Sonntag, 29. November 2020
15.11.2020 16:01
Deutschland

„Schluss mit lustig“

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Von: AgE

Tierhalter machen vor Schlachthöfen und Molkereien auf ihre ruinöse wirtschaftliche Situation aufmerksam

Zahlreiche Bauern haben vergangene Woche vor Schlachthöfen und Molkereien in ganz Deutschland auf die ruinöse wirtschaftliche Situation in der Tierhaltung aufmerksam gemacht und eine deutliche Anhebung der Erzeugerpreise verlangt. Bei der Aktion unter dem Motto „Schluss mit lustig“, organisiert vom „Milchdialog“ des Bundesverbandes Deutscher Milchviehalter (BDM), der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Land schafft Verbindung Deutschland (LsV), dem European Milk Board (EMB) und den Freien Bauern, wurde den Marktpartnern ein konkretes Forderungspapier überreicht.

Darin wird eine gerechtere Verteilung der Erlöse innerhalb der Wertschöpfungskette angemahnt. Konkret wird verlangt, den Milchpreis um mindestens 15 Cent/kg anzuheben. Bei Schweinen müsse es für das Kilogramm Schlachtgewicht 50 Cent und bei Rindern einen Euro mehr geben. Für Geflügel wird eine Preisanhebung um 20 Cent/kg verlangt. Die Situation der Betriebe sei massiv existenzbedrohend, betonten die Landwirte.

So sei bei der Milcherzeugung rund ein Drittel der derzeitigen Kosten nicht gedeckt, während die Anforderungen an die Betriebe und damit auch die Kosten weiter stiegen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zeigte Verständnis für die Protestaktion, denn Corona-Pandemie und Afrikanische Schweinepest (ASP) hätten zusammen mit der erneuten Schließung der Gastronomie den Preisverfall bei Milch und Fleisch beschleunigt. Die Erzeuger stünden vor kaum mehr lösbaren Problemen. Es würden Milliarden ausgegeben, zum Beispiel zur Rettung von Werften, doch in der Landwirtschaft werde dem Höfesterben achselzuckend zugesehen.

Kleine Betrieb können nicht standhalten

Es seien vor allem die kleinen bäuerlich geprägten Betriebe, die dem Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels nicht standhalten könnten. „Wir brauchen endlich kostendeckende Rohstoffpreise“, forderte Backhaus. Die bisherigen Eingriffe in das Kartellrecht seien nicht ausreichend. „Es ist für mich unerträglich, dass die Milliardengewinne des Lebensmitteleinzelhandels einhergehen mit dem Niedergang eines Berufszweiges, dem wir im wahrsten Sinne des Wortes ´unser täglich Brot´ verdanken“, so der Minister. Vorschläge eingefordert „Wir Bäuerinnen und Bauern müssen selbst formulieren, was wir brauchen und können nicht darauf warten, dass uns jemand freiwillig ein paar Krümel abgibt“, erklärten die Teilnehmer des Milchdialogs.

Von den Marktpartnern werde erwartet, dass sie den Ernst der Lage wahrnähmen und alles dafür täten, dass die dringend benötigten Mehrerlöse für die tierhaltenden Betriebe auch erwirtschaftet werden könnten. „Wir unterstützen unsere Verarbeiter gerne dabei, sind es aber leid, abgewimmelt und im Kreis geschickt zu werden, vom Handel über den Verbraucher, über die EU und den globalen Markt und wieder zurück“, so die Verbände.

Diese kündigten an, diese Woche  zurückzukehren, um die Stellungnahmen der Verarbeiter abzuholen. Es würden substanzielle Rückmeldungen und Vorschläge erwartet, die erkennen liessen, dass nicht auf Zeit gespielt werde. Letztlich seien alle Beteiligten der Wertschöpfungskette bis hin zur Politik gefordert, mit entsprechenden Rahmenbedingungen wirklich gewinnbringende Marktpreise zu erzielen. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass keiner etwas unternehme. Bereits im August hatten die Verbände des Milchdialogs ein Umsteuern in der Agrarpolitik gefordert, hin zu existenzsichernden Marktpreisen sowie einer angemessenen Entlohnung von Umwelt- und Tierwohlleistungen..

Dabei müsse es eine Abkehr von der Ausrichtung auf eine globale Wettbewerbsfähigkeit über Billigpreise geben, und bei internationalen EU-Handelsabkommen müssten die hiesigen hohen Standards gelten. 

16 Responses

    1. Jeder soll selber entscheiden, wie viel Fleisch er essen will. Wir brauchen hier keine Bevormundung! Die Tiere in der Schweiz werden bereits artgerecht gehalten.

  1. Lebewesen als ,,Rohstoff“ oder um was geht’s eigentlich!? Geld auf dem Rücken der Tiere! Profit und Wertschöpfung!? Lebenswert in der Schöpfung!?
    Sehr fragwürdig des Menschen Handeln…

      1. Die Schöpfung in allen Ehren, aber mir geht es mehr um Biologie: Der Mensch ist dazu geschaffen, Fleisch und andere tierische Erzeugnisse zu konsumieren, wir sind die Spitze der Nahrungskette!

      2. Was sind sie den für ein Vogel? Hat innen das der Schöpfer persönlich gesagt das man andere Lebewesen ausnutzen, quälen, um die ganze Welt transportieren, mit Antibiotika vollpumpen etc. Soll?

        1. Wo hat Gott das persönlich gesagt heisst, Gott in Person hat das Noah gesagt und das gilt allen Nachkommen Noahs: 1. Mose 9,3: „Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich’s euch alles gegeben.“
          @Kurt Meier: Wo bleibt Ihre Allgemeinbildung? Und die Entschuldigung für Ihre Beleidigung?

        2. Welche Lebewesen werden ausgenutzt, gequält, um die ganze Welt transportiert und mit Antibiotika vollgepumpt (hier bei uns in der Schweiz)? Das, was Sie sagen ist reine Polemik.
          Ausserdem, werden nicht auch Menschen (Kinder) abgetrieben (seit den 70er Jahren weltweit eine Milliarde!), gequält, … ? Kümmert Sie die Tiere mehr als die Menschen?
          Oder heute werden die Menschen unnötigerweise mit der Maske gequält. Wo bleibt Ihr Protest dagegen?

  2. Dass man auf Fleisch nicht verzichten kann, ist für mich schwierig zu verstehen. Muss denn dies so weitergehen ? Was man für den Gaumen, alles in Kauf nimmt….. wenn ich das Bild anschaue, unwohl …

  3. Das ganze immt immer mehr eine scher schlechte Wendung. Zu viele Tiere, schlechte oder besser katastrophale Tierhaltung, Transport und Schlachtung. Das Fleisch muss richtig viel teurer werden. Keine Nutztierhaltung dafür mehr Getreide für die Maschen, weniger Treibhausgase, weniger Phosphate im Wasser, da keine Gülle mehr ausgebracht werden muss. Vielleicht wären Insektenfarmwn eine Alternative? Ich weiss es nicht. Fest steht, dass die Tierhaltung g, so wie wir sie zur Zeit betreiben keine Zuku

    1. @Aleinad: Du solltest dich zuerst richtig und ausgewogen informieren. Die Tierhaltung in der Schweiz ist untadelig.
      Die Vegetarier, Veganer, Tierschützer sind ideologisch verblendet.

  4. Die heute zu beobachtende Tierzucht und Tierhaltung ist mehrheitlich als „verbrecherisch“ und absolut grausam zu bezeichnen! Beispiele: Nerze, enthornte Kühe, Schweine in winzigen Ställen, Spaltenböden, Stopfgänse etc. etc. Nicht vegan muss es sein, aber mindestens 2 Tage pro Woche fleischlos, das wär doch toll!… und zudem noch gesund!
    Nachdenken, nachmachen….

    1. @Rudolf Forster: Sie sind wahrscheinlich noch nie auf einem Bauernhof gewesen, wo diese „grausame Tierhaltung“ betrieben wird. Diese gibt es nur in der Propaganda der militanten „Tierschützer“ (, die oft Menschen- und Gottesfeinde sind).

  5. Das sind Trugbilder der ideologischen Grünen! Allesamt im Ausland aufgenommen oder schlichtweg „Fake“ Zu den von Ihnen angeführten Beispielen: Nerzfarmen gibt es in der Schweiz nicht, genauso wie Stopfgänse, für Schweine und alle anderen Nutztiere gibt es sehr strenge Auflagen, auch was den Platz anbelangt, Vollspaltenböden bei Schweinen sind schon länger verboten, die Enthornung ist absolut ungefährlich und führt den Tieren keinen Schaden zu, etc. pp. Bitte machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

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