Donnerstag, 8. Dezember 2022
25.09.2022 15:21
St. Gallen

12 ha Fruchtfolgeflächen werden nicht überbaut

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Von: sda/blu

Im Kanton St. Gallen haben die Stimmberechtigten einen 35-Millionen-Franken-Kredit für die Entwicklung im Gebiet Wil West abgelehnt. Die Pläne der Regierung und des Kantonsrats, auf der grünen Wiese neue Unternehmen anzusiedeln, scheiterten am Widerstand von SP, Grünen und SVP.

Die Vorlage wurde mit 65’741 Ja gegen 72’898 Nein abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 45,5 Prozent, wie der Kanton am Sonntag bekanntgab.

3000 Arbeitsplätze geplant

Auf dem Areal zwischen Wil SG und Münchwilen TG, das grösstenteils auf Thurgauer Boden liegt, hätte in den nächsten 30 bis 40 Jahren ein attraktiver Standort für Gewerbe- und Industriebetriebe mit bis zu 3000 neuen Arbeitsplätzen entstehen sollen.

Mit dem Sonderkredit wollte der Kanton St. Gallen als grösster Grundeigentümer die Erschliessung, die Entwicklung, die Vermarktung und den Betrieb des Areals finanzieren. Später hätten dann die Grundstücke oder Baufelder marktgerecht veräussert werden sollen.

Grüne, SP und SVP dagegen

Die Regierung hatte das Projekt Wil West als «zukunftsgerichtetes Vorhaben» angepriesen. Der Kantonsrat hiess die Vorlage mit 80 zu 27 Stimmen gut. Gegen Wil West wehrten sich Vertreter der Landwirtschaft, die Grünen und ein Teil der SP. Sie kritisierten hauptsächlich den Kulturlandverschleiss.

Eher überraschend beschlossen Anfang September auch die Delegierten der SVP die Nein-Parole für den Kredit für die Arealentwicklung Wil West. Das Projekt auf der grünen Wiese, dem eine grosse Fläche Agrarland geopfert werde, sei ein Verlust für die Landwirtschaft, argumentierten die Gegner.

Im Kanton St. Gallen hätten 12 ha überbaut werden sollen. Einer der betroffenen Bauern wäre Zeno Stadler aus Bronschhofen SG gewesen. Er nahm vor der Abstimmung  Stellung zur Vorlage. Er wäre von der Überbauung stark betroffen gewesen. Rund 7 Hektaren seines besten Ackerlandes wäre verloren gegangen.

Thurgau plant Einzonung

Das Gesamtprojekt Wil West sei durch das Nein des Volks nicht in Frage gestellt, teilte die St. Galler Regierung am Sonntag mit. Klar sei aber, dass das geplante Wirtschaftsgebiet nicht durch den Kanton St. Gallen erschlossen, entwickelt und vermarktet werde.

Der Kanton Thurgau plane das Gebiet gemäss dem Agglomerationsprogramm Wil und dem kantonalen Richtplan einzuzonen. Die Projektpartner – die Kantone St. Gallen und Thurgau, die Stadt und Region Wil und die Gemeinden Münchwilen TG und Sirnach TG – müssten jetzt klären, wie es mit dem Projekt weitergehen soll. Insgesamt 8 Hektaren Fruchtfolgeflächen würden überbaut.

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3 Responses

  1. Guter Entscheid der St Galler Bevölkerung….
    Bevor die TG Behörden weiterplanen sollen sie doch auch mal ihre Bewohner abstimmen lassen. Das versuchen sie nähmlich mit allen Mitteln zu verhindern….jetzt erst recht.
    Ist das Demokratie?

  2. Das Land wird ja voll ersetzt sagen die Befürworter inkl. Biodiversitätsflächen ? Frage wie kann so viel Fläche vollumfänglich ersetzt werden ?? woher soll es kommen haben wir Politiker die zaubern können ?? wenn ja ich würde auch noch 10 Ha nehmen . Realität ist doch jeder Meter der zubetoniert wird ist für immer wegg werden wir nur noch angelogen ???

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