Freitag, 7. Oktober 2022
14.09.2022 13:40
Appenzell Ausserrhoden

Heizöl-Lieferant bekämpft Energiegesetz

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Von: sda

Die Teilrevision des neuen Energiegesetzes war im Ausserrhoder Kantonsrat unbestritten. Am 25. September kommt es trotzdem zur Abstimmung. Die Öl-Lobby mit Sitz im Nachbarkanton stemmt sich mithilfe ihrer Ausserrhoder Kunden gegen das neue Gesetz.

Der Ausserrhoder Kantonsrat verabschiedete an seiner Sitzung vom 28. März 2022 mit 58 zu 2 Stimmen die Teilrevision des Energiegesetzes fast einstimmig. Bei einem Heizungsersatz soll künftig ein Mindestanteil von 20 Prozent an erneuerbaren Energien zum Einsatz kommen. Auch in der Volksdiskussion gab es eine überwältigende Zustimmung.

Treibstofffirma Rufer AG

300 Ausserrhoder Stimmberechtigte oder ein Drittel der Mitglieder des Kantonsrats können verlangen, dass eine Gesetzesvorlage zur Volksabstimmung gebracht wird. Im Fall des neuen Energiegesetzes kam der Widerstand weder aus dem Parlament noch von einem kantonalen Komitee, sondern vom Ostschweizer Regionalverband der Brennstoffhändler.

«Wir haben sehr viele Kundinnen und Kunden in Appenzell Ausserrhoden», sagte Jürg Rufer, Präsident von Swissoil Ost und Geschäftsführer der Treibstofffirma Rufer AG mit Sitz in Gossau SG, im Lokalfernsehen. Seine Kunden heizten mit Öl, sie hätten oft ältere Liegenschaften und es betreffe auch ältere Menschen.

Heizöl-Info im Casino Herisau

Rufer und andere Ostschweizer Ölfirmen weibelten im vergangenen Frühling bei ihren Ausserrhoder Kundinnen und Kunden für das Referendum und brachten 480 Unterschriften zusammen. 366 Unterschriften waren gültig.

Vor einer Woche lud die Firma Rufer ins Casino Herisau AR zu einer Heizöl-Infoveranstaltung. Nach der Begrüssung stand das neue Ausserrhoder Energiegesetz auf dem Programm, zum Schluss gab es eine Diskussion mit Apéro Riche.

Der Widerstand gegen das neue Energiegesetz kam überraschend. Mitte August formierte sich ein Pro Komitee. Im Lager der Befürworter sind alle Parteien, Umwelt- und Wirtschaftsverbände vertreten. Sie werfen den Öl-Händlern eine Verzögerungs-Taktik aus kommerziellen Eigeninteressen vor.

Gerupftes Huhn

Das Gesetz habe nicht nur den Ausbau und Gewinnung von erneuerbaren Energien mit klaren Zielvorgaben zum Gegenstand, sondern auch die Versorgungssicherheit und die Energie- und Klimaziele des Bundes.Gleichzeitig profitierten Hauseigentümer von massiv erhöhten Fördergeldern und geringeren Unterhaltskosten, hält das Pro Komitee fest.

Eine Partei änderte jedoch bereits im Juni ihre im Kantonsrat vertretene Meinung. Die Delegierten der SVP lehnen die Vorlage mit über 75 Prozent aller abgegebenen Stimmen ab. Das revidierte Energiegesetz komme alle teuer zu stehen, heisst es auf der Homepage der Kantonalpartei, wo sie mit einem gerupften Huhn für ein Nein wirbt. Angesichts der relativ alten Bausubstanz in Appenzell Ausserrhoden drohten viele Härtefälle.

Förderanträge steigen

Der Kanton sprach dagegen jüngst von einer «Energiewende im Heizkeller». Die Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder würden sich von Öl-, Gas- und Elektroheizungen abwenden. Der Kanton lieferte Zahlen. Während im Vorjahr nicht ganz 100 Fördergesuche für einen Heizungsersatz gestellt wurden, waren es im 2022 bereits Anfang August 260 Förderanträge.

Der Trend gehe weiter, die Nachfrage nach kantonalen Fördergeldern sei weiterhin gross. Das Amt für Umwelt schätzt, dass es gegen Ende Jahr über 400 Anträge für einen Heizungsersatz durch ein mit erneuerbaren Energien betriebenes System sein werden.

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16 Responses

  1. Öl-Lobby gegen die Lobby der Gleichgeschalteten in UNO, Behörde, Politik und Medien (SDA als Vorreiter!)!
    Hier einige Fakten:
    – Öl dürfte nicht biogen entstanden sein, denn es gibt auch Himmelskörper, die niemals Leben beherbergten, die voll sind von Kohlenwasserstoffen!
    – Öl wäre somit noch lange verfügbar. Mindestens so lange, bis es andere, zuverlässige, mindestens mit Öl/Gas gleichwertige und günstige Energieträger gibt.
    – CO2 ist GUT für Pflanzenwachstum und somit für das KLIMA!

    1. @Beat: Statement 1: Reine Verschwörungstheorie. Statement 2: Anders rum gesagt: wenn voll mit Kohlenwasserstoffen (v.a. CO2), dann kein Leben (!!!). Letztes Statement: Du hast immer noch nicht begriffen, wie CO2 in der Atmosphäre wirkt. Aber das kommt davon, wenn man nur Troll-Experten berücksichtigt, weil per Dogma alle seriösen Journals und Medien nur Lügen verbreiten. Also muss jeder Blödsinn, der dort nicht erscheint, richtig sein.

    1. @Appäzäller: Wo steht im Energiegesetz, dass Heizungen auf Strom umgebaut werden müssen? Du scheinst da irgendwelchem Blödsinn aufgesessen zu sein. Lies den Gesetzentwurf genau!!!

      1. Welche alternativen Energieträger gibt es denn, Jonas? Holz, Biogas, Solar, Wind, Strom für Elektroofen und Wärmepumpen? Holzheizung ist sehr teuer wegen den Abgasvorschriften, Biogas, Solar und Wind kann nicht von heute auf morgen ausgebaut werden (und Wind und Solar sind zudem unzuverlässige Stromlieferanten), d.h. den meisten bleibt nur das Warmhalten ihrer Wohnung durch Stromverbrauch!

        1. Meine Frage war, wo im Appenzeller Energiegesetz steht, dass man auf Elektroheizungen wechseln muss. Nirgends!!! Und darum ist die Aussage von Appäzäller gelogen.

  2. Jonas:
    – Thomas Gold und die Russen, die Öl gefunden haben, gehen von einer abiotischen Bildung des Erdöls aus, d.h. Erdöl ist nicht zwingend „fossil“!
    – Kohlenwasserstoffe müssen nicht aus Lebewesen entstanden sein, was durch Vorhandensein von KW bzw. Erdöl auf Himmelskörper, wo es kein Leben gab, bewiesen wird.
    – CO2 ist schwerer als die übrige Luft. Befindet sich in Bodennähe als Pflanzennährstoff.

    1. D.h. CO2 ist in erster Linie ein Pflanzennährstoff und nicht ein „Klimagas“, das sich in der Höhe der Atmosphäre verteilt und „die Atmosphäre aufheizt“, wie das die Hirnwäscher behaupten.

    2. @Beat: Ach du meine Güte! Waren die bekifft? Wissenschaftlich belegt ist, dass fossile Brennstoffe aus pflanzlichen Stoffen entstanden. Aber dazu fehlt dir der Zugang. Und dass CO2 schwerer ist als die übrige Luft, weiss jeder Primarschüler. Und wenn es zu viel wird, stirbt man. Pflanzen lieben zweifelsfrei CO2. Aber nochmals: du hast nicht begriffen, was CO2 in der Atmosphäre macht. INFORMIERE dich – aber nicht auf Trollseiten mit zugedröhnten „Experten“!

      1. Nicht jeder ist bekifft, der auf andere Schlüsse kommt als die sog. etablierte Wissenschaft. Warum musst du immer gleich beleidigen. Chsrakterschwäche oder Mangel an Argumenten und Wahrheutsliebe?

      2. Zu viel CO2? Massiv unter der Maske! 10000 ppm statt 400 ppm! Hier kein Protest, aber wenn in der Natur der CO2-Gehalt um ein paar ppm steigt, wurd riesen Panik veranstaltet und Energieversorgung und Wirtschaft gefährdet! Wie intelligent ist das?

  3. Gute Frage.

    Dieser Herr sitzt den ganzen lieben langen Tag vor dem PC auf der Website des CH-Bauern und verbreitet hier seine abstrusen Thesen.

    Das kann man wohl nur tun, wenn man von jemandem dafür bezahlt wird.

    1. Weiterhin Kampf gegen die Person, statt Argumente, InesK!?
      Am besten wir arbeiten mit verschlossenen Augen, Verstand und Mund und überlassen die Politik den Grossen, die uns dann das Geld und die Freiheit via Vorschriften, Inflation, Verteuerung wieder aus dem Sack ziehen.

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