Freitag, 20. Mai 2022
21.01.2022 12:22
Europa

Keine Mehrheit für Begrenzung der Tiertransporte

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Von: aiz

Eine strikte Begrenzung der Tiertransporte auf acht Stunden verfehlte die Mehrheit in der Abstimmung im Plenum des Europaparlaments.

Eine Begrenzung der Tiertransporte auf acht Stunden: 308 Abgeordnete des Europaparlaments stimmten dafür, 372 dagegen und 14 enthielten sich. Auch der Schutz der Kälber wurde etwas aufgeweicht, zumindest gegenüber dem Vorschlag aus dem Ausschuss des EU-Parlament für Tiertransporte.

Immerhin will das Europaparlament Transporte für nicht abgesetzte Kälber im Alter bis 28 Tage verbieten. Lediglich Landwirte sollen die junge n Kälber noch im Umkreis von 50 km transportieren dürfen. Die Beförderung von hochträchtigen Kühen möchte das Europaparlament auf vier Stunden begrenzen.

Heftige Debatten

Heftig hatten die EU-Abgeordneten vor der Abstimmung über zeitliche Transportbegrenzungen debattiert. Einige halten den Transport in gut ausgestatteten Fahrzeugen über längere Entfernungen für tierschutzgerecht. Andere lehnen Langstreckentransporte ab. «Wo Tiertransporte nicht zu vermeiden sind, müssen höchste Tierwohlstandards eingehalten werden. Einen Abfertigungs-Basar bei Tiertransporten, einen Unterbietungswettbewerb auf Kosten des Tierwohls, darf es nicht mehr geben», sagte Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin und Vertreterin der ÖVP im Sonderausschuss für Tiertransporte im Europaparlament, zur heutigen Plenarabstimmung über die Empfehlungen des Sonderausschusses.

Unbedingt nötig sei, dass die bestehenden Regelungen in der gesamten EU umgesetzt, engmaschig kontrolliert und Verstöße sanktioniert werden. «Anstatt sich auf Transportzeiten zu versteifen, müssen die hohen EU-Tierwohlstandards tatsächlich flächendeckend sichergestellt werden. Das passiert bis dato nicht. Zudem müssen wir uns beim Tierwohl an Vorbildern orientieren, an sogenannten Best Practices. Das beginnt schon bei der Vorbereitung der Transporte und der Nutzung digitaler Lösungen, zum Beispiel zur Sicherstellung geeigneter Temperaturen entlang der Transportroute oder schlicht die Nutzung von Nippeltränken bei Kälbertransporten. Hier geht Österreich mit gutem Beispiel voran», so Schmiedtbauer.

«Jede zusätzliche Stunde bedeutet mehr Leid», betonte Tilly Metz von den Grünen aus Luxemburg, die den Ausschuss für Tiertransporte leitete. Daniel Buda von den Demokratisch Liberalen aus Rumänien machte auf die Schäden für Landwirte durch Transportverbote aufmerksam. Die Existenz zahlreicher Landwirte hinge davon ab, und die Empfänger bestünden auf lebende Tiere, erklärte der Berichterstatter zum Tiertransport. Aus Rumänien werden zahlreiche Rinder in die Türkei und in den Libanon ausgeführt. Alle EU-Abgeordneten waren sich aber einig, dass lokale Schlachthöfe gefördert werden müssen, um Tiertransporte zu vermindern.

Kontrollen werden ausgedehnt

Die EU-Kommission werde die Empfehlungen des Europaparlaments beachten, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides den EU-Abgeordneten zu. Schon in diesem Jahr sollen die Kontrollen ausgedehnt, Verstösse gegen die EU-Tiertransportrichtlinie besser erfasst und unter den EU-Mitgliedstaaten ausgetauscht werden. Für 2023 sagte Kyriakides eine Überarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung zu. 

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