Sonntag, 11. April 2021
12.02.2021 06:29
Neuenburg

Vipern verhindern Halteplatz für Fahrende

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Im Kanton Neuenburg scheitert ein Halteplatz für Fahrende am Naturschutz. Das Kantonsgericht hat eine Beschwerde von Pro Natura und WWF gegen den Bau eines solchen Platzes in Vaumarcus gutgeheissen. Das Areal ist Lebensraum für gefährdete Reptilien wie die Aspisviper.

Das Gericht habe entschieden, dass das kantonale Gesetz über Transitplätze für Gemeinschaften von Fahrenden nicht eingehalten worden sei, teilten die beiden Naturschutzorganisationen am Donnerstag mit. Das kantonale Umweltdepartement hatte eine Ausnahmegenehmigung für das Projekt erteilt.

Diese Sondererlaubnis hätte ein Bauen ausserhalb der Bauzone ermöglicht, obwohl das Gesetz ein ordentliches Planungsverfahren vorschreibt. Dabei muss ein Bebauungsplan erstellt und öffentlich aufgelegt werden. «Dieses Verfahren hätte eine Interessenabwägung ermöglicht, bei dem auch der Naturschutz in die Waagschale geworfen worden wäre», schreiben die Umweltverbände.

Sehr zufrieden

«Wir freuen uns sehr über dieses Urteil, das ein wichtiger Sieg für die Natur ist», wird Yvan Matthey, Geschäftsführer von Pro Natura Neuenburg im Communiqué zitiert. «Wir sind natürlich sehr zufrieden, aber es ist eigentlich bedauerlich, dass es ein drei Jahre lang dauerndes Gerichtsverfahren braucht, damit das Gesetz eingehalten wird», sagte Sylvie Barbalat, Geschäftsführerin des WWF Neuenburg.

2017 hatte das neuenburgischen Umweltdepartement entschieden, in Vaumarcus einen Halteplatz für Fahrende auf einem Gelände einzurichten, auf dem Aspisvipern und Zauneidechsen leben. Beide Arten stehen landesweit unter Schutz.

Auch gefährlich

Pro Natura und WWF reichten Einsprache gegen den Bau des Transitplatzes ein. Zudem kritisierten die Umweltverbände, dass ein Aufenthalt in diese Gebiet wegen der giftigen Schlangen eine erhebliche Unfallgefahr für die Menschen geborgen hätte.

Die Einsprache der beiden Organisationen wurde zunächst vom Staatsrat abgewiesen. Sie legten Berufung beim Kantonsgericht ein, das nun zu ihren Gunsten entschied.

Laut einem Bericht der Tageszeitung «Arcinfo» wird der Staatsrat dieses Urteil nicht ans Bundesgericht weiterziehen. In der Zwischenzeit hat der Kanton eine provisorische Lösung in Perreux bei Boudry gefunden.

Mehr zum Thema
Regionen

Im Basler Zoo hofft man auf baldige Elefanten-Babys. - Cordula Galeffi Im Zoo Basel ist ein neuer Elefantenbulle eingezogen. Das 29-jährige Tier aus den Niederlanden soll für den lange ersehnten…

Regionen

Am Gebäude entstand ein grosser Sachschaden. Die Wohnungen sind vorübergehend nicht mehr bewohnbar. - KaPo AG Ein Brand verwüstete vergangene Nacht ein Mehrfamilienhaus in Oberkulm. Dieses ist vorübergehend nicht mehr…

Regionen

Der Wassermangel dürfte sich verschärfen. - Kanton Solothurn Die Auswirkungen des Klimawandels – insbesondere der Trockenheit im Sommer – werden den Bewässerungsbedarf der Landwirtschaft künftig ankurbeln. Eine regionale Risikoabschätzung des…

Regionen

Weggefährten von Brügger bestätigen, dass er aufgrund seiner Fach- und Menschenkenntnisse Substanz ins System gebracht habe. - lid Bauernsekretär Peter Brügger tritt ab. Er habe die Solothurner Landwirtschaft über 30…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE