Montag, 6. Dezember 2021
16.11.2021 16:04
Bern

Meringen: Wolf reisst fünf Schafe

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Von: blu

Im östlichen Berner Oberland wurden in der vergangenen Woche fünf Schafe von einem Wolf angegriffen. Vier Tiere haben die Attacke nicht überlebt. Die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern fordert vom Kanton ein Eingreifen.

Der Angriff auf die Schafe erfolgte in Unterbach bei Meiringen, wie Thomas Knutti von der Vereinigung am Sonntag mitteilte. Ein Tier überlebte mit schweren Verletzungen.

Tierhalter verunsichert

«Bis zum Wintereinbruch verbringen die Schafe ihre Zeit in der Regel auf der Herbstweide. Nach den erneuten Schafsrissen mussten die Tiere in den Stallungen eingesperrt werden», schreibt Knutti. Für die Schafhalter bedeute dies einen Mehraufwand. Zudem müssten bereits Wintervorräte verfüttert werden.

Weil bereits im Sommer Schafe der Schafzuchtgenossenschaft Meringen gerissen wurden, sind die Mitglieder gemäss Knutti verunsichert. Die Züchter wüssten nicht, wann und wo der Wolf das nächste Mal zuschlagen werden.

Der Kanton bestätigt auf Anfrage der «Berner Zeitung» den Tod von vier Schafen am Dienstag vergangener Woche durch einen Wolf. «Wir haben DNA-Proben entnommen, es liegt aber noch kein Resultat vor», sagt Niklaus Bernhard vom kantonalen Jagdinspektorat.

Meldesystem verbessern

Die Vereinigung fordert den Kanton Bern auf, Wölfe, die sich in Wohngebieten aufhalten und Nutztiere töten oder verletzen, sofort zum Abschuss freizugeben. Thomas Knutti kritisiert auch das SMS-Warnsystem. Der Radius von 20 Kilometer bei einer Wolfssichtung sei viel zu klein, so der SVP-Grossrat. Wölfe könnten innerhalb kurzer Zeit diese Strecke zurücklegen.

Knutti fordert im Namen der Vereinigung den Berner Regierungsrat auf, dass künftig sämtliche Abonnenten des Warndienstes im ganzen Kanton Bern eine Meldung erhalten. «Nur so kann ein bestmöglicher Schutz der Nutztiere gewährleistet werden», so Knutti. Die Vereinigung will sich deshalb mit dem Jagdinspektorat in Verbindung setzen.

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8 Responses

  1. Fast ungehindert, konnte sich der Wolf, vermehren und über weite Landesteile der Schweiz ausbreiten. Inzwischen sind es nach Zählungen, weit über 100 Raubtiere, die starke Rudel gebildet haben. Die Weidesaison ist nächstens beendet, und das Nutzvieh weitgehend, im Stall untergebracht.Die Wölfe haben sich vermehrt und müssen demensprechend auch Nahrung ( Fleisch ) suchen. Da Wölfe, bei der Auswahl ihrer Beute, anpassungsfähig sind, können wir uns auf einiges gefasst machen.

  2. Reisst Beute, wann immer sich eine Gelegenheit bietet. Bei unserer Zivilisation und der dichten Besiedelung unseres lieben Schweizerlandes, können sich sehr unterschiedliche Gelegenheiten bieten. Aglomerationen ( siehe Disentis, )
    sind bequemer, als entlegene Bergtäler und in den besiedelten Gebieten, riecht es eher nach Nahrung.

  3. Bin gespannt auf die medialen Reaktionen, wenn der erste Wolf mit einem Büsi im Fang auf einer Aufnahme einer Wildkamera erscheint. Ob er dann auch immer noch der soooo geliebte Wolf der nichtbäuerlichen Bevölkerung sein wird? Bin mir nicht so sicher….

  4. ja da sieht man es, wenn andere Kanton betroffen gehschied etwas . Wir im Kanton Wallis sind sind böse Leute.
    wir klagen schon lange. uns schenkt man kein Gehör. ich hoffe dass sich etwas ändert! Wenn im Winter die Nutztiere
    in ihren Ställen sind bekommt der Wolf keine Nahrung mehr. Es ist eine Frage der Zeit bis er unseren Kinder angreift.
    ich hoffe das sich das nicht Bewahrheitet…..
    grüäss usum Wallis

  5. Das Projekt Wolf, in der Schweiz, ist ein sehr teures Experiment, mit heute noch unabsehbaren Folgen.
    Da das Verhalten des Wolfes nun diesen Herbst, nicht mehr ganz der Beschreibung der Lehrücher, in der freien Wildbahn entspricht, wird man plötzlich unsicher. Auch extreme Befürworter sind etwas zurückhaltender geworden . Nach den letzten Erfahrungen, könnte es eben doch ins Auge gehen. Lassen wir uns überraschen, was der Winter bringt.

  6. Da wurde ja wieder ein Kommentar von mir gelöscht. Anscheinend bin ich zu böse – aber ich lieg doch fast immer richtig?!? Also: Mit grossem Aufwand wird per SMS gewarnt, Herdenschutzhunde eingesetzt. Ich hab dies als Schutzstaffel bezeichnet – das ist doch so richtig böse, weil so was geht nun wirklich nicht… Aber ist es nicht so, dass alles quer steht, nur weil einige städtische Wohlfühl-Linke die Diskussion bestimmen können? Warum wird solch ein Kommentar dann gelöscht?

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