Samstag, 23. Oktober 2021
19.09.2021 07:15
Luzern

Dreimal Hoch auf die Schafmilch

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Von: abi

Die Emscha GmbH der Familie Hofstetter stellt auf dem eigenen Hof in einer stilvollen Käserei reine Schafmilchspezialitäten her. Am Sonntag feierte das Familienunternehmen gleich drei Jubiläen.

Am Sonntag gab es für die Emscha GmbH in Entlebuch im Kanton Luzern einiges zu feiern. Drei Jubiläen standen an. Seit 25 Jahren betreibt die Inhaberfamilie Hofstetter Milchschafhaltung, seit 20 Jahren trägt der Betrieb seinen Namen «Entlebucher Milchschaf» und seit 10 Jahren wird der Bio-Fruchtgrundstoff für die Joghurts vor Ort produziert. Dass die Aufschrift der betriebseigenen T-Shirts «biologisch – regional – nachhaltig» gelebt wird, konnten Kundinnen und Kunden auf den Rundgängen zum Jubiläumsanlass hautnah erleben.

Setzt auf Bio

«Wir sind die einzige Käserei im Entlebuch, die zu 100% Biomilch verarbeitet», erklärte Käser Christian Vogel den Gästen. Liefern tun sieben Produzenten, einer davon auf dem eigenen Betrieb. Die Milch wird von der Annahmestelle mit dem Schlauch direkt in die darunterliegende Waage geleitet. Daraus entstehen verschiedene Produkte wie Pastmilch, Fruchtjoghurts, Quark oder Frischkäse. Milch wird keine eingefroren; sie wird das ganze Jahr frisch verarbeitet, was eine echte Herausforderung darstellt. Der Tiefkühler dient einzig der Lagerung von Grundstoffen für die Fruchtjoghurts – wie beispielsweise Zwetschgen, Birnen, Erdbeeren oder Himbeeren. Diese stammen soweit möglich aus der Region.

Im Untergeschoss der Käserei steht die Zentrale, von der fast alles gesteuert wird. «Trotzdem gibt es noch immer Handarbeit», weiss Vogel. Abgefüllt werden die Produkte nämlich nur halbautomatisch. «Joghurts, stichfest oder gerührt in vielen verschiedenen Aromen, werden nicht homogenisiert und standardisiert» erläuterte er.

Bei der Emscha GmbH werden rund zehn verschiedene Käse hergestellt – alles Spezialitäten, davon drei Weissschimmelkäse. Die Käserei ist vielseitig ausgestattet und die Produktion kann flexibel eingeteilt werden. Christian Vogel erklärte anschaulich, wie die verschiedenen Prozesse funktionieren und erläuterte viele Details, wie die 300000 Liter Milch pro Jahr verarbeitet werden. Die Arbeit teilen sich rund 15 Angestellte auf. Drei Personen sind Vollzeit beschäftigt.

Das Warmwasser für den Betrieb wird mit Sonnenergie hergestellt. Reicht dies nicht, kommen Holzschnitzel vom eigenen Wald oder aus der Region zum Einsatz. Wärmerückgewinnungssysteme sorgen für geschlossene Kreisläufe, sei dies bei der Erwärmung der Milch oder beim Trocknen des Futters. Auch Regenwasser kommt beim Kühlen der Frischprodukte zum Einsatz.

Verkauft werden die Produkte an die Migros (adR) und an Coop (miini Region), an Geschäfte und Bioläden in der Innerschweiz, in Bern, in der Randregion Zürich sowie an Biopartner und Regio-Fair. «Um erfolgreich zu sein, müssen wir uns mit unseren Produkten, dem Umweltgedanken und der Nachhaltigkeit von unseren Mitbewerbern abheben», ist Peter Hofstetter überzeugt.

Hofstetters Betrieb ist Aktionär der Biosphäre Markt AG. Für die Biosphäre-Produkte «Echt Entlebuch» betreibt die Emscha GmbH die Logistik und beliefert mit ihrem Kühlfahrzeug auf vier Touren auch deren Kunden.

Eigene Schafe

Die Emscha GmbH ist ein Familienbetrieb. Mit viel Mut und Engagement von den Eltern Peter und Heidi Hofstetter aufgebaut, führen sie ihn heute zusammen mit zweien ihrer fünf Söhne. Landwirt und Agronom Lukas Hofstetter führte am Sonntag dann auch durch den Stall seiner Lacaune-Milchschafe. Seine Tiere produzieren durchschnittlich 450 Liter Milch pro Laktation. Von seinen 450 Schafen mit Lämmern werden im Moment 235 gemolken und 6 Böcke sorgen für die nötige Zucht. Gemolken wird auf dem silofreien Betrieb im Melkstand «Eurostall» mit 16 Aggregaten, 160 Schafe pro Stunde. «Wir kaufen keine Schafe zu, wir züchten alle selbst. Durchschnittlich werden die Schafe vier Laktationen gemolken, optimal seien 8, dann sind die Tiere ungefähr 9 Jahre alt.

Das Fleisch wird regional verarbeitet, im eigenen Hofladen verkauft oder an Metzgereien der Umgebung geliefert. Gefüttert werden die Tiere mit den eigenen Futtermitteln. Zugekauft wird nur Sojaextraktionsschrot als Eiweisslieferant. «Wir sind am Tüfteln mit dem Anbau von Eiweisserbsen, weil der Zukauf ja künftig verboten ist», präzisierte Lukas Hofstetter. Die Schotte der Milch wird den 80 Mastschweinen verfüttert, so schliesst sich ein weiterer Kreislauf auf dem Betrieb.

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