Freitag, 20. Mai 2022
22.01.2022 12:28
Milchmarkt

Rasche Milchpreiserhöhung

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Von: mgt/mge

BIG-M fordert in einer Mitteilung eine rasche und markante Milchpreiserhöhung.

Die aktuell stark ansteigenden Kosten von Energie, Dünger, Futtermitteln usw. setzen den Milchviehbetrieben massiv zu. Eine rasche und markante Milchpreiserhöhung ist unbedingt nötig, wenn weitere Betriebsaufgaben verhindert werden sollen. Das schreibt  BIG-M in einer aktuellen Medienmitteilung.

Bei Bauern kommt wenig an

Leider stiegen bis jetzt im In – und Ausland nur die Preise für Milchprodukte. Bei den Milchbauern komme hingegen davon wenig bis nichts an. Im Gegenteil: Bereits ab Februar ist bei uns mit den üblichen Preisreduktionen zu rechnen, da die Verarbeiter diese seit Jahren eingeplant haben. Es wird lieber Butter importiert, als die höhere Milchmenge im Frühling zu Butter für das Inland zu verarbeiten.

BIG-M stellt fest, das sich in der Milchbranche niemand dafür interessiere, welche Kosten bei der Produktion von Milch anfielen. Die fehlende Kostenwahrheit beim Milchpreis sei nun aber in der jüngsten Medienmitteilung des Milchverbandes Mitte Ost (VMMO) zum Thema geworden. Nach jahrelangem Wegschauen habe der Vorstand dieses Milchverbandes endlich erkannt, dass dies einen direkten Zusammenhang hat mit der grossen Zahl an Betriebsaufgaben. Und er fordere: «Es ist höchste Zeit, dass die Milchkäufer endlich Preise bezahlen, welche die Kostenwahrheit und den Markt auch wirklich abbilden.»

Klares Signal Richtung SMP

BIG-M begrüsst in seiner Mitteilung dieses Erwachen. «Wenn ein so grosser Regionalverband Kostenwahrheit im Milchpreis fordert, dann ist das auch ein klares Signal Richtung SMP (Schweizer Milchproduzenten)», stellt BIG-M Sekretär Werner Locher fest, «nun muss sich nach Jahren endlich auch unser Dachverband von seinen Illusionen verabschieden, dass der Markt für die Nachhaltigkeit der Milchproduktion sorgen wird.»

Denn ein Marktpreis in einem Markt mit vielen Produzenten und wenigen Käufern (Oligopson) wird nach den Gesetzen der Marktwirtschaft nie die Produktionskosten decken! Damit ein kostendeckender Preis realisiert werden kann, brauche es von der Politik allgemeinverbindliche Regeln im Markt, an die sich alle halten müssten. Weiter heisst es im Communiqué, das in der Vergangenheit sowohl der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) wie auch der SMP in der Politik immer gegen solche Regeln lobbyiert habe. Das sei kurzsichtig gewesen und räche sich in der jetzigen Situation.

Hoffnung auf Umbau der Milchpreisgestaltung

Der angezeigte Sinneswandel lasse jedoch Hoffnung aufkeimen, schreibt BIG-M. Hoffnung, dass jetzt ernsthaft und zielorientiert der Umbau der Milchpreisgestaltung angegangen werde. BIG-M hoffe, dass auf diese Worte nun auch Taten folgen werden. In diesem Zusammenhang werde es auch nötig, über die personelle Zusammensetzung der Produzentenvertretung nachzudenken.

 

BIG-M

BIG-M ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Milchproduzenten aus der ganzen Schweiz. Die Milchproduzentinnen sind praktizierende Landwirte, sie haben alle Milchkühe, und sie stehen alle jeden Tag im Stall. Die BIG-M-Gründer melken im Schnitt mehr als 250’000 Kilo Milch pro Jahr – damit gehören sie zu jenen Grossbetrieben, die in den letzten Jahren massiv aufgestockt haben in der Hoffnung, dass damit die Produktionskosten sinken und sich das Melken wieder lohnt. Kontaktpersonen sind Martin Haab, Mettmenstetten; Toni Peterhans, Fislisbach und Werner Locher, Bonstetten. www.faire-milch.ch

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14 Responses

        1. Wäre sofort für eine Erhöhung aber dann sofort dz drastisch reduzieren, dann haben wir auch wieder mehr vertrauen in die Bevölkerung.
          Mit drastisch meine ich sehr drastisch bis ganz streichen.
          Dafür Milchpreis um die 80rp einpendeln

          1. DAS wäre DIE Lösung! Aber dann hat uns der Bund nicht mehr in der Hand. Das gleiche kommt beim Mediengesetz. Wer bezahlt, der befiehlt. Einfach nur traurig!!

          2. Nachtrag,
            Milch Preis für 1fr./ Kg Milch ist auch ok, finde einfach ab 180 tausend Kilo Milch müsste danach eine gestaffelte Reduktion beim Milchpreis geben weil kann ja auch nicht sein jemand wo 250 tausend Kilo Milch melkt 1/4 Millionen Milchzahltag bekommt oder sogar eine 1/2 Million bei 500 Kilo Milch.

          3. Liebe Bauern, habt ihr euer Direktzahlungsprotokoll schon mal studiert? Wie wollt ihr eure Leistungen im Umwelt- und Naturschutz Bereich abgelten lassen? Über den Milchpreis? Was ist mit den Betrieben ohne Milchproduktion? Nicht all unsere Leistungen, und genau das sind sie, lassen sich durch höhere Produktpreise abgelten. Wenn wir diese Aufgaben weiterhin wahrnehmen, müssen sie zwingend durch Bundesbeiträge/Direktzahlungen abgegolten werden. Auch um Berg- u. Talproduktion auszugleichen.

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