Freitag, 7. Oktober 2022
12.08.2022 17:19
Aargau

«Was hat Priorität: Salat oder Golf?»

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Von: blu

Ein Gemüsebauer darf kein Wasser mehr aus dem Fluss Suhre entnehmen. Der Golfplatzbetreiber in der Nähe hingegen erhält Waser von Trinkwassernetz. Das stimmt den Landwirt nachdenklich.

In vielen Regionen der Schweiz ist es trocken, sehr trocken. Flächige Niederschläge sind in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Damit die Kulturen überhaupt noch gedeihen, benötigen sie Wasser.

5000 Franken pro Wässerung

Doch Wasser wird wegen der Trockenheit zu einem knappen Gut. Gemüseproduzent Daniel Frey aus Kirchleerau AG macht sich grosse Sorgen um seinen Eisbergsalat. «Der Salat hat bereits in diesem jungen Stadium gelbe Blätter, das ist nicht gut. Da müsste viel mehr Wuchs vorhanden sein», sagte er zum TV-Sender «TeleM1».

Seit dem vergangenen Wochenende darf kein Wasser mehr aus der Suhre entnommen werden. Der Kanton Aargau hat dies wegen dem tiefen Pegelstand untersagt. Frey könnte Wasser mit einem Zisternenwagen zu seinen Feldern fahren und ausbringen. Das würde pro Wässerung rund 5000 Franken kosten.

Gründüngung statt Salat

Frey rechnet in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht mit Regen rechnet. «Da muss man sich überlegen, ob es sich noch lohnt, das Feld weiter zu bewirtschaften», so Frey zum TV-Sender. Deshalb will er den Salat umpflügen und eine Gründüngung säen.

Wenige Kilometer entfernt von den Feldern von Frey befindet sich der Golfclub Entfelden. Auch dieser darf kein Wasser aus der Suhre entnehmen, um den Rasen zu wässern. Das habe es in den vergangenen 25 Jahren noch nie gegeben, sagte Geschäftsführer Beat Mutter zu «TeleM1». Der Rasen ist teilweise ausgetrocknet, es hat braune Flecken. Man könne aber weiterhin spielen, erklärte Mutter.

Lebensmittel oder Freizeit?

Der Golfclub erhielt von der Gemeinde die Erlaubnis, von einem Hydranten Trinkwasser kostenpflichtig zu beziehen, um den Rasen bei den Greens und beim Abschlag zu bewässern. Mutter sagte, dass der Golfclub nur sehr wenig Wasser einsetze. In dieser Situation müssten die Spielerinnen und Spieler Kompromisse eingehen.

Der Golfplatz Entfelden darf die Greens mit Trinkwasser bewässern.
Screenshot TeleM1

Landwirt Frey zeigt Verständnis für den Golfclub und dessen Bewilligung. Er stellt sich aber eine Grundsatzfrage: «Wo liegt die Priorität bei uns? Liegt diese bei der Ernährungssicherheit und der Produktion von Lebensmitteln oder doch bei den Freizeitaktivitäten wie auf dem Golfplatz?», so Frey zu «TeleM1». Diese Frage müsse jeder für sich selber beantworten.

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15 Responses

  1. Lebensmittel ….finde ich ein Armungszeugnis das man Diskutieren müssen.
    Sorry es geht nicht nur um Lebensmittel sondern auch das ansäen von Acker ist wichtiger als die Golfanlage.
    Wir Landwirte ziehen sowieso immer der Kürzere. Weil wir in jedem Berreich immer die Böse sind.
    Leider ist der Hungersnot in der Schweiz noch nicht Ausgebrochen dann würde die Menschheit Normal wieder Denken..Was wichtiger ist!!
    Leider nicht nur Golfplatz werden Bewässert sondern auch Fussballfeld in Thun.

    1. Und die xTonnen Dünger die auf diesen Plätzen eingesetzt werden, das wird alles verschwiegen. Aber eben es sind nur die Bauern welche die Gewässer überdüngen, wann kommt die Einsicht?

    2. Ich denke in diesem Fall um den es hier geht dürften meiner Ansicht keiner das Wasser vergeuden . Der Gemüsebauer nicht weil der Salat jetzt schon nicht der norm entspricht . Aber der Golfplatz unter keinen Umständen . Leider regiert immer noch in der Schweiz wer das Geld hat bestimmt. Es hat garantiert in diesem Fall Golfer im Gemeinderat. Jetzt geht’s ums Wasser ! Morgen geht’s ums Gas um den Strom und soweiter

  2. Völlig denäbe.
    Die sind när di erschte wo Schreie nachem ässe!!!!!!

    Aber ebe nobel muss die Welt zugrunde gehen.

    Klar esch Gemüse wichtiger

  3. Auf all diesen Golfplätzen und Fußballfeldern könnte man enorm viel Gemüse und Kartoffeln anbauen. Aber eben die Geselschaft ist nicht mehr bereit sich selbst zu versorgen. Essen kommt vor Freizeit spätestens wenn keine Narungsplanzen mehr wachsen.

  4. ja meine Lieben, ich rede da von Landwirten, nicht vom Gemüsebauer, klar werden die Böden bis zum geht nicht mehr ausgenutzt, Gras ab 12 cm Länge hat der Boden unter dem dichten Grad 10 Grad weniger heiss, wo sind unsere Bäume die den grossen und schweren Gefährten Platz machen mussten, wo sind die Hecken die Schatten spenden, die schweren Traktore lassen die Böden zu Beton werden, und erst noch die zubetonierten Plätze(auch bei den grossen Überbauungen), bravo Vater Staat!!!

  5. Ja das ist richtig so nur viele Iunge Bauern mähen mot ihren Maschienen viel zu schnell. Viel langes Gras bleibt auf den Felder zurück haupt sächlich am Rande und wo es uneben ist. Wenn ich denke wie wir früher gemäht und gerechert haben da wrde noch virl Heu und anderes zurück kommen.
    Nicht nur das Wasser ist schuld?

  6. ????jörg
    ????eine gemeindeverwaltung hat die oberste pflicht das allgemeinwohl ihrer gemeinde inklusiv aller lebensmittelproduzenten zu unterstützen????????
    Wie kann es sein eine minderheit ((sprich sport&vergnügen))eine sonderbewiligung auszustellen????????????regiert die welt???? gibt ????macht !! jedoch leider nicht essbahr für mich wieder eine weitere antwort statt gesunde vernunft (kapitalismus siegt????))
    Gruss jörg.R

  7. jörg
    Sory eine gemeindeverwaltung hat die oberste pflicht das allgemeinwohl ihrer gemeinde inklusiv aller lebensmittelproduzenten zu unterstützen !!!!
    Wie kann es sein eine minderheit ((sprich sport&vergnügen))eine sonderbewiligung auszustellen GELD regiert die welt UND gibt enorme Macht !! jedoch ist Geld leider nicht essbahr für mich wieder eine weitere antwort statt gesunde vernunft (kapitalismus siegt ))
    Ps beim ersten komentar wurten leider die smaylis nicht eingeblendet
    Gruss jörg.R

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