Sonntag, 29. Januar 2023
21.11.2022 11:00
Energie

«Jede Kilowattstunde schont Stauseen»

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Von: sda

Eine Strommangellage im Winter ist derzeit unwahrscheinlich. Trotzdem ruft Elektrizitätskommissions-Präsident (Elcom) Werner Luginbühl zum Stromsparen auf.

«Jede Kilowattstunde, die wir heute sparen, schont unsere Stauseen und die Gasspeicher im Ausland. Das Risiko einer Mangellage ist nicht völlig gebannt», sagte Luginbühl in einem am Montag veröffentlichten Interview mit den «Tamedia»-Zeitungen. Europas Gasspeicher deckten nur die Hälfte des Winterbedarfs und müssten ständig neu gefüllt werden. «Sollte Russland fast oder gar kein Gas mehr liefern, muss Europa noch stärker auf andere Bezugsländer setzen. Das ist die Herausforderung», sagte er. Deshalb müssten die Gasspeicher geschont werden.

Vorsichtsprinzip weiter abgebracht

«Das Vorsichtsprinzip ist nach wie vor angebracht», so Luginbühl. Es bestünden weiter unkalkulierbare Risiken, etwa in Form von Kältewellen oder Anschlägen auf die Energie-Infrastruktur. «Die Lage kann sich schnell wieder ändern.»

Insgesamt habe sich die Lage aber entspannt: Die Speicherseen seien dank genügend Regen und milden Temperaturen überdurchschnittlich gut gefüllt, dazu sei weniger geheizt worden. Deutschlands letzte drei AKWs sollen zudem über den Winter weiterlaufen und Frankreich wolle seine Kernkraftwerke schneller als angekündigt wieder ans Netz bringen, legte Luginbühl dar. Und die Wasserkraftreserve sowie das Reservekraftwerk in Birr hätten zur Entspannung der Situation beigetragen. «Das sieht man nicht zuletzt an der Reaktion der Märkte», so Luginbühl.

«Keine Risiken eingehen»

Der Elcom-Präsident will sich aber nicht vorwerfen lassen, im Sommer zu pessimistisch gewesen zu sein. Damals riet er zum Kauf von Kerzen und Brennholz. «Wir haben im Sommer auf Basis des damaligen Wissens kommuniziert und gehandelt.»

Die Gefahr, dass sich Sparappelle abnützten, bestünde. «Aber die ganze Stromversorgung ist derart relevant für Gesellschaft und Wirtschaft, dass wir keinerlei Risiken eingehen dürfen. Das System Stromversorgung muss immer Reserven haben. Läuft es ständig am Limit, erhöht das die Gefahr von Blackouts», sagte Luginbühl.

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