Sonntag, 7. März 2021
16.12.2020 12:10
Milchmarkt

«Richtpreiserhöhung umsetzen»

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Von: blu

Der Verkauf von Milchprodukten hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat deshalb beschlossen, den Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment per 1. Januar 2021 um 2 Rappen pro Kilo zu erhöhen. Die Schweizer Milchproduzenten fordern die Branche auf, die Erhöhung umzusetzen.

Die Corona-Pandemie hat die Schweiz fest im Griff. Dies wirkt sich auch im Detailhandel aus. Der Verkauf von Lebensmitteln im Inland hat deutlich zugenommen, insbesondere auch von Milchprodukten. Zudem war der Einkaufstourismus rückläufig.

Die hohen Mehrverkäufen von Molkereiprodukten und Käse hat gemäss BOM die Nachfrage nach Milch stark stimuliert. Der Richtpreis für A-Milch im Molkereimilchsegment wird deshalb per 1. Januar 2021 um 2 Rappen auf 73 Rp./kg angehoben. Der höhere Richtpreis gilt (vorerst) für die ersten beiden Quartale 2021 (Januar bis Juni).

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) sind über den Entscheid erfreut. «Die Erhöhung des A-Richtpreises ist im aktuellen Marktumfeld mit gutem Absatz und knappen Butterlagern zwar keine Selbstverständlichkeit, aber sehr marktkonform», heisst es in einer Mitteilung von Mittwoch. Die Produzentenvertreter in der BOM hätten sich einstimmig für eine Richtpreiserhöhung eingesetzt.

Die Erhöhung müsse aber nun in den Verhandlungen eingefordert werden. Die SMP sehen hier eine positive Entwicklung. «Erste Signale deuten darauf hin, dass die Milchverarbeiter und der Detailhandel die Erhöhung des Richtpreises umsetzen und die Milch- und Rahmpreise (Käsereien) erhöhen werden», heisst es im Communiqué. Ob die Erhöhung realisiert werden konnte, lasse sich zeitnah im SMP-Milchpreismonitoring beobachten.

Praxis bei Suisse Bilanz einbeziehen

Mit der Suisse Bilanz werden die Stoffflüsse auf dem Landwirtschaftsbetrieb bilanziert. Die Eckwerte werden nun für 2021 weiter angepasst respektive verschärft, schreiben die SMP. «Dies wird nach ersten Schätzungen bei sehr vielen Betrieben deutliche Spuren hinterlassen. Sehr störend ist, dass viele Eckwerte für diese komplexen Berechnungen (beispielsweise der Futterverzehr beim Milchvieh, Maiserträge etc.) veraltet sind und nicht dem Stand der Technik entsprechen», halten die SMP fest.

Für den Dachverband der Milchproduzenten ist nicht nachvollziehbar, dass die Praxis in diesem verwaltungsinternen Prozess kaum einbezogen wurde. Die SMP fordern daher, dass in der Begleitgruppe («groupe technique») auch «Praktiker» Einsitz nehmen und die «Techniker» in der Gruppe auf die Umsetzbarkeit hinweisen. Zudem mache es wenig Sinn, die Bilanzierung auf ein Jahr auszurichten.


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