Dienstag, 28. September 2021
10.09.2021 13:56
Milchmarkt

Mooh: 7 Rappen mehr in 5 Jahren

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Von: blu

Vor fünf Jahren wurde die Mooh Genossenschaft gegründet. Sie ist mittlerweile die grösste Milchhändlerin der Schweiz. Und sie hat nach eigenen Angaben während dieser Zeit den Produzentenpreis steigern können.

Im Juni 2016 kam es in der Schweiz zu einer Mega-Fusion. Die Miba und die Nordostmilch AG fusionierten zu Genossenschaft Mooh. Es entstand die grösste Schweizer Milchhandelsorganisation, die rund 600 Millionen Kilo Milch von 3500 Bauern unter sich vereinte.

«Am Wachstum partizipieren»

Der designierte Präsident der neuen Organisation, Robert Bischofberger, sprach denn auch von einem guten Tag für den Schweizer Milchmarkt. Er wertete die Gründung von Mooh als sehr positives Zeichen: «Wir glauben an die Zukunft des Schweizer Milchmarktes und wir glauben an Swissness.»

Man dürfe nicht vergessen, dass man sich trotz des aktuell schwierigen Marktumfeldes in einem weltweit wachsenden Markt für Milchprodukte befände und es künftig darum gehen werde, an diesem Wachstum partizipieren zu können. Im Juli 2016 startet Mooh mit einem Basispreis von 57 Rp./kg bei ÖLN-Milch, 63 Rp. für ÖLN-silofrei und 84 Rp. für Biomilch.

Mit der Übernahme des Milchvermarktungsgeschäfts von Prolait am 1. Januar 2018, es handelt sich um eine Milchmenge von 75 Millionen Kilo, und der Biomilchpool GmbH ab 1. April 2018 (rund 50 Mio. kg jährlich) stieg Mooh zur schweizweit führenden Milchvermarktungsorganisation.

Mooh ist aus der Zusammenführung des Milchhandelsgeschäfts der MIBA Genossenschaft und der Nordostmilch AG entstanden. Später kamen 400 Prolait-Industriemilch- und 270 Biomilchpool-Produzenten hinzu.
zVg

60 Milchabnehmer

Im Sommer 2021 feierte die Genossenschaft ihr 5-jähriges Jubiläum. Und die Verantwortlichen hoben die Erfolge hervor. «Der Milchpreis für ÖLN-Silomilch konnten wir im Vergleich des ersten zum fünften Jahr um über 7 Rappen pro Kilogramm steigern», lässt sich der heutige Mooh-Präsident Martin Hübscher in einer Mitteilung zitieren. Auch bei den anderen Milchsorten gab es einen Anstieg: 8.6 Rp./kg bei ÖLN-silofrei und 0.9 Rp./kg bei Bio-Silomilch. Die Produzentenpreise stiegen aber nicht linear, sondern es gab immer wieder Schwankungen.

Die Mooh sei mit über 60 Kunden breit aufgestellt und könne auf Nachfrageverschiebungen optimal reagieren. «Da wir zudem als Produzentenorganisation vollkommen unabhängig sind, leiteten wir die Milch in die wertschöpfungsstarken Kanäle», hält Mooh- Geschäftsführer René Schwager fest. Der daraus entstehende Mehrerlös werde in Form eines höheren Milchpreises an die Mitglieder weitergegeben. «Seit der Gründung sammelt Mooh auch dezentral Milch, denn als nationale Organisation sind insbesondere auch die Randregionen wichtig», schreibt Mooh weiter.

Heute vermarktet Mooh rund 630 Mio. Kilo Milch. Ein Viertel der noch knapp 18’400 Milchbauern der Schweiz sind Mitglied der Genossenschaft. In der Schweiz werden pro Jahr rund 3,4 Mrd. Kilo Milch produziert.

Mooh

Die Mooh zählt rund 3900 Milchproduzentinnen und –produzenten als Mitglieder, sie ist damit die führende Milchproduzentenorganisation in der Schweiz. Sie ist in 20 Kantonen in der West-, Nord- und Ostschweiz tätig. Täglich transportiert sie rund 1,5 Mio. kg Milch zu ihren Kunden. Die Genossenschaft hat sowohl Beteiligungen an der Käserei Laubbach AG in Waldkirch (SG), sowie an der Swissmooh AG in Winterthur (ZH)

In den vergangenen 5 Jahren handelte Mooh insgesamt 2,7 Mrd. Kilo Milch.
Mooh

Brückenschlag zu Konsumenten

Die Genossenschaft will auch in Zukunft erfolgreich am Markt arbeiten.  Die Basis dafür sei die Vision, so Mooh. Diese wurde nun aktualisiert: «Mooh geht wertschätzend neue Wege für ihre Milchbauern, inspiriert Kunden mit Vielfalt und schafft durch Glaubwürdigkeit Nähe zum Konsumenten. Damit macht Mooh für alle mehr aus ihrer Milch.»

Die Händlerin sucht also den Brückenschlag zu den Konsumenten. Durch den Ansatz «alles aus einer Hand bis hin zum Produzenten zurück» will Mooh Nähe zum Konsumenten schaffen.  Zentraler Ansprechpartner für die Genossenschaft bleibe zwar der Milchbauer. Wichtig sei aber, dass Mooh ihre Aufgabe für ihre Genossenschafter ohne die Kunden und Konsumenten nicht erfüllen könne.

«Wenn der Konsument keine Milch und Milchprodukte beim Mooh-Kunden kauft, wird der Kunde keine Milch bei Mooh kaufen. Und so gibt es kein Milchgeld für die Produzenten», heisst es in der Mitteilung. «Wir sind überzeugt, mit dieser Vision und unserem neuen Claim voll ins Schwarze getroffen zu haben. Damit machen wir mehr aus unserer Milch», ist Hübscher überzeugt.

5 Jahre wurden gefeiert

Die Produzenten durften von einer Cheezy-Box profitieren, die Mitarbeitenden erlebten einen ausgiebigen Teamanlass und die Transporteure wurden zum Transporteuren-Anlass eingeladen. Die Kunden wurden Ende August auf den Mattenhof in Flawil SG von Mooh-Mitglied Werner Iten in den Stall eingeladen. Der Kuhflüsterer Christian Manser zeigte den Kunden, wie viel Arbeit hinter einem Liter Milch steckt. Anschliessend widmeten sie sich in der Gruppe intensiv einer Kuh und bereiteten sich auf deren Präsentation in der Arena vor. Dort überzeugten sie das Publikum von den Vorzügen ihrer Kuh.

Die beste Kuh wurde durch die Jury mit Lisa Stoll, Hanspeter Kern sowie Robert Bischofberger sowie einem Voting für das beste Gruppenbild erkoren. «Für uns war das ein absolut gelungener Nachmittag und Abend. Unsere Kunden haben gesehen, wie viel es braucht, um nur einen Liter Milch zu produzieren. So kommen wir auch näher zu ihnen und können gemeinsam mehr aus Milch machen», sagt Hübscher.

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2 Responses

  1. Wenn es aufwärts geht ist die Mooh schuld , wenn es abwärts geht diejenigen die den Markt nicht verstehen… das wiederholte Window Dressing aus ZH ist nur schwer zu ertragen!

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