Donnerstag, 30. Juni 2022
19.05.2022 17:35
Schwingen

In 100 Tagen beginnt das Fest der Superlativen

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Von: sda/blu

Noch 100 Tage dauert es bis zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Pratteln. Am Donnerstag informierten die Verantwortlichen über den Stand der Vorbereitungsarbeiten und stellten den Siegermuni vor.

Wenn es um das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest geht, dann reihen sich die Superlativen aneinander. 400’000 Besucherinnen und Besucher werden am Wochenende vom 26. bis 28. August erwartet. 50’900 von ihnen werden in der grössten temporären Arena der Schweiz (oder gar der Welt, wie der Baselbieter Regierungs- und OK-Präsident Thomas Weber sagte) Platz finden. Und mit 940 Kilogramm dürfte auch die Siegerprämie gewichtmässig ihresgleichen suchen.

Kosten von 42 Millionen

Mit Superlativen ging es an der Medienorientierung weiter: 42 Millionen Franken kostet der dreitägige Anlass, wie der Geschäftsführer Matthias Hubeli ausführte. Rund 40 Prozent dieser Summe wird für die temporären Bauten, von der Arena bis zur Perronverlängerung am Bahnhof Pratteln, gebraucht.

Gut die Hälfte der Kosten tragen die Sponsoren oder «Partner», wie es heisst, bei. Der Kanton Baselland ist mit einer Million dabei, Basel-Stadt zahlt 350’000 Franken. Dazu kommen die Eintrittsgelder, die von 265 Franken für einen Platz in der ersten Kategorie bis 105 Franken für einen Stehplatz reichen.

Die Plätze für die Arena werden in den kommenden Wochen verbaut.
Andy Mettler

Nur 4500 Tickets im freien Verkauf

In den freien Verkauf werden am 1. Juni, 10.00 Uhr, aber nur wenige Plätze kommen. 4500 werden es sein. Beim letzten Eidgenössischen in Thun 2019 hätten sich 183’000 Interessierte um einen dieser Restplätze beworben. Der Grossteil der Tickets wird vom Eidgenössischen Schwingerverband vergeben, weitere Eintrittskarten gehen durch die Hände der Sponsoren.

Nicht nur der Schwingerverband hat an diesem Anlass viel zu sagen – etwa, wer sich in den Tross der 274 teilnehmenden Schwinger einreihen darf. Der Jodlerverband verfügt, wer in der Arena musizieren, jodeln und Fahnen schwingen darf.

Das OK plant mit 8‘500 Helferschichten, von denen bis Mitte Mai gut 7‘500 durch über 4‘500 Freiwillige abgedeckt sind. Zwei Vereine werden zum Beispiel mit einer Grossgruppe von je etwa 200 Helferinnen und Helfern in Pratteln zugegen sein. Weitere Unterstützung ist vom OK willkommen.

Armee und Zivilschutz

Konkret zu sehen gibt es auf dem Festgelände noch nicht viel. Zwischen temporär weggeräumten Panzersperre-Blöcken und vor dem etwas unfolkloristischen Hintergrund mit Industriebauten ist das Sechseck der zukünftigen Arena zu erahnen.

Aktuell wächst im Festplatz Nord bereits ein Bau in die Höhe. Es handelt sich um den zukünftigen Gabentempel, ein Kuppelgebäude mit Trägern aus einheimischem Holz. Am 13. Juni beginnen die Arbeiten für die temporäre Verlängerung des Festbahnhofs Pratteln inklusi­ve Passerelle. Der Zivil­schutz, der das OK mit 4‘500 Diensttagen unterstützt, leistet einen grossen Einsatz in der Errichtung der Zeltbauten.

Die Schweizer Armee setzt ihre 3‘990 Diensttage mehrheitlich für den Arenabau ein. Ab dem 27. Juni wird eine erste Einheit von etwa 20 Dienstpflichtigen im Einsatz sein, später erweitert auf deren 70. Sie arbeiten mit der Fracht aus 42 Sattel­schlep­pern, die verteilt über sieben Wochen Aufbauzeit der Arena eintreffen werden.

Nachhaltigkeit

Die Verantwortlichen legten aber viel Wert auf die Feststellung, dass der Eintritt auf das Festgelände rund um die Arena nichts kostet. Die Besucherinnen und Besucher des Festgeländes werden motiviert, für 10 Franken ein Festabzeichen zu erwerben, mit dem sie ihre Identifikation zeigen, aber auch einen Beitrag an die öffentlich zugängliche, frei genutzte Infrastruktur des Festgeländes leisten. 1 Franken pro verkauftes Abzeichen äufnet einen Umweltfonds des ESAF, mit dem nach dem Fest regionale Projekte in entsprechender Höhe realisiert werden. 

Die notwendigen 245 Kubikmeter Sägemehl werden in der Sägerei Meier Holz AG in Zeglingen (BL) produziert. Nach dem Fest wird das Sägemehl zu Pflanzenkohle verarbeitet, die in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Rund 33 Tonnen CO2 bleiben in der Kohle langfristig gebunden, schreibt der Veranstalter. Das ganze Festgelände wird mit Sonnenenergie aus dem Baselbiet versorgt.

Konzertbühnen

Auf dem Festgelände wird einiges geboten: Auf verschiedenen Konzertbühnen werden Schlagersterne wie Beatrice Egli, Francine Jordi und Sarah Jane auftreten. Für den Openair-Prolog vom 25. August unter anderem mit Lo & Leduc, Les Touristes und Kunz muss man allerdings ein separates Ticket erstehen.

Am Eidgenössischen wird übrigens nicht nur geschwungen. 24 Athleten werden Steine stossen. Hierzu findet am Samstag, 21. Mai in Thürnen (BL), der dritte und letzte Qualifikationswettkampf statt. Und beim Hornussen-Turnier werden 20 geschlechtlich gemischte Teams gegeneinander antreten. Das Hornussen wurde nach einer Pause in Thun wieder ins Programm aufgenommen. Die Anlässe werden in Giebenach durchgeführt.

Ein Jahr vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2022 in Pratteln BL wurde der Siegermuni auf den Namen Magnus von Schönenberg getauft. Züchter ist Landwirt Jürg Degen.
Andy Mettle

940 Kilo Lebendpreis

Präsentiert werden konnte am Donnerstag aber die Siegerprämie: Es handelt sich den stattlichen Pratteler Muni Magnus vom Schönenberg mit einer Schulterhöhe von 174 Zentimetern und einem Gewicht von 940 Kilogramm. Der Muni ist 2018 auf dem Betrieb der Familie Degen in Pratteln auf die Welt gekommen. 

«Es wird ganz sicher kein Bodybuilder in die Arena einlaufen», sagte Degen im August 2021. Der RH-Stier sei ein friedlicher Zeitgenosse. Er habe einen ähnlichen Charakter wie seine Mutter, so Degen weiter. Er lasse sich gut führen und bleibe auch gelassen, wenn Personen in seine Nähe kämen, mit denen er nicht täglich zusammen ist. 

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