Freitag, 30. September 2022
20.03.2019 19:10
Milchmarkt

Mit Milchbauern solidarisieren

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Milchbauern haben eine Petition lanciert. Diese hat eine nachhaltige Milchwirtschaft zum Ziel. Schweizer Bauern und Konsumenten können die Forderungen mittragen. -> Mit Video

«Seit 10 Jahren wird in der Schweiz zu viel Milch produziert. Überschüssige Milch werde zu Billigstpreisen auf dem Weltmarkt entsorgt», heisst auf der Website von Farmer Solidarity. Für diese Milch werde den Produzenten ein Preis abgerechnet, bei dem jeder Bauer bares Geld verliere.

«Das Geld sollte beim Melken der Kühe verdient werden und nicht beim Melken der Bauern», so die eindeutige Botschaft. Die Promotoren verlangen mit ihrer Petition mehr Transparenz auf dem Milchmarkt und für die Bauern mehr unternehmerische Wahlmöglichkeiten.

Der von der Branchenorganisation Milch (BOM) festgelegte A-Richtpreis für industrielle verarbeitete Molkereimilch wird heftig kritisiert. Seit mehreren Quartalen liegt dieser bei 68 Rp./kg Milch. «Der bei den Bauern ausbezahlte Milchpreis liegt heute 10 bis 20 Rappen tiefer», heisst es unmissverständlich. Ein Richtpreis franko Rampe habe keine Aussagekraft. Deshalb müsse dieser künftig ab Hof festgelegt werden. «Dieser Preis ist für die Bauern massgebend», heisst es folgerichtig.

Zudem fordern die Promotoren auf, dass die Bauern selbst entscheiden sollen, ob sie B- oder C-Milch produzieren wollen. «Wenn er keine Billigmilch mehr liefert, muss er für den Rest einen besseren Preis erhalten», so die Forderung. Viele Betriebe, besonders in topografisch weniger privilegierten Regionen, hätten so wieder eine Perspektive.

Ein Produktionsverbot wird «Billigmilch» wird nicht verlangt. «Wer trotzdem solche billige (Überschuss-)Milch liefern will, soll dies dürfen. Er soll aber auch die vollen Kosten für deren «Verwertung» selbst tragen», heisst es weiter. Besonders störend sei, dass für solche Milch Staatsgelder «missbraucht» würden.

Die Petition beinhaltet vier Forderungen:

– Richtpreis der Branchenorganisation Milch (BOM) gültig ab Hof und nicht franko Rampe
– Segmentierung: Mengenangaben müssen zwingend in Kilogramm gemacht werden
– Segmentierung muss auf der Stufe Milchproduzent/Milchkäufer eingehalten werden
– Freiwillige Lieferung von Milchmengen unter dem A-Richtpreis («unterpreisige» Milch) muss für die Bauern freiwillig sein.

Bauern, die diese Petition unterstützen möchten, können sich auf der Website eintragen. Verlangt werden Name, E-Mail und TVD-Nummer. Bis jetzt ist die Beteiligung noch bescheiden. Am 21. März um 16.45 Uhr haben sich 32 Milchbauern und 209 Konsumenten eingeschrieben. 

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