Montag, 27. Juni 2022
08.06.2012 07:08
WTO

WTO-Botschafter Wasescha: Doha-Runde ist nicht tot

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Der Schweizer Vertreter bei der Welthandels-organisation WTO, Luzius Wasescha, geht in den Ruhestand. Am Donnerstag zog er Bilanz über seine 30-jährige Erfahrung und rief die Unterhändler dazu auf, sich an die Arbeit zu machen, um die Doha-Runde aus der Sackgasse zu bringen.

«Die Doha-Runde ist nicht tot», sagte Wasescha im Club Suisse de la Presse in Genf. «Es ist eine Frage der Verpackung. Entweder entscheidet man, die Verhandlungen auf der Basis von einigen Resultaten zu beenden, oder man erarbeitet ein Arbeitsprogramm und macht dann wieder weiter, wenn die Zeiten besser sind», sagte der 66-jährige Diplomat.

Regierungen mit anderen «Baustellen» beschäftigt

Wasescha war Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge und Chef der Schweizer Delegation bei den Verhandlungen über die Doha-Liberalisierungsrunde in der WTO. Seit Arpil 2007 vertrat er die Schweiz bei der WTO; Ende Juli nun geht er in den Ruhestand.

Wasescha verhehlte nicht, dass die WTO in den Hauptstädten nicht mehr auf der Traktandenliste steht, da die Regierungen mit anderen «Baustellen» beschäftigt seien. Zudem halten die Grundmuster von früher laut Wasescha der heutigen Realität nicht mehr Stand.

Kein Nord-Süd-Gefälle mehr

«Wir sind nicht mehr in der Konstellation von Doha», sagte Wasescha. Die Doha-Liberalisierungsrunde war im November 2001 lanciert worden. Heute existiere das Nord-Süd-Gefälle nicht mehr, sagte Wasescha. Mehr als 54 Prozent der Güter würden zwischen Ländern des Südens gehandelt.

Aber ein Zollabbau bei Industrieprodukten in den südlichen Ländern – wo noch hohe Zölle erhoben werden – wecke bei Entwicklungsländern die Angst, dass ausschliesslich die asiatischen Länder und insbesondere China von einer Öffnung der Märkte profitieren würden.

Trotz Ruhestand will Wasescha, der an der Universität St. Gallen lehrt, auch weiterhin verfügbar sein, falls die WTO seine Dienste als Unterhändler braucht, wie er sagte.

Mehr zum Thema
WTO

Mit Okonjo-Iweala tritt erstmals eine Frau und erstmals eine Vertreterin des afrikanischen Kontinents an die Spitze der 1995 gegründeten Organisation WTO. - WTO Nach dem Ende einer monatelangen US-Blockade ist…

WTO

Für rund 36,3 Millionen Franken hat die kanadische Pensionskasse PSP elf Milchviehbetriebe in Australien gekauft. Auf den Farmen mit rund 2‘500 Hektaren Land leben 5‘000 Kühe. Gemäss boerderij.nl liegen die…

WTO

Gespräche über die Milch - auch in Deutschland und Österreich interessant. Eine intensivere und zugleich emotionalere Kommunikation zum Thema Milch ist für mehr Akzeptanz bei den Konsumenten unabdingbar. Dies war…

WTO

Eine Mehrheit der EU-Abgeordneten fordert einer Begrenzung der Transportdauer. Tiertransporte sollen verkürzt und bei Hitze ganz vermieden werden, fordern Abgeordnete des Europaparlaments, die erstmals im neuen Ausschuss für Tiertransporte debattierten.…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE