Mittwoch, 3. März 2021
15.12.2020 14:04
Luzern

Verteidiger verlangt für Springreiter Freispruch

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Der Verteidiger von Springreiter Paul Estermann hat am Dienstag vor dem Kantonsgericht Luzern einen Freispruch verlangt. Das erstinstanzliche Urteil sei «willkürlich», sagte er.

Estermann war vor einem Jahr vom Bezirksgericht Willisau LU wegen mehrfacher vorsätzlicher Tierquälerei zu einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 160 Franken und zu einer Busse von 4000 Franken verurteilt worden. Opfer der mutmasslichen unnötigen Peitschenhiebe waren die Stute «Castlefield Eclipse» 2016 und der Wallach «Lord Pepsi» in den Jahren 2014 und 2017.

Bezirksrichter voreingenommen

Estermanns Verteidiger sagte, der Bezirksrichter sei gegenüber Estermann voreingenommen gewesen und habe nur auf Belastendem abgestellt. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung sei ins Gegenteil gekehrt worden. Der Richter habe deplatzierte Voten zum Reitsport gemacht und sich von reisserischen Presseartikel leiten lassen.

Der Verteidiger forderte folglich einen Freispruch. Estermann habe an dem Tag, an dem «Castlefield Eclipse» verletzt worden sei, das Pferd nicht geritten, und wenn, dann hätte er dies ohne Peitsche und Sporen getan.

Bagatellverletzungen kommen vor

Der Verteidiger zweifelte den Wert der Beweisfotos an sowie die Integrität des Anzeigeerstellers. Dieser ehemalige Mitarbeiter Estermanns wurde von diesem des Diebstahls beschuldigt. Auch könnten Verletzungen eine andere Ursache als Peitschenhiebe haben. Zu «Lord Pepsi» sagte der Verteidiger, Bagatellverletzungen würden im Reitsport vorkommen.

Estermann hatte zuvor vor dem Kantonsgericht beteuert, dass er seine Pferde nicht mit der Peitsche übermässig traktiere. Pferde seien sensibel und brauchten Vertrauen, um Leistung zu erbringen, nicht aber die Peitsche. Die Gerte sei da um zu optimieren und zu unterstützen. Es gehe nicht darum, mit der Peitsche dem Pferd Schmerzen zuzufügen, sondern es ein bisschen zu erschrecken.

Für Staatsanwaltschaft ist Schuld erwiesen

Die Staatsanwaltschaft warf der Verteidigung vor, wenig Wirksames gegen die Beweise vorbringen zu können. Sie versuche seit Beginn des Verfahrens, mit Ausstandsbegehren, Beschwerden und Anzeigen die Untersuchung zu torpedieren und die Behörden zu diskreditieren, dies um von den eigentlichen Vorwürfen abzulenken.

Für den Staatsanwalt ist es unbestritten, dass die Schuld Estermanns erwiesen sei. Die von der Verteidigung angezweifelten Fotos hätten zwar das Verfahren ins Rollen gebracht, seien aber nicht die entscheidenden Beweisfotos. Die Zeugen seien glaubhaft. Mit jeder Einvernahme habe sich der Tatverdacht erhärtet.

Estermann habe keine Reue gezeigt und keine Verantwortung für sein Tun übernommen, sagte der Staatsanwalt. Er fordere deswegen, die Strafe des Bezirksgericht um 20 auf 120 Tagessätze bedingt und die Busse um 800 auf 4800 Franken zu erhöhen. Milde sei hier fehl am Platz, denn Tierquälerei sei keine Bagatelle.

6 Responses

  1. Können sich die Staatsanwälte nicht auf wirkliche Probleme konzentrieren? Wie wäre es, wenn die sich mit der Frage der Verhältnismäßigkeit der Covid-19 Maßnahmen befassen würden oder allgemein mit der Verfassungsmäßigkeit von sozialistischen, gesellschaftszerstörerischen Vorstössen, Verordnungen und Gesetzen?

  2. Das Esterman mit sehr harten Babndagen seine Pferde bearbeitet ist doch schon Jahrzehnte bekannt. Wird höchste Zeit ihm den Riegel zu schieben und in meien Augen dürfte er in keinster Weise mehr mit Pferden arbeiten.
    Diese paar Franken Geldstrafe stehen in keinem Verhältnis!

  3. Wiedermal zu milde Strafen für sogenannte Profis, die ihre Tiere misshandeln. Wann hat das eigentlich wirklich ernsthafte Konsequenzen? Was hat dies noch mit Sport zu tun? Die Dominanz über das Tier in der Öffentlichkeit zu demonstrieren und damit noch Geld zu verdienen ist nicht das einzige Fragwürdige im ganzen Pferdesport.

    1. Die ganze Welt wird zerstört durch ein Übermass an Gesetzen und Verordnungen und da gibt es Menschen, die sich um einen zweifelhaften Fall von Tierquälerei aufregen. Wann werdet Ihr aufwachen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE