Mittwoch, 29. September 2021
12.02.2020 18:17
Milchmarkt

Tiefste Milchproduktion seit 2007

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Von: Reto Blunier

Die tiefen Milchpreise hinterlassen Spuren am Milchmarkt. Gemäss TSM Treuhand war Milchproduktion seit 12 Jahren nie mehr so tief. Und auch die Anzahl Milchbauern hat sich weiter verkleinert. Die Schweiz zählte Ende 2019 noch 19’000 Milchproduzenten.

Die tiefen Preise, insbesondere für Molkereimilch, wirken sich auf die Milcherzeugung aus. Seit August 2018 ist diese in der Schweiz rückläufig. Mit 3‘399‘271 Tonnen produzierter und in Verkehr gebrachter Milch wurde 2019 die Marke von 3.4 Mio. Tonnen knapp verfehlt. Gegenüber 2018 nahm die Produktion um 1.6 Prozent oder 55‘157 Tonnen ab.

7000 Betriebe weniger als 2010

Gemäss TSM lieferten die Schweizer Milchproduzenten letztmals im Jahr 2007 mit 3‘260‘088 Tonnen Milch noch weniger Milch ab. Damals bestand noch das System der Milchkontingentierung, welches per 30. April 2009 aufgehoben wurde.

Immer weniger Bauern produzieren Kuhmilch – an diesem Fakt hat sich auch 2019 nichts geändert. Vergangenes Jahr haben 520 Betriebe die Produktion aufgegeben. Damit zählte die Schweiz Ende 2019 noch 19‘048 Milchbauern. Die Marke von 19’000 dürfte in diesem Jahr klar unterschritten werden.

Noch im Jahr 2010 zählte die Schweiz 26’000 Milchbauern. Seitdem haben rund 7000 Betriebe mit Melken aufgehört. 2015 haben 832 Betriebe die Produktion aufgegeben. 2016 sind 778 Betriebe ausgestiegen. 2017 zogen sich 776 Betriebe aus der Produktion zurück. Und 2018 haben 643 Bauern die Produktion beendet.

69 Betriebe mit mehr als 1 Million Kilo

Wie bereits im Vorjahr liegt der Rückgang bei sämtlichen Grössenklassen, die weniger als 300‘000 kg Milch pro Jahr produzieren. Die grösste Zunahme stellte sich bei Betrieben mit einem Produktionsvolumen zwischen 500’000 und 1 Million Kilo ein. In dieser Grössenklasse hat die Anzahl Produzenten um 43 Einheiten zugenommen. 2019 zählte die Schweiz 69 Betriebe, die mehr als 1 Million Kilo Milch produzieren. Das sind 2 mehr als 2018. 

Die 16‘478 Milchproduzenten mit einer Produktion von bis zu 300‘000 kg erreichen zusammen eine Milchmenge von insgesamt 2‘058‘079 Tonnen oder 62.6 Prozent der Gesamtproduktion. Die 2‘570 grössten Milchproduzenten mit einer Menge von über 300‘000 kg tragen bereits über einen Drittel oder 1‘230‘915 Tonnen (37.4 Prozent) zur Jahresproduktion bei.

195‘000 Tonnen Käse produziert 

Die Käseproduktion hat im Jahr 2019 weiter zugenommen. Mit einer Produktion von 195‘114 Tonnen wurde erneut eine Höchstmarke erreicht. Mit Ausnahme der Kategorie Hartkäse, welche leicht zurückgegangen ist, haben alle übrigen Kategorien zulegen können. Bei den bekannten Käsesorten verzeichnete die Produktion von Bündner Bergkäse mit einer Zunahme von +13.5 Prozent auf 994 Tonnen die höchste Zunahme. Weiter angestiegen ist die Produktion von Vacherin Fribourgeois AOP (+7.0 Prozent, 2‘903 Tonnen), Schweizer Raclettekäse (+2.9 Prozent, 15‘693 Tonnen), Sbrinz AOP (+2.1 Prozent, 1‘508 Tonnen) sowie Le Gruyère AOP (+1.8 Prozent, 29‘818 Tonnen). Le Gruyère AOP ist zudem der meistproduzierte Käse in der Schweiz gefolgt von Mozzarella, Emmentaler AOP und Schweizer Raclettekäse.

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