Samstag, 23. Oktober 2021
17.09.2021 15:44
Bern

Nachhaltigster Zucker dank Holzkraftwerk

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Von: sda/lid

Die Zuckerfabrik Aarberg bezieht künftig einen guten Teil ihrer Energie von einem benachbarten Altholzkraftwerk. Damit will das Unternehmen seine CO2-Bilanz verbessern.

Das am Freitag eingeweihte Kraftwerk kann alle Arten von Altholz verwerten, wie die Verantwortlichen mitteilten. Von den rund 450’000 Tonnen Altholz, die das Land pro Jahr exportiert, kommen nun etwa 70’000 Tonnen nach Aarberg.

Energie an Zuckerfabrik

In Form von Dampf, Heisswasser und Strom geht die Energie an die Zuckerfabrik. Ausserdem könnten mit einem Fernwärmeanschluss künftig auch noch Haushalte in Aarberg mit Heizwärme beliefert werden, heisst es in der Mitteilung des Holzheizkraftwerks Aarberg.

Die Zuckerfabrik hat bisher ihren Energiebedarf mit dem fossilen Brennstoff Erdgas gedeckt. Die Schweizer Zucker AG spart dank dem neuen Altholzkraftwerk künftig jedes Jahr mehr als 16’000 Tonnen CO2-Emissionen ein und produziert so nach eigenen Angaben europaweit den nachhaltigsten Zucker.

34 Lastwagenfahrten täglich

Besonders gross ist der Energiebedarf jeweils während der Rübenhochsaison, im Fachjargon Kampagne genannt. Dann liefert das Holzkraftwerk etwa die Hälfte des Energiebedarf. In der Nebensaison wird die Fabrik voll mit Strom aus dem Altholzwerk versorgt. Rund 95 Mio. Franken kosteten die Investitionen in die Anlage.

Um sie zu betreiben, sind im Durchschnitt pro Tag 34 Lastwagenfahrten nötig. Das entspricht einer Verkehrszunahme von etwa 1,5 Prozent. Einen Transport per Bahn haben die Verantwortlichen wegen zweimaligen Umladens als unwirtschaftlich und unökologisch verworfen.

Doppelte Swissness

Es seien nicht einfache Zeiten, erklärte Gastredner Andreas Aebi, Nationalratspräsident. In solchen müsse man zusammenstehen. «Zusammenstehen lohnt sich. Das zeigt auch dieses Holzkraftwerk», erklärte Aebi. «Das Werk ist ein Schritt hin zur Klimaneutralität. Chapeau!» Die Schweiz bewege sich in die richtige Richtung, so Aebi. Er betonte auch, dass die Schweiz nicht noch mehr Zucker importieren wolle: «Unsere Lebensmittelindustrie soll auf Schweizer Zucker zählen können.» Mit dem neuen Holzkraftwerk liefere die Fabrik nun gleich doppelte Swissness.

Um die Beschaffung des Altholzes kümmert sich die Terra Nova GmbH. Die AG für Abfallverwertung, die in Thun die Kehrichtverbrennung betreibt, zeichnet für den Betrieb der Aarberger Anlage verantwortlich. Energieabnehmerin ist die Zuckerfabrik. Die drei Firmen sind zu gleichen Teilen am Projekt beteiligt.

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