Montag, 8. März 2021
18.01.2021 14:46
Deutschland

Milchpreisabschläge für Anbindehalter in Kritik

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Von: AgE

Bei der Hochwald-Tochter «Almil AG»» in Weiding (Bayern) gibt es seit Jahresbeginn eine Preisdifferenzierung für Milch aus Anbinde- und Laufstallhaltung. 

Wie «top agrar» berichtete, erhalten Produzenten mit Kühen in Laufställen oder einer anerkannten Kombinationshaltung einen Zuschlag von 0,5 Cent/kg Milch (0,46 Rp.), der Milchbauern mit ganzjähriger Anbindehaltung vorenthalten wird.

Ab 2022 2 Cent weniger

Ab 2022 erwartet diese Landwirte dann sogar ein Abzug von 1,5 Cent/kg (1,4 Rp.), so dass sich die Differenz auf 2 Cent/kg (1,86 Rp.) belaufen wird. Das geht laut top agrar aus dem vierjährigen Milchliefervertrag zwischen der MEG Altötting- Mühldorf und der Almil AG hervor, der Ende 2020 abgeschlossen wurde.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) bezeichnete diese Preisgestaltung am 13. Januar als «unsolidarisch» und als «Resultat der mangelnden Marktstellung der Milcherzeuger gegenüber ihren Abnehmern». Wieder einmal bekämen Milcherzeuger zu spüren, wer «Herr im Haus» sei, wer bestimme, wo es lang gehe.

Mangelnde Solidarität

«Es ist aber auch ein Zeichen mangelnder Solidarität innerhalb der Milcherzeugergemeinschaften, die solche Verträge unterzeichnen», stellte der Vorsitzende des BDM-Teams Bayern, Manfred Gilch, fest. Die Milch der von den Abzügen betroffenen Betriebe sei von gleich guter Qualität und es sei anzunehmen, dass diese zumindest in grossen Teilen in die gleiche Verwertungsschiene fliessen werde.

Für den anderen bayerischen BDM-Vorsitzenden Hans Leis rächt sich jetzt, «dass die unter dem ehemaligen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner erarbeitete Vereinbarung zwischen Landesregierung, Molkereiindustrie und Verbänden der Milchviehhalter, mit der eine zehnjährige Übergangsfrist für die ganzjährige Anbindehaltung angestrebt wurde, am Veto des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) gescheitert ist».

Deshalb seien die Molkereien jetzt wesentlich freier, ohne Rücksicht auf die Milchviehhalter ihre wirtschaftlichen Interessen zu verfolgen. Das vom Bundeskartellamt in seiner Sektoruntersuchung Milch festgestellte Marktmachtgefälle zu Ungunsten der Milchviehhalter «sollte auch die Vertreter des Bauernverbandes endlich zur Aufgabe ihres Widerstandes gegen Strategien, die die Marktstellung der Milchviehhalter deutlich verbessern könnten, bewegen» forderte der BDM. Solch eine zukunftsfähige Lösung hatte der BDM in seiner Sektorstrategie 2030 beschrieben.

6 Responses

    1. Wenn Du die Kühe meinst, hast Du Recht. Beim Scheissen Stromschlag und ständig an der Kette, da Raus nur auf dem Papier erfolgt…. Korrekte Anbindehalter sind die Ausnahme…..

  1. Und ich als Klauenpfleger beobachte seit Jahren, dass die Kühe aus Laufställen viel die schlechteren Klauen aufweisen als ihre Artgenossinnen aus Anbindehaltug….und wenn das Fundament nicht stimmt kannst du auch noch so ein Schönes Objekt drauf stellen, es funktioniert nicht….??

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