Freitag, 22. Januar 2021
28.11.2020 11:56
Österreich

Zuckerfabrik wird nicht geschlossen

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Von: aiz

Die Zuckerfabrik in Leopoldsdorf wird nach der Kontrahierung von bereits 38’200 ha Rübenanbaufläche für 2021 und einem einstimmigen Beschluss im Aufsichtsrat der Agrana Beteiligungs-AG fortgeführt.

Nach einem deutlichen Rückgang der österreichischen Zuckerrübenproduktion in den vergangenen Jahren aufgrund eines zunehmenden Schädlingsdrucks, insbesondere durch den Rübenrüssler, sowie sinkender Preise haben das Aus für die Zuckerfabrik Leopoldsdorf und der Verlust von 150 Arbeitsplätzen gedroht.

«In einem Schulterschluss von Politik und Wirtschaft ist es nun gelungen, dieses Szenario abzuwenden und die Versorgung mit heimischem Rohstoff zur Auslastung der beiden Zuckerfabrik-Standorte Tulln und Leopoldsdorf zu gewährleisten», hiess in einer gemeinsamen Mitteilung von Politik, Landwirten und Zuckerfabrik. 

Zur Lebensmittelproduktion Sorge tragen

«Es ist ein wichtiger Tag für die gesamte Landwirtschaft. Wir fühlen uns der heimischen Lebensmittelproduktion verpflichtet und müssen dafür Sorge tragen, dass die Rahmenbedingungen passen – das schulden wir den Bauern, den Produktionsbetrieben und Konsumenten», sagte Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich.  2018 seien rund 11’000 ha oder 90% der Bio-Rüben durch Schädlinge vernichtet worden.

«In einem Schulterschluss zur ‘Rettung des Zuckers’ mit einer Wiederanbauprämie von 250 Euro (270 Fr.) pro ha, falls die erste Saat durch Schädlinge vernichtet wird, der Steigerung der Anbauflächen sowie der Bereitstellung des Saatgutes und einer garantierten Abnahme durch die Agrana ist es gelungen, die Zuckerfabrik in Leopoldsdorf abzusichern», führte Mikl-Leitner weiter aus.

Rübenanbaufläche gesteigert

«Für mich ist entscheidend, dass wir die heimische Zuckerproduktion und die Eigenversorgung absichern. Dazu braucht es den Standort in Leopoldsdorf und die Bauern, die ihn beliefern. Für viele Landwirte war der Anbau von Rüben in den letzten Jahren nicht mehr attraktiv, die Zuckerproduktion war in akuter Gefahr», sagte die österreichische Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

In einer gemeinsamen Kraftanstrengung habe die Rübenanbaufläche wieder auf über 38’000 ha gesteigert werden können. «Damit haben die bäuerlichen Betriebe den Grundstein für den Erhalt des Standortes in Leopoldsdorf gelegt», so Köstinger weiter. 

Bauern dehnen die Rübenfläche aus. Dies führte zur Rettung der Zuckerfabrik.
zvg

«Die Verzweiflung ist ausgeräumt»

«Die Verzweiflung ist ausgeräumt, wir freuen uns, dass wir für die wirtschaftliche Auslastung der zwei österreichischen Zuckerfabriken die erforderliche Rübenanbaufläche von mehr als 38’000 ha zu diesem frühen Zeitpunkt mit den Rübenbauern kontrahieren konnten. Wir bieten Rübenpreise an, die den Rübenanbau attraktiv machen», hielt Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender der Agrana Beteiligungs-AG, fest. 

«Ich bin über die heutige Entscheidung im Aufsichtsrat erleichtert», erklärte Ernst Karpfinger, Präsident der Österreichischen Rübenbauern. «Damit können 150 Arbeitsplätze und die Eigenversorgung Österreichs mit heimischem Zucker abgesichert werden. Ein besonderer Dank gilt der Politik, die mit dem vereinbarten Pakt den Landwirten eine Garantie gibt, sie bei einem erforderlichen Wiederanbau nach Schädlingsbefall finanziell zu unterstützen, und sich zum Pflanzenschutz bekennt», so Karpfinger weiter. 

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