Donnerstag, 4. März 2021
11.02.2021 16:24
Thurgau

Peta zeigt nun auch Schweinehalter an

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Von: blu

Am 1. Februar 2021 sind in Rothenhausen TG bei einem Brand eines Stalls 150 Schweine verendet. Die Tierrechtsorganisation Peta hat den Landwirt nun angezeigt. Auch eine Bauernfamilie im Berner Jura hat Peta bereits mit einer Strafanzeige eingedeckt.

Diesen Abend werden die Besitzer des Schweinestalls nie mehr vergessen. Das Gebäude ging in Flammen auf.

Schweine sind ertrunken

Zwar konnte der Besitzer und Nachbarn mehrere hundert Tiere retten, für 150 Schweine kam jede Hilfe zu spät. Wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet, sind davon ertrunken. Dies deshalb, weil der Kunststoffboden unter ihnen wegschmolz und die Schweine in die Gülle fielen.

Peta geht nun gegen den Schweinehalter vor und hat Strafanzeige eingereicht. «Laut Tierschutzgesetz muss, wer mit Tieren umgeht, sie vor Gefahren schützen. Wer dem ungenügend nachkommt, macht sich strafbar», sagt Ilana Bollag, Campaignerin der Tierrechtsorganisation, gegenüber dem «St. Galler Tagblatt».

Peta: «Brandschutz völlig unzureichend»

Bollag wirft dem Landwirt vor, der Schutz der Tiere sei nicht gewährleistet gewesen. Es bestehe deshalb dringender Handlungsbedarf seitens der Landwirte und der Politik. «Die gesetzlichen Vorgaben zum Brandschutz bei Gebäuden für Tiere sind völlig unzureichend – nicht so wie bei Gebäuden für Menschen», fährt Bollag fort.

Suisseporcs, der Verband der Schweizerischen Schweinezucht- und Schweineproduzenten, kann die Anzeige nicht nachvollziehen und angebracht. «So ein Brandfall in Haus und Hof wünscht sich niemand. Der Landwirt leidet unter dem Vorfall. Ermittlungen gibt es ohnehin. Da braucht es nicht auch noch Strafanzeigen», sagt Adrian Schütz, stellvertretender Geschäftsführer von Suisseporcs, gegenüber der Zeitung.  

Suisseporcs: Peta will Aufmerksamkeit

Der Tierrechtsorganisation gehe es um vor allem um Aufmerksamkeit. Der Vorwurf, die Brandschutzvorgaben seien unzureichend, weist Schütz zurück: «Die Brandschutzvorschriften sind gesetzlich festgelegt. Beim Baubewilligungsverfahren werden Gutachten gemacht. Da hat man als Betrieb klare Vorgaben.»

Landwirt will sich nicht einschüchtern lassen

Der betroffene Bauer kann die Anschuldigungen nicht nachvollziehen. «Die Vorgaben machen ja ohnehin das Baureglement und das Tierschutzgesetz. Wir müssen ständig investieren, um die neusten Vorgaben umzusetzen», sagt er zum «Tagblatt». Die Brandschutzvorschriften habe er immer gut umgesetzt. Er nimmt die Strafanzeige gelassen. «Ich lasse mich von solchen Organisationen nicht einschüchtern», fährt er fort.

Peta geht systematisch vor

In Deutschland zeigt Peta seit Jahren regelmässig Bauern bei Bränden an. Auch in der Schweiz hat das System, wie Bollag gegenüber dem «Tagblatt» bestätigt. Damit wolle man Landwirte und Politik dazu bringen, Brandschutzmassnahmen für Ställe zu verbessern.

Peta hat ebenfalls gegen eine Bauernfamilie im Berner Jura eine Strafanzeige eingereicht. Diese hatte bei einem Bauernhofbrand in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar ihr Hab und Gut verloren. Auch 50 Kälber kamen in den Flammen um. 70 Rinder konnten rechtzeitig ins Freie getrieben werden. 

Beim Brand in Cortébert kamen 50 Kälber ums Leben.
Feuerwehr Biel

Petition fordert Rückzug der Anzeige

Die Tierrechtsorganisation hat bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dem Tod der Kälber eingereicht. Der Verein ist der Meinung, dass die Brandschutzstandards in den landwirtschaftlichen Gebäuden nicht streng genug sind.

Doch das Vorgehen von Peta kommt nicht gut. In sozialen Netzwerken wurden Unverständnis und der Wut geäussert. Peta fehle es an Empathie gegenüber der Bauernfamilie. Zudem werde ein persönlicher Schicksalsschlag für politische Zwecke ausgeschlachtet.

Eine Online-Petition, die das Vorgehen anprangert, wurde bisher von mehr als 22’300 Personen unterzeichnet. Die Unterzeichnenden fordern von PETA den Rückzug der Anzeige und eine Entschuldigung gegenüber der Familie.

SBV: «Klage beschämend»

«Als wäre dies nicht genug, muss sich die Familie nun auch strafrechtlich wehren, weil sie angeblich in Kauf genommen hätte, dass 50 Kälber in den Flammen sterben. Die Familie hat diese Situation niemals gewünscht. Die Unmöglichkeit alle Tiere zu retten ist auf jeden Fall ein Trauma» heisst es in der Petition.

Auch das Chambre d’Agriculture du Jura bernois sowie der Schweizer Bauernverband (SBV) haben der Familie die Unterstützung zugesichert. Der SBV spricht von einer «beschämenden und unwürdigen Klage».

12 Responses

    1. An alle , die sich als Bauern fühlen , oder ihnen wohlgesinnt : Unterschreibt die Petition gegen die Strafanzeige Fam. Wüthrich ! ( Auf Schweizerbauer gut zu finden ) diese 25’000 Unterschriften müssen wir hinbekommen ! Teilen auf FB etc. etc. !!! Halten die Bauern zusammen, können sie sich wehren !!!

  1. Bei einer Baubewilligung für einen Stall machen diverse Ämter und Behörden Auflagen, welche bei der Bauabnahme kontrolliert werden. Es ist eine Rechtsverdrehung sondergleichen, wenn Peta jetzt die Bauern verklagt. Wenn schon müsste sie gegen die Amtsstellen klagen, weil diese angeblich ungenügende Auflagen gemacht haben. Aber es ist leider viel medienwirksamer, wenn man Bauern an den Pranger stellt. Es ist einfach nur zum k……

  2. Ich wäre dafür das man jedem Aktivist von PETA die Hütte anzündet und sie danach verklagt weil sie überlebt haben. Blödheit darf nicht überleben als Grund.

  3. PETA, eine Tierschutzorganisation die sich Lobbyismus, Provokation und Werbung auf die Fahne geschrieben hat, ihren Ursprung in Virginia USA hat sollte in der Schweiz verboten werden.
    Wünsche den Betroffenen Kraft und die volle Überzeugung der bäuerlichen Organisation diese Beschäftigung abzulehnen.

  4. PETA, eine Tierschutzorganisation die sich Provokation, Lobbyismus und Werbung auf die Fahnen geschrieben hat, ist nicht glaubwürdig!
    Wünsche allen betroffenen die Kraft und die volle Unterstützung der bäuerlichen Organisationen solche Angriffe auszuheben!

  5. Auf der Webseite von PETA steht an erster Stelle: Unsere Vision ist eine Welt ohne Tiernutzung.
    PETA geht es nicht um besseren Brandschutz, sondern um die Bestrafung von Tierhaltern. Hier wird unter dem Vorwand Tierleid zu verhindern, eine extremistische Idee vorangetrieben.
    Da sich nur ein Bruchteil der Bevölkerung vegan ernähren will, radikalisiert sich PETA. Das Ziel ist Zwang anstatt Freiwilligkeit. In der heutigen Corona-und Klimahysterie ein erfolgreiches Instrument.

  6. Nach einem Totalschaden, Brand, unseres Bauernbetriebes, durch liefen wir die strengsten Regeln und Gesetze für den Wiederaufbau in der ganzen Bandbreite. Dieser erwähnte Tierschutzgesetzartikel wurde angewendet für das Tierwohl- aus der Sicht eines Landwirts. Fluchtwege, gute Luftzirkulation was so alles dazu gehört. Mich befremdet es sehr, diesen Artikel bei Elementarschäden zu benutzen. Wird demnächst PETA auch alle anzeigen, auch nachträglich, die durch Elementarschäden Tiere verloren haben?

    1. Auf der Schweizerbauer Startseite , obem im Suchfeld ( mit Lupe ) das Wort Anzeige oder Strafanzeige eingeben , dann kommt man auf den entsprechenden Bericht vom 4.2 .

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