Freitag, 30. September 2022
13.12.2021 18:00
Jubiläum

«Wer verkaufen will, muss online sichtbar sein»

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Von: Jasmin Vultier

Jasmin Vultier, Projektleiterin «Vom Hof», Schweizer Bauernverband, sagt, auf was es bei der Online-Vermarktung ankommt.

Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass die Welt sich heute Lebensmittel so selbstverständlich im Internet bestellt wie elektronische Geräte? Wohl die wenigsten!

«Vom Hof»

Alles läuft mittlerweile online ab: das Bezahlen, der Kontakt mit Freunden und Familie, selbst die Partnersuche. Auch die Landwirtschaft kommt nicht drum herum, mit der Digitalisierung Schritt zu halten und sich den veränderten Konsumgewohnheiten anzupassen. Doch diese Entwicklung bringt auch Vorteile!

Wer verkaufen will, muss sichtbar sein! Doch nicht jeder kann und will sich eine aufwendige Webseite leisten. Als Alternative gibt es dafür verschiedene Online-Plattformen, die den Auftritt im Internet ohne technisches Vorwissen ermöglichen – so zum Beispiel «Vom Hof». Über 2700 Betriebe sind bereits auf der Plattform registriert. Für den Betrieb stellt dies eine interessante Alternative zur eigenen Webseite dar, der Hof ist damit kostenlos im Internet zu finden. Auch die Konsumenten profitieren, sie finden über eine zentrale Internetseite alle Höfe in der Region. Im Jahr 2020 verzeichnete «Vom Hof» über 920’000 Seitenaufrufe.

Warum Social Media?

Instagram, Facebook und Co. sind heutzutage in aller Munde. Doch braucht jeder Betrieb einen eigenen Kanal in den sozialen Medien? Die Antwort drauf hängt stark von den eigenen Ressourcen ab. Online präsent zu sein, ist ein zusätzlicher Aufwand neben den alltäglichen Aufgaben. Es ist aber gleichzeitig eine Chance für den Betrieb.

Online einkaufen und auch die Recherche zu Produkten oder Themen erfolgt heute mehrheitlich mit unseren Smartphones. Social Media bietet also die Chance, viele neue interessierte Konsumenten zu erreichen. Gleichzeitig bieten diese Kanäle spannende Möglichkeiten, um der Bevölkerung den Hofalltag zu zeigen und so die Wertschätzung für Schweizer Lebensmittel zu steigern.

Für jeden etwas dabei

Die Plattformen unterscheiden sich punkto Anwendung und Zielgruppen. Facebook bietet über alles hinweg gesehen am meisten Möglichkeiten. So kann damit eine Veranstaltung erstellt, ein Jobinserat aufgeschaltet oder auf die eigene Webseite verwiesen werden. Instagram ist für die Kreativen unter uns. Es gibt viele Gestaltungs-möglichkeiten, was aber sehr zeitintensiv ist.

Dafür hat die Plattform viel Potenzial im direkten Kundenkontakt – so zum Beispiel mit Hilfe von Stories, die mit kurzen Videos Einblicke in den Hofalltag geben. Wer seine (vor allem politische) Meinung zum Ausdruck bringen möchte, sei dies vor wichtigen Abstimmungen, der nutzt Twitter. Auf dieser Plattform tummeln sich viele Medienleute und Politiker. Die jüngste Plattform ist TikTok. Hier werden Videoinhalte veröffentlichen, weshalb es eine der aufwendigsten Plattformen ist. Wir empfehlen für die Vermarktung der eigenen Produkte oder PR-Arbeit Facebook und Instagram.

Trau dich!

Aber was postet man jetzt in den sozialen Medien? Abgesehen von formalen Kriterien wie zum Beispiel Formate der Bilder gilt der Grundsatz «probieren geht über studieren». Da die Online-Welt sehr kurzlebig ist, kann auch mal etwas ausprobiert werden.

Wenn etwas nicht so gut laufen sollte, ist es nach zwei Tagen auch schon wieder vergessen. Generell gilt: Alles, was mit Menschen und Tieren zu tun hat, kommt bei der Bevölkerung gut an. Bauernfamilien sollten daher ihre Arbeit zeigen, die zu den Produkten führt, die sie am Schluss verkaufen.

Digital bezahlen mit Twint

Mit Beginn der Pandemie fanden nicht nur menschliche Kontakte virtuell statt, auch das Bezahlen verlagerte sich in den digitalen Raum. Bargeldloses Einkaufen mit Twint wurde innert kürzester Zeit ein Hit auf dem Hof. Rund 2000 Bauernfamilien nutzen heute Twint auf dem Hof, Marktstand oder Blumenfeld im Einsatz.

Der Konsument scannt den QR-Code im Hofladen selbst und gibt den Betrag ein. Daher ist Twint auch ideal für unbediente Verkaufsstellen. Die Kaufbestätigung erhält der Betrieb bequem per SMS oder E-Mail. Auch hier erleichtert die Digitalisierung einige Arbeitsschritte.

Jasmin Vultier, Projektleiterin «Vom Hof» Schweizer Bauernverband

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