen Agrarpreise in den Jahren 2007 und 2008 habe die Landnahme dramatisch zugenommen. Das Worldwatch Institute weist für 2009 einen Spitzenwert von etwa 30 Mio. ha aus. Das waren sechsmal mehr als im Jahr 2007.

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