Donnerstag, 18. August 2022
21.04.2022 08:14
Neuseeland

Weltmilchmarkt: Lockdown wirkt sich aus

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Von: aiz

Bei der jüngsten Auktion an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) vom 19. April waren die Preise für Standard-Milchprodukte in allen Kategorien rückläufig. Die Notierungen für Voll- und Magermilchpulver verbuchten ein deutliches Minus, aber auch Butter und Cheddar-Käse wurden geringer bewertet. 

Der GDT-Index, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, gab gegenüber dem vorhergehenden Event um 3,6% nach. Es war dies der dritte Rückgang in Folge. Zu Jahresbeginn 2022 war der Index noch stark gestiegen und hatte Rekordwerte erreicht.

Deutliches Minus bei Milchpulver

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) verringerte sich beim jüngsten GDT-Event im Durchschnitt aller Kontrakte um 1,3%. Bei Butter wurde ein deutlicher Rückgang von 3,7% verzeichnet, die Notierung für Cheddar-Käse gab im Schnitt um 3,9% nach, während die Kurse für Laktose um 2,4% sanken.

Auch auf dem Pulvermarkt tendierten die Notierungen diesmal klar nach unten: Bei Magermilchpulver wurde der seit August 2021 beobachtete starke Preisanstieg gestoppt, der Kurs fiel um 4,2%. Der Index für Vollmilchpulver gab zum dritten Mal in diesem Jahr nach, und zwar um 4,4%. Vollmilchpulver ist mit einem Mengenanteil von rund 60% das meistgehandelte Produkt dieser Auktion.

In Summe wurden bei der jüngsten GDT-Auktion Molkereiprodukte im Umfang von 22’179 t verkauft, damit war die Menge höher als bei der vorhergehenden Auktion (21’511 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter verringerte sich auf 155.

Chinesische Lockdowns bremsen Nachfrage

Die Analysten führen den jüngsten Indexrückgang auf mehrere Faktoren zurück. Der Krieg in der Ukraine wirke sich auch hier negativ aus, das Gleiche gelte für die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten in Sri Lanka. Die Corona-Pandemie verursache nach wie vor Logistikprobleme.

Vor allem aber führten die Lockdowns in zahlreichen grossen chinesischen Städten wie Shanghai zu einem gebremsten Konsumverhalten. China sei immerhin der grösste Importeur am Weltmilchmarkt, so die Experten. Bei der vorletzten GDT-Auktion hatten Käufer aus Nordasien ihre Bezüge von Vollmilchpulver fast halbiert, während Bieter aus Südostasien und Afrika deutlich mehr Ware orderten.

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One Response

  1. Hoffentlich machen es die 7 Bundesräte nächsten Herbst, wenn die normale Grippe wieder kommt, nicht den Chinesen nach!

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