Dienstag, 15. Juni 2021
13.05.2021 08:23
Agrarinitiativen

«Ohne Pflanzenschutz keine Kirschen»

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Von: lid

Der Baselbieter Obstverband hat eine eigene Plakataktion gegen die beiden Agrarinitiativen lanciert. Sowohl die Trinkwasserinitiative als auch die Pestizidinitiative würden den für das Baselbiet so typischen Kirschenanbau in Frage stellen und die Existenz der Basler «Chirsibuure» gefährden.

Jede zweite Kirsche der Schweiz stammt laut dem Baselbieter Obstverband aus dem Raum Basel – rund 3‘000 Tonnen jährlich. Entsprechend habe der Streuobst-Kirschenanbau nirgends in der Schweiz noch eine so grosse Bedeutung wie im Baselbiet, schreibt der Verband in einer Mitteilung.

200 Betriebe leben von Kirschen

Im Kanton Baselland würden auf rund 150 Hektaren Kirschen produziert und über 200 Betriebe lebten ganz oder teilweise vom Kirschenanbau. Das traditionelle Kirschenanbaugebiet werde durch die Agrarinitiativen nun aber gefährdet: Die für das Gebiet typischen Einzelbäume seien für den Schutz mit alternativen Pflanzenschutzmethoden nicht geeignet und benötigen den kontrollierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Kirschen brauchten einen ähnlichen Pflanzenschutz wie Beeren und im Gegensatz zu Kernobst gäbe es noch keine Resistenzsorten. Kirschen seien anfällig auf Frost, Pilz- und weitere Krankheiten. Zu viel Nässe bekomme ihnen nicht gut, deshalb sei im Sommer ausserdem ein Witterungsschutz notwendig. Insekten wie Frostspanner, Läuse, Kirschenfliege und Kirschessigfliege erschwerten den «Chirsibuure» das Leben zusätzlich.

Verwurmte Kirschen

Schliesslich fänden verwurmte Kirschen bei den Konsumentinnen und Konsumenten keine Akzeptanz. Werde den Obstbauern der Pflanzenschutz verboten, könne es gerade in nassen Jahren durchaus zu einem Totalausfall der Ernte kommen, wird Ernst Lüthi, Obstbauer und Präsident des Baselbieter Obstverbandes zitiert.

Ein Verbot von Pestiziden würde es den Baselbieter Obstproduzenten verunmöglichen, weiterhin Kirschen für den Schweizer Markt in der geforderten Qualität und Menge herzustellen. Die Initiativen seien gut gemeint, aber zu extrem. Leider scheine es, dass die Konsumentinnen und Konsumenten sich dessen noch nicht bewusst seien. Deshalb habe der Baselbieter Obstverband eine eigene Plakataktion gestartet. 

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18 Responses

  1. Biobauern beweisen tagtäglich, dass es auch anders geht…… übrigens, der grösste Feind für uns Obstbauern ist und bleibt der Frost, der leider mit schönen Plakaten nicht zu bekämpfen ist!

    Karl Schenk, Produzent von 2 ha Biosteinobst

    1. Es geht auch anders.
      Ich hatte auch ein Chriäsibaum, nie gespritzt. In einem Jahr war er voll mit Kirschen. Sie waren schön und gut.
      Bei genauem hinsehen, bemerkte ich, dass kleine Würmlein in den Kirschen sind. Mir haben sie trotzden geschmeckt.
      Ob ich solche Kirschen an Konsumenten ( Ja- Stimmer) verkaufen kann?

    2. Lieber Herr Schenk,

      können Sie denn auch die geforderten Mengen nur mit Bio herstellen?
      Wohl kaum. Es geht nicht darum ob es im einzelnen möglich ist oder nicht, sondern ob damit der geforderte Schweizer Ertrag machbar wäre.
      Einfach mal zum Nachdenken.

  2. Auf Hochstammkirschbäumen ist eine Tafelkirschen Produktion mit Bio nicht möglich. Es giebt auch im Bio Pflanzenschutzmittel die Bienen töten! Zum Beispiel Audienz!!

  3. Wenn alles Landwirte sind die diese Kommentare verfassen na dann Prost, sich gegenseitig ausspielen, anstatt gemeinsam am gleichen Strick ziehen. Ein Gegenvorschlag hätte beiden Initiativen gut getan liebe Nationalräte. Warum sieht man in keiner Landi Nein Parolen Plakate. Geht und schaut in den grossen Bahnhöfen alles ja Plakate.

    1. Es sind da sicher viele Provokateure am Werk, um den Eindruck zu erwecken, dass die Landwirte zerstritten sind.
      Baumann wird hier auch, unter falschen Nahmen, fleissig mitschreiben.

      1. …ich habe schon oft Landwirte gesehen, die mit einem „gesunden Menschenverstand“ ihre Hochstammbäume gespritzt haben, als der Wind die Gifte direkt in Wohngebiete verfrachtet hat. Ich meine starken Wind und wirklich direkt in Wohngebiete. Wir tun so, als ob vor der Erfindung der Spritzmittel keine Lebensmittel hergestellt werden konnten und machen uns von Agrarmultis und vom Ausland abhängig. Diese Landwirtschaft geht meiner Meinung nicht auf.

        1. Doch , doch, früher gabs auch Lebensmittel, nur nicht immer im vollen Umfang.
          Meine Mutter erzählt immer noch vom Jahr, als das ganze Getreide Auswuchs. Die daraus gebackenen Brote waren eher Fladen. Das ist noch keine 100 Jahre her.
          Es ist das eine Jahr, indem eine Krankheit eine Ernte vernichten kann. Im Durchschnitt über die Jahre ist alles OK.
          Heute kann man ja Importieren, wir haben ja das Geld.
          Aber somit essen wir den Ärmsten den Teller noch leerer.
          Egoismus pur.

          1. Es gibt andere Krankheiten und Schädlinge, gegen die man spritzen kann, schon klar. Ich glaube, dass wir uns nicht zu sehr auf diese Spritzmittel stützen sollten, sondern resistente und standortgerechte Pflanzen züchten sollen, damit wir Bauern wieder unabhängiger werden. Das braucht Zeit und Geld und drum lieber heute damit beginnen, bzw. diese Arbeit weiterverfolgen.

    2. Ich habe noch kein einziges JA Plakat an einem grossen Bauerhof gesehen, alles nur NEIN Plakate, aber viele NEIN Plakate werden ja zerstört, da fragt man sich schon wer so weit gehen muss!

  4. Ja, so wie man die Kirschen gezüchtet hat, geht es wohl nicht mehr ohne PSM. Jeder wollte noch frühere Kirschen wegen der Konkurrenz und dann haben wir das Problem mit den Würmchen und Fliegen. Ist euch noch nie aufgefallen, dass die späten Kirschen keine Würmer haben? Auch die Hallauer Aemli oder die Sauerkirschen haben nie Fliegen. Es geht also darum, etwas mehr Weitsicht zu haben und entsprechende Sorten zu züchten und nicht einfach zu behaupten, ohne PsM gehe es nicht.

    1. Etwas Nachhilfe im Kirschenanbau ist hier nötig. Die Hochstamm – Bio-Tafelkirschenproduktion funktioniert nur solange, wie die Nachbarschaft ihre Bäume mit PSM versorgt und sauber aberntet. Frühere Sorten wie z.B. Schumacher sind viel weniger von der Kirschenfliege betroffen als die späteren Schauenburger. Wenn man durch die Landschaft fährt kann man beobachten, dass viele Kirschbäume schon im Sommer wenig Laub haben und eingehen. Das FibL forscht schon Jahrzehnte im Kirschenanbau.

      1. Das ergibt keinen Sinn. Wenn rundherum alle PSM spritzen und eine kleine Insel eines Bioobstbauern besteht, dann ist der Fliegendruck dort noch grösser, weil die Fliegen dorthin fliehen. Es macht auch keinen Sinn, dass frühere Kirschensorten weniger Fliegen haben, denn die Fliege möchte sich ja auch so früh wie möglich vermehren können. Die FIBL forscht am falschen Ort.

  5. Das nur Futtermittel vom eigenen Hof kommen dürfen ist nur eine dramaerzeugende Notlüge, diese macht die ganze NEIN-Kampagne des Bauernverbandes zur Farce. Auf gut Deutsch —> ‚den eigenen Ast abgesägt‘

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