Sonntag, 22. Mai 2022
30.12.2021 11:23
Milchmarkt

Globale Milchproduktion wächst moderat

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Von: AgE

Trotz relativ hoher Notierungen für Milchprodukte am Weltmarkt dürfte die globale Rohmilcherzeugung im kommenden Jahr erneut nur moderat wachsen. Davon geht das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in seiner aktuellen Prognose zum Weltmilchmarkt aus. 

Die Washingtoner Analysten erwarten, dass die führenden Milchproduzenten der Welt ihre Erzeugung gegenüber 2021 insgesamt um rund 5,29 Mio t oder 1,0 % auf 549,4 Mio t ausdehnen werden. Im laufenden Jahr dürfte der Zuwachs bei etwa 4,5 Mio t oder 0,8 % liegen.

Am stärksten soll dabei 2022 dem US-Landwirtschaftsministerium zufolge die Kuhmilcherzeugung in Indien zulegen, und zwar um 2 Mio t auf 98,0 Mio t. Da das Land aber beim Welthandel kaum eine Rolle spielt, hat das global gesehen auch kaum Auswirkungen. Für die EU-27 als weltweit grössten Erzeuger erwarten die US-Experten einen moderaten Produktionsanstieg gegenüber 2021 um 0,7 % auf 146,7 Mio t.

Auch in den USA soll sich die Expansion der Milcherzeugung 2022 fortsetzen; erwartet wird dort ein Anstieg um 680’000 t oder ebenfalls 0,7 % auf 103,28 Mio t. Wichtige Faktoren seien dabei weitere Leistungssteigerungen je Kuh.

Steigende Kosten bremsen

Mehr Rohmilch dürfte 2022 dem USDA zufolge ausserdem in Australien erzeugt werden – nach Produktionseinbussen im laufenden Jahr. Für „Down Under“ wird ein Zuwachs von 1,1 % auf 9,1 Mio t erwartet. Vorteilhaft wirke sich dabei neben den hohen Erzeugerpreisen auch die Lockerung von coronabedingten Reiseeinschränkungen aus, wodurch sich die Verfügbarkeit von Arbeitskräften verbessere, erläuterte das US-Agrarressort.

Für Neuseeland sagt es eine Milchproduktion von 22,25 Mio t voraus, womit die sehr hohe diesjährige Menge noch um 10’000 t übertroffen würde. Dabei soll die anhaltende Abstockung des Kuhbestands durch höhere Milchleistungen überkompensiert werden. Argentinien dürfte seine Milcherzeugung 2022 nach Einschätzung des US-Ministeriums im Vorjahresvergleich zum dritten Mal in Folge ausweiten, diesmal um 200’000 t oder 1,7 % auf 12,1 Mio t.

Damit würde sich das Wachstum im Vergleich zu 2021 und 2020 aber verlangsamen. Die Gewinnmargen der Erzeuger stünden wegen steigender Betriebsmittelkosten zunehmend unter Druck, hiess es zur Begründung. Dies könnte auch in anderen Ländern den Produktionszuwachs bremsen.

Rege Nachfrage nach Vollmilchpulver

Dem erwarteten globalen Produktionszuwachs dürfte auch ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach Molkereiprodukten im kommenden Jahr gegenüberstehen. Im Einzelnen prognostiziert das USDA für 2022 eine Trinkmilchnachfrage von 192,92 Mio t. Das wären 2,20 Mio t oder 1,2 % mehr als im Vorjahr.

Der Bedarf an Käse soll um 340’000 t oder 1,6 % auf 21,43 Mio t steigen, der an Butter um 260’000 t oder 2,4 % auf 11,18 Mio t. Für die Nachfrage nach fettarmen Trockenmilcherzeugnissen wird ein Zuwachs um 90’000 t oder 2,3 % auf 3,97 Mio t vorausgesagt. Relativ besonders spürbar soll sich der weltweite Bedarf an Vollmilchpulver erhöhen, und zwar um 130’000 t oder 3,5 % auf 3,80 Mio t.

Deutlich weniger als in früheren Jahren

Auch die EU-Exporteure von Milchprodukten dürften von der zunehmenden Nachfrage am Weltmarkt profitieren. Mit Blick auf die Käseausfuhren der Union prognostiziert das USDA für 2022 im Jahresvergleich einen Zuwachs um 10’000 t auf 1,42 Mio t. Davon dürfte der grösste Teil in das Vereinigte Königreich, die USA und nach Japan geliefert werden.

Den Magermilchpulverexport der EU-27 beziffern die Washingtoner Fachleute für 2022 auf 825’000 t. Das wäre 1 % mehr als für dieses Jahr veranschlagt, aber noch deutlich weniger als 2019, als die Rekordmenge von 946’000 t Magermilchpulver ausgeführt worden war.

Die wichtigsten Bestimmungsländer dürften China und Algerien bleiben. Dabei geht das US-Agrarressort davon aus, dass die EU-Magermilchpulverherstellung ebenfalls um etwa 1 % gesteigert wird, und zwar auf 1,56 Mio t. Darüber hinaus erwarten die Washingtoner Fachleute gegenüber 2021 eine Zunahme der EU-Butterausfuhren um 2 % auf 255’000 t. Jedoch würde die Union damit deutlich hinter ihren 2019 und 2020 realisierten Exportmengen bleiben. Damals wurden 302’000 t beziehungsweise 316’000 t Butter exportiert. 

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