Donnerstag, 22. April 2021
01.04.2021 06:01
Europäischer Milchmarkt

EU-Milchmarkt: Preise steigen weiter

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: aiz

Der Aufwärtstrend bei den Notierungen für Standard-Milchprodukte hält in der EU weiter an. Mittlerweile wird in den meisten Kategorien – vor allem bei Butter, Mager- und Vollmilchpulver – das Vorjahresniveau übertroffen. Dies geht aus den jüngsten Zahlen der Milchmarkt-Beobachtungsstelle der EU-Kommission hervor.

Nach Angaben der Kommission lag die Notierung für Butter Anfang Januar 2021 im EU-Schnitt bei 335 Euro/100 kg (370 Fr.), bis 21. März stieg sie kontinuierlich auf 391 Euro (433 Fr.). Damit wurde die Vorjahreslinie um 12% überschritten.

Magermilchpulver und Butter über Vorjahresniveau

Die Butter-Notierungen hatten im Frühjahr 2020 im Zuge der Corona-Krise deutlich nachgegeben und Mitte Mai mit 281 Euro (311 Fr.) den tiefsten Wert des Jahres verzeichnet. Danach konnten sie sich wieder festigen, dieser positive Trend hielt bis November an.

Magermilchpulver notierte in der EU zu Jahresbeginn 2021 im Schnitt bei 219 Euro/100 kg (242 Fr.) und verzeichnet seither einen stetigen Anstieg. Am 21. März wurde ein mittlerer Preis von 245 Euro/100 kg (271 Fr.) verzeichnet, das Vorjahresniveau wurde somit um 8% übertroffen.

Wie berichtet, waren die Kurse für Magermilchpulver im Jahr 2020 am stärksten abgestürzt. Mitte April wurde mit 191 Euro (211 Fr.) der tiefste Wert des Jahres erreicht. In der zweiten Jahreshälfte bewegten sie sich zwischen 210 und 220 Euro (232 bis 243 Fr.).

Notierungen für Vollmilchpulver deutlich gestiegen

Vollmilchpulver verzeichnete in den vergangenen Wochen die stärksten Kursgewinne. Die EU-Notierung startete Anfang Januar mit einem mittleren Wert von 271 Euro/100 kg (300 Fr.). Danach erfolgte ein kontinuierlicher Anstieg, und am 21. März wurde ein Wert von 317 Euro/100 kg (351 Fr.) erreicht.

Gleichzeitig wurde der Vorjahreswert um 10% überschritten. Vollmilchpulver hatte zu Beginn der Corona-Pandemie ebenfalls deutlich rückläufige Notierungen verzeichnet. Ab Mai 2020 festigten sich die Kurse wieder, bis Jahresende lagen sie stabil auf einem Niveau von etwa 270 Euro.

Sehr wenig Bewegung zeigt die Notierung für Cheddar-Käse. Sie lag zu Jahresbeginn bei 309 Euro/100 kg (342 Fr.) und verharrt seither in etwa auf diesem Niveau. Am 21. März wurde ein mittlerer Wert von 308 Euro/100 kg (341 Fr.) verzeichnet, was exakt dem Vorjahreswert entspricht. Die Cheddar-Kurse wiesen in der EU auch im Verlauf des vergangenen Jahres nur geringfügige Schwankungen auf.

Deutliche Unterschiede bei Weltmarkt-Notierungen

Auch am Weltmarkt tendieren die Notierungen für Standard-Milchprodukte überwiegend nach oben, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. So bieten die EU-Produzenten Vollmilchpulver derzeit mit durchschnittlich 3’723 USD/t (3514 Fr.) deutlich günstiger an als Ozeanien mit 4’200 USD/t (3’965 Fr.). Auch bei Cheddar-Käse liegt die europäische Notierung mit durchschnittlich 3’672 USD/t (3’467 Fr.) unter dem Niveau der Mitbewerber Ozeanien mit 4’400 USD/t (4’154 Fr.) und USA mit 3’964 USD/t (3’742 Fr.).

Bei Butter sind die US-Exporteure mit 3’752 USD/t (3’542 Fr.) wettbewerbsfähiger als die EU mit 4’625 USD/t (4’366 Fr.) und Ozeanien mit 5’725 USD/t (5’405 Fr.). Gleiches gilt für Magermilchpulver, wo die USA mit Preisen von 2’572 USD/t (2’428 Fr.) die Konkurrenten in der EU mit 2’902 USD/t (2’740 Fr.) und in Ozeanien mit 3’400 USD/t (3’210 Fr.) deutlich unterbieten.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Mit der idealen Wahl der Import-Herkunftsländer könnte die in der Schweiz durch Importware verursachte Umweltbelastung vermindert werden – allerdings nur bedingt.  - Doris Grossenbacher Studien des Forschungsinstituts Agroscope zeichnen ein…

Politik & Wirtschaft

Israel gewährt der Schweiz Konzessionen unter anderem im Bereich Käse. - SCM Der Bundesrat will den Agrarhandel zwischen der Schweiz und Israel stärken. Er hat mit Israel vereinbart, den Landwirtschaftsteil…

Politik & Wirtschaft

Bio Suisse, Demeter und die Kleinbauern-Vereinigung stellten auf dem Hof von Olga Hänni in Kirchlindach BE ihre Argumente für ein Ja zur Pestizidinitiative vor. - zvgFür Demeter-Bäuerin Olga Hänni (l.)…

Politik & Wirtschaft

Aktuell ist die Erstellung von Bauten für die Produktion von Wärme und Strom aus verholzter Biomasse ausserhalb der Bauzone nach Bundesrecht nicht zulässig - zvg Der St. Galler Kantonsrat hat…

3 Responses

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE