Dienstag, 15. Juni 2021
14.05.2021 14:18
Milchmarkt

Butterimporte für SMP verfrüht

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Von: blu

Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat ein Gesuch für die Einfuhr von 1000 Tonnen Butter gestellt. Für den Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) ist dieser Zeitpunkt verfrüht. Erfreut zeigt der Vorstand darüber, dass weitere importierte Futtermittelkomponenten auf nachhaltigem Anbau umgestellt werden.

Seit rund anderthalb Jahren deckt das Angebot an Schweizer Butter die Nachfrage nicht. Als Hauptgrund für die tiefe Butterproduktion machte die Branchenorganisation Butter (BOB) im März 2020 die Käseproduktion verantwortlich.

Und auch 2021 bleibt die Butter ein knappes Gut. Um die Höhe der Importe zu bestimmen hat, haben die Branchenorganisation Milch (BOM) und die Branchenorganisation Butter (BOB) eine Kommission Butterimporte ins Leben gerufen. Mit der «Rollenden Planung Butterimporte» sei ein objektives und von allen anerkanntes Planungsinstrument geschaffen worden, teilte die BOM mit. 

«Freigabe verfrüht»

Die Kommission hat im Februar ein erstes Gesuch vom Butterimporten in der Höhe von 1500 Tonnen gestellt. Dieses wurde vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bewilligt. Ende April hat die Kommission ein weiteres Gesuch gestellt. Weil sich die Vertreter der Kommission, bestehend aus Verarbeitern und Produzenten, nicht einig waren, kam ein zuvor vereinbarter Mechanismus zum Tragen. Das zweite Gesuch des Jahres umfasst 1000 Tonnen. Mit dem Gesuch wolle man die Versorgung im Spätsommer sicherstellen, teilte die BOM mit.

Die Produzentenvertreter der Kommission waren gegen das Butterimport-Gesuch. Der SMP-Vorstand unterstützt diese Forderung. «Massgebend für die Produzenten ist die Mengensituation der gesamten Branche. Für die Milchproduzenten ist deshalb der aktuelle Zeitpunkt für eine weitere Freigabe etwas verfrüht, zumal ein Engpass erst im Spätsommer prognostiziert werden kann», schreiben die SMP.

Verantwortungsvolle Futtermittelimporte

Zufrieden zeigt sich der SMP-Vorstand über den Entscheid des Soja-Netzwerks. In Zukunft sollen alle importierten Futtermittelkomponenten für die Schweizer Landwirtschaft aus verantwortungsvollem Anbau stammen. Darunter fallen Futtergetreide, Bruchreis, Maiskleber und Dextrose.

«Trotz einem sehr hohen Inlandfuttermittelanteil von 92% bei der Milchproduktion bringt diese Anpassung auch in der Milch eine kleine Verbesserung», schreiben die SMP. Der Vorstand der SMP nimmt positiv zur Kenntnis, dass die gesamte Wertschöpfungskette inklusive des Detailhandels bereit ist, die Mehrkosten angemessen bis auf den Absatzmarkt zu übertragen.

Futtergetreide ohne Abreifebeschleunigung

Die Futter-Soja werde nur aus rodungsfreiem Anbau beschafft und stamme mittlerweile mehrheitlich aus Europa, teilte das Soja Netzwerk mit. Der Anteil an Sojaschrot aus Brasilien in den letzten fünf Jahren stark gesunken, während der Europa-Anteil von 10 % auf 58 % gestiegen ist.

Nun weiten die Mitglieder ihre Verantwortung auf weitere Futtermittelkomponenten aus. Der Entschluss wurde von der Mitgliederversammlung gefasst. Futterweizen, -gerste und -hafer sind ab Ernte 2021 nur noch aus Anbau ohne Abreifebeschleunigung (Sikkation) mit Glyphosat erlaubt. Bruchreis stammt ab 1. Januar 2022, Maiskleber und Dextrose ab 1. Januar 2024 aus verantwortungsvollem und zertifiziertem Anbau.

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