Freitag, 22. Januar 2021
05.01.2021 06:50
Corona

Italiener befürchtet Umsatzausfälle im Agrarhandel 

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Von: AgE

Berichte über eine Mutation des Coronavirus in Grossbritannien sorgten noch vor den Weihnachtsfeiertagen auch in Italien für grosse Besorgnis im landwirtschaftlichen Berufsstand. 

Die Regierung in Rom verhängte am 20. Dezember Landeverbote für Flüge aus Grossbritannien sowie Einschränkungen für Lebensmitteltransporte per Lastkraftwagen, Fähre und Flugzeug.

Italiens mitgliedstärkster Landwirtschaftsverband Coldiretti nannte diese Massnahmen zwar „nachvollziehbar“, um dem Land eine mögliche dritte Corona-Welle zu ersparen. Zugleich warnte der Verband jedoch vor den negativen Folgen und dem grossen Risiko für die heimische Lebensmittel- und Getränkebranche.

Export wird gefährdet

Mit den neuen Einschränkungen werde der Export von italienischen Lebensmitteln und Getränken nach Grossbritannien, dessen Gesamtwert pro Tag bei 10,04 Mio Franken (9,3 Mio Euro) liege, gefährdet, so Coldiretti. Das Vereinigte Königsreich sei nach Deutschland, Frankreich und den USA Italiens viertwichtigster Handelspartner.

Trotz der Pandemie sei die Lieferung von Agrargütern auf die britische Insel auch in diesem Jahr leicht gewachsen, hob der Verband hervor. Dies sei in erster Linie darauf zurückzuführen, dass sich die britischen Handelspartner Vorräte zugelegt hätten, um noch eine Zeit lang die Zölle und die bürokratischen Hürden, die nach dem Brexit auf sie zukämen, zu vermeiden.

Prosecco, Tomatenprodukte, Teigwaren, Käse und Olivenöl

Die Ausfuhr von italienischen Lebensmitteln und Getränken nach Grossbritannien erreichte 2019 laut Coldiretti einen Wert von insgesamt 3,67 Mrd Franken (3,4 Mrd Euro). Allein mit den Weinlieferungen sei ein Umsatz von fast 832 Mio Franken (771 Mio Euro) erzielt worden, wobei Prosecco mit der Ursprungsbezeichnung Dop an erster Stelle gestanden habe.

Dahinter seien verarbeitete Tomatenprodukte und – mit etwas Abstand, aber trotzdem ausschlaggebend – Teigwaren, Käse und Olivenöl gefolgt. Unter den Käsesorten habe 2019 mit einem Exportwert von 91.7 Mio Franken (85 Mio Euro) der Parmigiano Reggiano an der Spitze gestanden. 

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