Dienstag, 28. September 2021
08.09.2021 16:20
Graubünden

Graubünden: Zwei Jungwölfe erlegt

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Von: blu

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat dem Regulierungsgesuch des Kantons Graubünden. Der Kanton hat am 6. September umgehend den Abschuss von drei Jungwölfen aus dem Rudel angeordnet. Bisher konnte die Wildhut zwei Jungwölfe erlegen.

«Nach Anordnung des Abschusses von drei Jungwölfen des Beverinrudels ist es der Wildhut gelungen, zwei Tiere zu erlegen», teilt das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) am Mittwoch mit.

Rudel sorgt immer wieder für Probleme

Die Raubtiere werden im Tierspital der Universität Bern untersucht und an der Universität Lausanne genetisch identifiziert. Solange der Vollzug der Bestandesregulation andauere, würden keine weiteren Details zu Ort und Zeit der Aktionen bekannt gegeben. Das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) will periodisch über das Fortschreiten der Umsetzung informieren.

Das Beverinrudel sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Probleme. Die Wölfe haben aus geschützten Herden Nutztiere gerissen. Auch im vergangenen Jahr hatten sie am Schamserberg einen Esel und ein Kalb und auf der Stutzalp oberhalb Splügen eine grosse Anzahl Schafe gerissen. Diesen Sommer ist es zu drei gefährlichen Begegnungen zwischen Personen und Wölfen gekommen und zu einer grösseren Anzahl an Rissen von Nutztieren, die durch Herdenschutzmassnahmen geschützt waren.

Wölfe nähern sich Menschen

Kürzlich ereigneten sich auf einer auf einer Alp am Schamserberg zwei gefährliche Begegnungen zwischen einer Hirtin und Wölfen. Die Vorfälle ereigneten sich auf einer Weide. Bei der ersten Begegnung war die Hirtin zum Rekognoszieren einer Weidefläche mit dem Hirtenhund unterwegs, als ein Wolf sie von hinten auf einer Distanz von rund zehn Metern überraschte und anknurrte. 

Eine Woche später war die Hirtin zusammen mit ihrem Hirtenhund erneut in demselben Alpgebiet unterwegs. Plötzlich wurde sie von drei Wölfen überrascht. Die Raubtiere griffen den Hund an. Sie entfernten sich erst, als die Hirtin mit bestimmter Stimme auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die Hirtin und zwei Bauern zählten an gleicher Stelle kurze Zeit später mindestens sechs Welpen sowie fünf ausgewachsene Wölfe.

Anschliessend gab es einen Vorfall mit Wanderern. Zuerst begegnete die Wandergesellschaft zwei erwachsenen Wölfen. Dabei näherten sich die Tiere den Menschen für kurze Zeit bis auf etwa zehn Meter. Wenig später trafen die Wanderer auf vier weitere Wölfe. Dabei dürfte es sich laut der Wildhut um Welpen gehandelt haben. Die Jungtiere folgten der Wandergruppe längere Zeit. Sie wandten sich erst nach wiederholten Versuchen, sie zu vertreiben, von den Wanderern ab und gesellten sich zu den adulten Wölfen.

Vatertier darf nicht geschossen werden

Das Bafu hatte den Antrag des Kantons Graubünden gutgeheissen und die Zustimmung zum Abschuss von drei Jungwölfen aus dem Beverinrudel unter Schonung der Elterntiere erteilt. Die Abschussbewilligung beschränkt sich auf das Streifgebiet des Wolfsrudels Beverin, davon ausgenommen ist der Perimeter des Eidgenössischen Jagdbanngebietes.

Der Kanton hat auch einen Antrag zum Abschuss des Vatertiers beantragt. Dieser habe «schon wiederholt ein problematische Verhalten aufgezeigt». Die Voraussetzungen für den Abschuss erachtet das Bafu als zurzeit nicht erfüllt.

Dass Jungtiere des Rudels geschossen werden, ist hingegen bereits zum zweiten Mal der Fall. 2019 bewilligte der Bund den Abschuss von vier Jungwölfen. Drei konnte die Wildhut dann tatsächlich schiessen, ein viertes wurde überfahren.

Stehen bleiben und mit fester Stimme sprechen

Bei einer Begegnung mit dem Grossraubtier empfiehlt die Bündner Wildhut ruhig stehen zu bleiben und den Wolf mit bestimmter Stimme anzusprechen. Danach soll man sich langsam zurückziehen. Auf keinen Fall soll man sich dem Tier nähern oder es gar verfolgen – auch nicht für Fotos.

«Werden die Verhaltensregeln eingehalten, besteht für Wanderer, Mountainbiker oder Tourenskifahrer keine Gefahr», schreibt die Wildhut im Merkblatt «Unterwegs im Wolfsgebiet». Auch für Kinder, die im Wald spielten, bestehe dann kaum eine Gefahr.

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6 Responses

  1. Das wirksamste Prozedere wäre ,Kastration , somit wäre der Wolf in wenigen Jahren ausgerottet. Oder aber die wohlstandskranken importieren sie wieder. Toller tag .

  2. Die Natur warnte uns, mit der Pandemie, dem Klimawandel, jetzt mit nicht akzeptablem Verhalten von Wölfen. Sollen die Alpen für Menschenleben, Arbeit, Beweidung und Freizeit erhalten bleiben, muss gehandelt werden. Einzelne Wölfe abzuschiessen löst das Problem nicht. Die Berner Konvention fordert Monitoring, also Management der Wölfe. Wenn die Wildhüter diese Aufgabe übernehmen, ist das gut. Sie brauchen aber die Mittel und die Fachleute, bzw. Ausbildung.

    1. Tanja: diese Probleme kommen nicht von der „Natur“, sondern vom Menschen, genauer gesagt von den linken „Weltverbesserern“, die sich als Gott aufspielen, die Menschn bevormunden, sich moralisch erhaben fühlen.

  3. Die Tourismusgebiete, weden durch die Alpwirtschaft gepflegt. Wenn das nicht mehr möglich ist, kommt nicht einfach die Natur zurück. Grossflächig, werden Hänge, von Grünerlen überwachsen. Die Alpenflora, leidet unter diesem Druck und im Winter steigt die Lawinengefahr erheblich. Der Wolfsdruck,darf keinesfalls so gross weden,dass ein sorgfältige Pflege, unseres Tourismuslandes nicht mehr möglich ist. Eine vergandete Alpenwelt, wird nur Schaden bringen.

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