Montag, 23. Mai 2022
02.04.2021 06:01
Solothurn

30 Jahre Lösungen für Bauern gesucht

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Von: lid

Bauernsekretär Peter Brügger tritt ab. Er habe die Solothurner Landwirtschaft über 30 Jahre geprägt wie kein Zweiter, sagt der ehemalige Wallierhof-Direktor Robert Flückiger. 

Zuerst als Mitarbeiter, dann über 24 Jahre als Bauernsekretär, so stand Peter Brügger im Dienst der Bauern und der Landwirtschaft des Kantons Solothurn.

Fundierter Kenner

Er folgte im Jahr 1996 auf Bauernsekretär Urs Nussbaumer. Zahlreiche Weggefährten von Brügger bestätigen, dass er aufgrund seiner profunden Fachkenntnisse Substanz ins System gebracht habe, sei es in agrarpolitischen Diskussionen, im Kreditwesen oder der Betriebsberatung und darüber hinaus.

Esther Gassler bezeichnet ihn als fundierten Kenner der nationalen und kantonalen Agrarpolitik. Peter Hodel schätzt seine Beratungen, sein grosses Fachwissen und die Kenntnis sämtlicher Facetten der Landwirtschaft, aber auch sein scharfes analytisches Denken und sein Gespür für Menschen.

Lob vom SBV

Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbands (SBV) sagt gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst (lid): «Peter Brügger wurde im Kanton Solothurn fast zur gleichen Zeit Bauernsekretär wie ich im Thurgau. Ich habe seinen engagierten Einsatz, insbesondere auch in sozialen Fragen, für die Bauernfamilien immer sehr geschätzt. Dafür gebührt ihm ein grosser Dank. Ich bin ihm auch einmal ausserhalb der Landwirtschaft begegnet, nämlich als Captain des FC Kantonsrat Thurgau bei einem Match gegen die Solothurner. Die 1 zu 3 Niederlage ärgert mich noch immer ein bisschen…»

Relevanz-Verlust der regionalen Verbände

Peter Brügger betonte in einer Abschiedsrede gegenüber dem Vorstand, dass sich die Agrarpolitik in den letzten 20 Jahren massiv verändert habe. «Während es in der ersten Etappe der neuen Agrarpolitik darum ging, die Branche darauf vorzubereiten und darauf auszurichten, die neuen Rahmenbedingungen optimal zu nutzen, hat sich das Schwergewicht zunehmend in Richtung Bewahren verlagert.»

Zudem beschäftigt ihn der Relevanz-Verlust der regionalen Verbände, indem er sagt: «Ich habe in den letzten Jahren zunehmend erlebt, wie die kantonalen Bauernverbände von aktiven Mitberatern der künftigen Politik zunehmend zu Befehlsempfängern aus der Zentrale geworden sind. Das ist eine Entwicklung, die meines Erachtens sehr gefährlich ist.»

Neue Organisationsform

Nach einer Delegiertenversammlung zitierte das Oltener Tagblatt den Solothurner Bauernsekretär wie folgt: «Wenn eine Minderheit so klein wird, dass sie kaum wahrgenommen wird, wird die breite Gesellschaft nicht mehr bereit sein, Lösungen für die Bauern mitzutragen.»

In Zukunft will Brügger den Bauernfamilien und der Landwirtschaft noch für spezielle Beratungen und Problemlösungen zur Verfügung stehen. Seine Aufgaben beim Bauernverband werden aufgeteilt und in einer neuen Organisationsform weitergeführt. Die politische Interessenvertretung und die Leitung des Verbands übernimmt Ursula Gautschi als Geschäftsführerin und Andreas Schwab übernimmt die Führung der SOBV Dienstleistungen AG. Damit ist er verantwortlich für den gesamten Beratungsbereich.

Fragen die bleiben

Stellvertretend für andere Organisationen stellt Brügger, als nun abtretender SOBV-Chef folgende Fragen: «Als Interessenvertretung für die Solothurner Landwirtschaft müssen wir uns immer wieder mit unserer Rolle auseinandersetzen»:
– Wie positionieren wir uns in einer Wohlstandsgesellschaft, welche immer grössere Anforderungen an die Landwirtschaft stellt?
– Wie gehen wir mit dem Fortschritt um, in einer Gesellschaft, die immer skeptischer gegenüber neuen Technologien ist, zumindest wenn es ums Essen geht?
– Wo liegen unsere spezifischen Anliegen und wo ist Common-Sense gefragt?
– Wie bringen wir die immer weiter auseinanderliegenden Interessen unserer Mitglieder auf einen gemeinsamen Nenner?
– Kann ein starke Interessenvertretung durch einen kantonalen Verband effizient wahrgenommen werden?
– Welche Interessenvertretung kann sich ein Verband mit etwas mehr als 1000 Mitgliedern leisten?

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