Montag, 8. August 2022
07.01.2022 18:16
Milchmarkt

«Das 69-Fache des Bauernpreises»

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Von: hal/blu

Die Milchbauern-Basisorganisation BIG-M hat die Lebensmittelmargen unter die Lupe genommen. Was sich die Organisation für das Jahr 2022 wünscht, lesen Sie hier

Rund 45 Milliarden Franken würden jährlich im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) umgesetzt. Davon gingen gerade mal gut 7 Milliarden an die Bauern, schreibt BIG-M. «Im LEH entscheidet nicht der Anstand, sondern es geht darum, wer mehr Marge einstecken, und wer die grösseren Mengen umsetzen kann», kritisiert die Organisation.

Der Lebensmittelmarkt sei unelastisch. «Auch wenn das Essen billiger wird, können die Mägen der Konsumierenden nicht beliebig vergrössert werden», so BIG-M. Die Verkaufsmengen sind begrenzt. Deshalb würde der Handel auf die Vergrösserung der Margen setzen. Weil die Konsumenten besonders gut auf Label reagieren, werde hier eine hohe Marge erzielt, so die Organisation weiter. 

BIG-M hat auch die Margen von Kuhmilch und Haferdrink verglichen. «Im Laden kostet ein Liter rund 1.40 Fr. Von diesem Liter Milch bekommt der Milchbauer 65 Rappen. Bleiben für Verarbeitung und Verkauf also 75 Rappen», heisst es in der Mitteilung. BIG-M hat nun die Marge mit dem «trendigen Haferdrink» verglichen.

Das Resultat stimme nachdenklich.  Ein Liter kostet im Laden rund 3.50 Fr. «Von diesem Liter gehen knappe 5 Rp. an den Haferproduzenten. Bleiben für Verarbeitung und Verkauf also 3.45 Fr. Das ist das 69-Fache des Bauernpreises», kritisiert BIG-M.

BIG-M habe kein Problem, dass Menschen verschiedene Geschmäcker und Vorlieben beim Essen haben. Intensive Werbung für besonders nachhaltige oder vegane Produkte stösst BIG-M sauer auf. «Hier werden die Leute oft wirklich für dumm verkauft», heisst es im jüngsten Newsletter.

BIG-M wünscht sich für das neue Jahr, dass die Konsumenten die Werbung kritisch hinterfragen. Die Organisation wünscht sich auch, dass diese den Kontakt zu den Bauern suchen. «Denn eigentlich bilden Produzenten und Konsumenten ein geschlossenes Team. Alle anderen, die sich dazwischen drängen, sollten nur eine Nebenrolle spielen», lautet das Fazit der Bauernorganisation.

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4 Responses

  1. Mit allen Abzügen wird es wohl eher um die 50 Rp. sein. Es wird ja sehr erfinderisch abgezogen.Manchmal mitten im Monat,bei einer Erhöhung des Milchpreises braucht die Branche manchmal über 3 Monate bis die Erhöhung bezahlt wird

  2. Als Volgkunde zahle ich mehr für die Milch, als 1.40.- Macht nichts, ab und an kaufe ich auch Bio oder Heumilch. Gerne würde ich wieder selber Milch produzieren, bei diesen Preisen reine Selbstausbeutung. Eine Zeit ist nicht alle Zeit….

  3. Der Milchpreis sollte mindestens Fr. 2.20 kosten, mit Hörnern und Bio auch 2.40 oder 2.50
    Und davon bekommt dann der Bauer genau die Hälfte.
    Wieso muss genau die Milch zum dumping-Schleuderpreis rausgehauen werden. Das ist einfach unanständig und nicht fair.
    Ich kaufe im Volg in Hedingen „Faire Milch“ . Ich weiss nicht mal, was die überhaupt kostet, aber nur schon das Konzept überzeugt mich!

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