Dienstag, 28. September 2021
26.07.2021 17:02
Zürich

Unwetter legt 8000 Apfelbäume flach

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Von: blu

In den vergangenen Wochen reihte sich Unwetter an Unwetter. Stark betroffen sind auch die Schweizer Bauern. Bei der Familie Mörgeli im zürcherischen Aesch hat der Sturm besonders gewütet. 8000 Apfelbäume sind gebrochen und nicht mehr zu retten.

Am 13. Juli zog ein heftiger Sturm über Teile der Schweiz. In der Stadt Zürich sorgte der Gewittersturm für Millionenschäden.

Totalschaden

Auch über Dorf Aesch in der Nähe von Zürich bliess ein heftiger Wind. Der Landwirtschaftsbetrieb der Familie Mörgeli war von den Sturmböen mit bis zu 120 km/h und dem Hagel massiv betroffen. Die rund 2 Hektaren grosse Obstanlage wurde dem Erdboden gleichgemacht. Wie die «Tamedia»-Zeitungen berichten, haben die eingestürzte Hagelschutzanlage mit ihrer an Ankern und Betonpfählen befestigten Drahtkonstruktion die insgesamt 8000 Bäumchen unter sich begraben.

Die Anlage wurde vor drei Jahren angelegt. In diesem Jahr hätte sie erstmals einen grösseren Ertrag abliefern sollen. Doch innert wenigen Minuten wurde alles zerstört. David Szalatnay von der Fachstelle Obst des Strickhofs spricht gegenüber der «Aargauer Zeitung» von einem «Totalschaden». Er war am vergangenen Mittwoch auf der Anlage der Mörgelis. Die Höhe des Sachschadens am Baumkapital schätzt er auf 175’000 Franken. Enthalten ist auch die Arbeit, die in die Anlage gesteckt wurde.

Schweizweit einzigartig

Zu retten gibt es nichts mehr. «Die Plantage ist nicht mehr zu retten. 20 Prozent des Baumbestandes sind umgeknickt, 80 Prozent komplett abgebrochen. Das Ausmass des Schadens dürfte schweizweit einzigartig sein», sagte Szalatnay weiter.

Eine Fehlkonstruktion der Anlage könne ausgeschlossen werden. Solche Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke übten zu viel Gewalt aus. Der Sturm verursachte den Mörgelis einen Ernteausfall von rund 70 Prozent. Was der Ausfall in finanzieller Sicht für den Betrieb, könne er noch nicht sagen, führte Markus Mörgeli gegenüber der «Aargauer Zeitung» aus.

Dorf unterstützt

Die Versicherung kommt für die Schäden an der Anlage auf. Die zerstörten Apfelbäume müssen die Mörgelis selbst berappen. Die Versicherung übernehme nur Hagelschäden, die direkt an den Bäumchen entstehen, erklärte Mörgeli. Schäden, die durch eine einstürzende Hagelschutzanlage verursacht würden, blieben ungedeckt.

Auf grosse Solidarität konnte die Familie aus dem Dorf zählen. Lehrpersonen haben beim Aufräumen mitgeholfen. Auch Berufskollegen, der Zivilschutz, Nachbarn und Personen aus dem Dorf haben die Familie unterstützt. Die Aufräumarbeiten werden aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Die Anlage erlitt einen Totalschaden.
zvg

Spendenkonto

David Szalatnay will der Bauernfamilie helfen, die berechnete Schadenssumme beim Fonds Suisse einzureichen. Die Stiftung leistet finanzielle Unterstützung bei Elementarschäden, die durch unvorhersehbare Naturereignisse wie Hagel oder Überschwemmungen entstehen. Die Netze der alten Apfelanlage können die Mörgelis verwenden. Der Rest werde entsorgt. Die gebrochenen Bäumchen werden als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet.

Anfang Januar 2022 plant Markus Mörgeli, den Hof des Vaters zu übernehmen. Wegen des verheerenden Sturms ist das jetzt aber noch unsicher. Wer der Familie helfen möchte, kann dies mit einer Spende tun.

Spendenkonto: CH96 0070 0110 9014 1464 5
Kontoname: Spendenkonto Obstbäume

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