Sonntag, 14. August 2022
27.06.2022 11:10
Neuenburg

Die Atlas-Zedern sind gut gestartet

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Von: Monika Gerlach

Christian Tschanz ist Revierförster in Neuenburg. Im Jahr 2020, nach einer Berichterstattung über die grossen Zedern in seinem Waldabschnitt im «Schweizer Bauer», wurde ein neues Projekt an ihn herangetragen.

Die Stadt Neuenburg ist Waldbesitzerin von 580 Hektaren Fläche. Zwischen dem Neuenburgersee und dem Berg Chaumont wachsen mächtige Eichen und Buchen und Nadelhölzer wie Weisstanne, Lärche und Fichte. Christian Tschanz ist verantwortlicher Revierförster und beobachtet seit Jahren die schnellen Veränderungen in seinem Wald.

Trockenheit und Hitze führten in den letzten Jahren zu vielen Abgängen bei den Buchen. Anstatt Wertholzfällungen zu machen, waren er und sein Team mit der Fällung von Gefahrenbäumen beschäftigt.

Unterstützung der Stadt

Der «Schweizer Bauer» berichtete über die «Entdeckung» von adulten Zedern in einem Waldabschnitt am Berg Chaumont. Da die Zeder als eine Baumart gehandelt wird, die dem Klimawandel bei uns vielleicht trotzen kann, bekam Tschanz Aufmerksamkeit. Die Stadt Neuenburg zahlte 1000 Atlas-Zeder-Setzlinge, welche die Forstequipe von Tschanz im November 2020 pflanzte.

Die Pflanzungen wurden so geplant, dass 8 bis 12 Zedern eine Gruppe mit einem Durchmesser von 10 Metern bilden. In so einer Pflanzengruppe ist die Hälfte der Setzlinge mit einem Verbissschutz gepflanzt worden, die anderen stehen frei. Ausserdem haben der Revierförster Christian Tschanz und sein Team darauf geachtet, Standorte mit wenig Humus und humusreiche Plätze zu wählen. Sie befinden sich im Mittel auf 800 m ü. M.

Ein Geschenk

Ein Standort befindet sich direkt neben den adulten Zedern. Sie waren wohl versehentlich in ein Pflanzpaket mit Fichten geraten, wuchsen zu grossen Bäumen heran und sind ein Geschenk für Christian Tschanz. Ein Geschenk, weil er heute sehen kann, dass die Zedern einen doppelten Stammumfang besitzen wie die zur gleichen Zeit gepflanzten Fichten. Ausserdem wird man nun ablesen können, ob adulte Zedern dem heutigen Wetter mit Hitze, Trockenheit oder Starkregen standhalten und eine zukunftsträchtige Baumart für Schweizer Wälder sein könnten.

Weitere Pflanzengruppen mit jungen Atlas-Zedern verteilen sich auch auf tiefere Lagen. Tschanz wählte dazu Waldstücke aus, die Lücken aufwiesen. Diese Lücken wurden mit jungen Atlas-Zedern gefüllt. Während des vergangenen Sommers wurden zwei Pflegeeinsätze geleistet. Um die jungen und noch kleinen Bäume wurde das Gras gemäht und Brombeeren zurückgeschnitten.

Bei den geschützten Jungbäumen wurde kontrolliert, ob die Spitze auch in die richtige Richtung wächst und nicht etwa schräg durch das Verbissschutzgitter. Der Revierförster ist froh, dass das erste Standjahr für die jungen Atlas-Zedern wettertechnisch gut verlief. Es gab nie lange und heisse Trockenphasen, und so hat er keine Ausfälle zu bekunden.

Hasen mögen Zedern

Bei einer Begehung vor Ort bekommt Christian Tschanz leuchtende Augen. Der Zuwachs lässt sich sehen. Die jungen Bäume sind gut aus dem Winter gekommen, und man sieht frisches Grün. Eine interessante Beobachtung lässt sich machen. Die ungeschützten Atlas-Zedern sehen viel kräftiger aus als die Nachbarinnen in den Schutzdrähten. Doch Schutz ist wichtig, denn im Neuenburger Wald sind Rotwild und Gämsen daheim.

Man sieht an einigen ungeschützten Pflanzen Frassspuren. Die Spitzen fehlen. Doch bei genauerem Hinschauen ist zu erkennen, dass es keine Rehe oder Gämsen waren. Deutlich sieht man zwei Abdrücke von Zähnen. Hasen scheinen die jungen Triebspitzen auf ihre Speisekarte gesetzt zu haben. Wie sich die jungen Atlas-Zedern weiterentwickeln werden, wird spannend bleiben..

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