Sonntag, 17. Januar 2021
23.11.2020 07:12
Italien

Lebensmittel-Betrug beim Online-Kauf

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Von: AgE
Zu den am häufigsten gefälschten Produkten gehören natives Olivenöl extra, Käse-, Wurst- und Rohschinkensorten sowie Wein.
Symbolbild: zvg

Der Online-Einkauf hat in Italien im Zuge der Corona-Pandemie kräftig zugenommen und mit ihm auch Fälschungen beziehungsweise Betrügereien.

 Das Nationale Statistikamt (ISTAT) beziffert den Anstieg des Online-Einkaufs in diesem Jahr auf fast 30 %.  Laut dem mitgliederstärksten Landwirtschaftsverband (Coldiretti) hat zugleich das Risiko von Online-Betrug besonders in der Lebensmittelbranche zugenommen. Gerade kurz vor den Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten sei die Gefahr, über den e-Commerce gefälschte Produkte zu kaufen, als besonders hoch einzustufen, warnte der Verband am vergangenen Woche im Rahmen der online Konferenz “#NoFakeFood. Stoppt die Agrarpiraterie“. Nach seinen Angaben haben die Italiener für das Weihnachts- und Neujahrsessen 2019 insgesamt rund 5 Milliarde Euro ausgegeben. Die anstehenden Feiertage seien für Fälscher und Pfuscher, die das Netz nutzten, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen, also eine einmalige Gelegenheit, so Coldiretti. Laut einer Studie hätten 2020 die Lebensmittelfälschungen von „Made in Italy“-Produkten weltweit „den astronomischen Wert von 100 Milliarden Euro“ übertroffen. Dass im Online-Handel nicht alles verläuft, wie es sollte, wird auch durch einen Bericht des zum Landwirtschaftsministerium gehörenden Instituts für Qualitätsschutz und Betrugsbekämpfung (ICQRF) bestätigt. Von Februar bis Mai 2020 hat das Institut die Entfernung von 558 irreführenden Lebensmittelwerbungen auf den Plattformen amazon, alibaba und ebay angeordnet. Zu den am häufigsten gefälschten Produkten gehören natives Olivenöl extra, Käse-, Wurst- und Rohschinkensorten sowie Weine, allen voran der Prosecco. Coldiretti beklagt, dass sich der Verbraucher mittlerweile über das Internet sogar Käse und Wein-Kits kaufen könne, um sich selber italienische Produkte zu fabrizieren, beispielsweise Mozzarella in einer halben Stunde. Für die Weinherstellung, darunter auch Prädikatweine wie Barolo und Brunello, liefere das Kit Pulverpräparate. Das Problem bei diesen Kits sei, dass sie in manchen Ländern absolut legal seien. Coldiretti appellierte daher an die Konsumenten, beim Online-Kauf Verkäufer zu überzeugen, die im direkten Kontakt zum Landwirtschaftsbetrieb stünden. Bei Produkten mit italienisch klingenden Bezeichnungen sei generell Vorsicht geboten; bei Erzeugnissen mit Ursprungsbezeichnung und Bioprodukten gelte es, die Siegel zu kontrollieren und die Etiketten genau zu lesen. Qualitätsprodukte, die allzu günstig angeboten würden, sollten besonders genau geprüft werden. 

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