Sonntag, 17. Januar 2021
04.12.2020 15:34
Organisationen

«Nationalratsentscheid ist ungenügend»

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Von: blu

Wie der Ständerat hat auch der Nationalrat zu einem Absenkpfad für Nährstoffe Ja gesagt. Der Bundesrat soll die Ziele festlegen. Für Bio Suisse reicht das als Antwort noch nicht aus, um den Trinkwasser- und Pestizidverbots-Initiative begegnen zu können.

Der Ständerat hat im September einen Absenkpfad für Nährstoffverluste beschlossen. Dem hat sich am Mittwochabend der Nationalrat angeschlossen.

Keine konkreten Reduktionsziele

Die mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken für Flüsse und Seen, naturnahe Lebensräume und als Trinkwasser genutztes Grundwasser sollen gemäss Vorlage bis 2027 um 50 Prozent reduziert werden, dies gegenüber dem Mittel der Jahre 2012 bis 2015. Ist absehbar, dass das nicht gelingt, muss der Bundesrat handeln.


Gesenkt werden sollen auch die Nährstoffverluste der Landwirtschaft. Konkrete Reduktionsziele nennt die Vorlage aber nicht. Der Nationalrat hat sich hier dem Ständerat angeschlossen. Stickstoff und Phosphor müssen demnach bis 2030 im Vergleich zum Mittel von 2014 bis 2016 «angemessen reduziert» werden.

Kein indirekter Gegenvorschlag

Formell ist der von der ständerätlichen Wirtschaftskommission (WAK-S) ausgearbeitete Gesetzesentwurf zwar kein indirekter Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative und zur Pestizidverbots-Initiative. Er soll den Volksbegehren aber Wind aus den Segeln nehmen. Der Nationalrat konnte die Vorlage am Mittwoch aus Zeitgründen nicht zu Ende beraten.

Griffige Antworten vonnöten

Für Bio Suisse geht das noch zu wenig weit: «Die Initiativen verlangen griffige Antworten, der Nationalratsentscheid ungenügend.» Zwar begrüsst die Organisation, dass der Absenkpfad Pestizide mit einem Absenkpfad Nährstoffe kombiniert wird und Transparenz geschaffen wird. Die Probleme bei Pestiziden und Nährstoffüberschüssen seien aber sehr unterschiedlich und mutlos angegangen worden.

Von den ursprünglich ambitionierten Zielen der parlamentarischen Initiative sei aber nicht mehr viel übrig. Ein Absenkpfad mit Zielwerten für Pestizide hätte gesetzlich festgeschrieben und zusammen mit der Agrarpolitik 2022+ verankert werden sollen, kritisiert die Organisation. «Als Nächstes muss deshalb die Agrarpolitik deblockiert werden, um ein ausgewogenes Massnahmenpaket zu erhalten», hält Bio Suisse in einem Communiqué fest.

Agrarpolitik deblockieren

Die parlamentarische Debatte habe über weite Strecken den Eindruck erweckt, dass die Probleme von vielen Votanten gar nicht erkannt oder bewusst negiert worden seien. «Auch dass agroökologische Produktionssysteme wie Bio oder IP bereits auf dem Absenkpfad unterwegs sind und von der Politik dringend flankierende Massnahmen erwarten, wurde nicht gewürdigt», moniert Bio Suisse. Das starke Signal der Politik sei ausgeblieben.

Bio Suisse fordert darum das Parlament auf, Nägel mit Köpfen zu machen. Zwei Punkte sollen umgesetzt werden:

  • am 14. Dezember im Ständerat Bundesrat Parmelin zu folgen und die Agrarpolitik zu deblockieren. Damit würden die überfälligen und mit der Branche ausdiskutierten Massnahmen zur Lösung der Probleme endlich zur Verfügung stehen. 
  • beim Absenkpfad wieder auf die ursprüngliche Spur zurückzufinden. Die Pa.Iv. soll als glaubwürdige Alternative zu den Initiativen dienen können und mit der Agrarpolitik verknüpft werden. 

9 Responses

  1. Absenkungen fordern aber dann doch konventionelle Schweinegülle auf den Bioäckern ausbringen…
    Armselig, ausser sich prostituieren lassen von Coop und Migros und schöne Labelprämien garnieren können sie nichts, aha ja ganz vergessen der Brändli hat lieber Bio Importe von übersee als Kon. Produkte aus der Region.
    Mit solchen Möchtegernorganisationen wird CH Landwirtschaft untergehen!

  2. Der Mensch besteht zu 2/3 aus Wasser, das immer wieder ausgewechselt wird. Und wie gehen wir mit diesem kostbaren Gut um?
    a) Wir scheissen ins Trinkwasser statt für die WC-Spülung auf dem Dach Regenwasser zu sammeln.
    b) Wir vergiften es und wundern uns über hohe Krebszahlen

  3. Leider ist der ganze Hick-hack um die Landwirtschaft ein Schwarzpeterspiel!
    Niemand spricht davon mit wieviel mehr Schadstoffen, Giften und Hormonen unsere anzustrebende 10-Millionen Bevölkerung unsere Umwelt belastet! Das wird vorsorglich schon gar nicht gemessen!

  4. Das sich Bio Suisse aufregt ist nichts als logisch. Vorbei wird es sein mit dieser Hollywoodfassade.
    Die Preise werden weiter erodieren und wenn aber Februar die Arbeitslosigkeit wegen Covid19 zunimmt schert sich niemand mehr um Bio. Gerne hätte man da die hohen Beiträge mit einer unglaubwürdigen AP22+ in trockene Tücher gebracht. Die WAK-S hat das Spiel durchschaut und gab Gegensteuer. Die sehr ressourcenverschwenderische, CO2 fördernde Bio Landwirtschaft, wird sich nicht länger halten können. Mit der neuen AP 26+ wird es nötig sein, die schädliche Bio-Landwirtschaft zu strafen, bzw. die Beiträge massiv zu kürzen, damit nicht noch mehr Importe nötig sind.

  5. Völliger falscher Asatzpunkt, weniger Nährstoffen, tierischer Produktion, heisst weniger Einkommen. Nicht die Nährstoffe sind das Problem, sondern die wirtschaftsweise wie damit umgegangen wird. Würden die Hofdünger fachgerecht aufbereitet, die Böden richtig bearbeitet und bepflanzt, dann wäre die Landwirtschaft Klima Poitiv, jetzt ist die Landwirtschaft in grossen teilen, eine der Grösten Dreck und Gas Schleudern, darum schreit alles, es müssen die Nährstoffe reduziert werden.

    1. Gegen 15% ist der Ausstoss an Klimagasen in Co2-Äquivalenten der Landwirtschaft in der Schweiz. Ein Grossteil davon ist zurückzuführen auf Methan und Lachgas aus der Wiederkäuerhaltung. Mit konsequenter Weidehaltung, Abdecken von Mist und Güllegruben, und Forschung in puffernde Futtermittel liesse sich viel einsparen. Die Produktivität muss aber weiterhin gewährleistet sein. Importieren ist keine Lösung, sondern macht alle Anstrengungen zunichte…

  6. Ach Herr Bernet , der Absenkpfad von N und P wird die Bios Harttreffen . Um die 20% Reduktion hin zu kriegen beim N müssen die Bios N eintrag von der Nährstoffbilanz um 30 bis 50% Reduziehren.
    Beim P Eintrag in die Gewässer ist der Grösse teil über Erosion. Was das heisst ! Die Boden Bearbeitung wird stark Eingeschrenkt .

  7. Bio Suisse sollte lieber mal den Ball flach halten, die Delegierten sind diejenigen welche die die Pestizid Initiative für Gutgeheißen haben und für die Trinkwasser initiativ grossen Zuspruch Teilen. Anstelle dem Parlament Vorwürfe zu machen sollten diese über den eigenen Verrat and der Schweizer Landwirtschaft denken.

  8. Anstatt sich darauf zu konzentrieren die erfolgreichen Nische Bio zu auszubauen, wirkt Bio Siusse mit, den Berufskollegen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Wenn im Bio Bereich ein Absenkpfad Pflanzennährstoffe gewünscht ist, soll er dort gemacht werden. Damit wird ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu IP Produkten als Verkaufsargument erreicht.
    Aufgrund welcher Motivation hackt Bio Suisse auf den Anderen rum? Rache an Bioskeptikern? Ein menschlicher Zug aufgrund versagter Zuneigung.

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