Samstag, 6. März 2021
22.01.2021 18:04
Abstimmung

Agrarinitiativen: SOBV sagt klar Nein

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Von: mgt

Am 13. Juni 2021 kommen die Trinkwasser- und Pestizid-Verbotsinitiative zur Abstimmung. Der Vorstand des Solothurner Bauernverbandes (SOBV) lehnt die beiden Begehren einstimmig ab.

Die Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung sowie die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide zur Abstimmung sind für die Schweizer Landwirtschaft richtungsweisend. Bei einer Annahme kommt es zu einschneidenden Veränderungen. Der Schweizer Bauernverband und mit ihm zahlreiche andere bäuerliche Organisationen haben die Abstimmungskampagne gegen die Initiativen gestartet.

Negativer Effekt auf Umwelt

Auch der Solothurner Bauernverband (SOBV) hat sich mit den Initiativen befasst. Für den SOBV wecken bereits Titel falsche Erwartungen. «Es wird vorgegaukelt, dass für die Konsumenten die Produktion von qualitativ hochstehenden Lebensmitteln ohne den Einsatz von Hilfsmitteln möglich sei», heisst es in der Mitteilung.

Die beiden «extremen Agrarinitiativen» sind aus Sicht des SOBV klar abzulehnen. Denn bei einer Annahme sinke die Produktion und Verfügbarkeit von Schweizer Lebensmitteln stark. «Da bei der Trinkwasserinitiative die Betriebe ohne Direktzahlungen nicht mehr an den ökologischen Leistungsnachweis gebunden wären, hätte dies insgesamt einen gegenteiligen Effekt für die Biodiversität und die Umwelt», warnt der SOBV. Zudem dürften die Betriebe, auch Biobetriebe, kein Futter für ihre Tiere zukaufen.

Sinkender Selbstversorgungsgrad

Bei einem Ja zur Pestizid-Verbots-Initiative befürchtet der Verband einen markant tieferen Selbstversorgungsgrad, da nur noch die Produktion, der Verkauf sowie der Import von Bioprodukten erlaubt wäre. Dies führe ausserdem zur einer Zunahme des Einkaufstourismus. Bei einer Annahme wären 300’000 Arbeitsplätze in der Land- und Ernährungswirtschaft betroffen, heisst es weiter.

«Aus diesen Überlegungen hat der Vorstand des SOBV einstimmig die Nein-Parolen zur Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung sowie zur Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide verabschiedet», heisst es im Communiqué.

Initiativen

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern Direktzahlungen erhalten, die auf Pflanzenschutzmittel, vorbeugend oder systematisch verabreichte Antibiotika und zugekauftes Futter verzichten. Auch die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung soll nur unter diesen Bedingungen Geld vom Bund erhalten.

Die Pestizidverbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt wurden oder die solche enthalten.

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