Donnerstag, 4. März 2021
22.02.2021 06:01
Freihandel

Mercosur: In Dänemark formiert sich Widerstand

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Von: AgE

Auch in Dänemark formiert sich Widerstand gegen das geplante Handelsabkommen der Europäischen Union
mit den Mercosur-Staaten.

In einem offenen Brief haben Wissenschaftler und Umweltschutzorganisationen  die dänische Regierung aufgefordert, das Abkommen in Brüssel zu blockieren oder zumindest nur mit wesentlichen Änderungen
zu akzeptieren.

Negative Folgen für Regenwald

Die Forscher und Umweltschützer befürchten erhebliche negative Folgen für den südamerikanischen Regenwald, die Artenvielfalt und die Menschen vor Ort, sollte Mercosur in seiner jetzigen Fassung zur Anwendung kommen.

Der Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) hatte sich schon zuvor skeptisch gezeigt, was das Handelsabkommen und seine Effekte auf die heimische Landwirtschaft angeht. Bereits 2019 hatte der damalige L&F-Präsident Martin Merrild gegenüber dem Fachmagazin «Landbrugsavisen» die Befürchtung geäussert, dass diese Übereinkunft insbesondere zu Lasten der europäischen Rinder- und Geflügelerzeugung gehen werde.  «Die Autoindustrie gewinnt und die Landwirtschaft verliert», so Merrild.

Aussenminister spricht von «echten» Fortschritten

Dänemarks Aussenminister Jeppe Kofod erteilte den Forderungen nach Widerstand seiner Regierung gegen Mercosur jedoch eine Absage. In einer Antwort auf den Brief der Umweltschutzorganisationen räumte Kofod vergangene Woche zwar ein, dass das Handelsabkommen «nicht perfekt» sei und nicht alle Probleme lösen könne. Mercosur gehe aber in die «richtige Richtung», beispielsweise indem es verbindliche Zusagen zum Pariser Klimaschutzabkommen, zum Umweltschutz oder zu sozialen Fragen verbriefe.

Das internationale Handelsabkommen verspreche daher echte Fortschritte beim Klimaschutz in Südamerika und für die Umsetzung der internationalen Nachhaltigkeitsziele, betonte der Minister. Bei der Wahl zwischen dem Status quo in diesen wichtigen Fragen und neuen Initiativen für den Klimaschutz sowie die Durchsetzung fairerer Arbeits- und Sozialbedingungen bevorzuge er Letzteres, stellte Kofod klar.

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