Freitag, 30. September 2022
09.12.2021 16:20
Wallis

VS: Gefahr von Lonza-Deponie grösser?

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Gemäss mehreren Umweltorganisationen unterschätzt das Unternehmen Lonza das Schadstoffpotenzial in seiner undichten Chemiemülldeponie in Gamsenried im Oberwallis. Sie kritisieren, dass die Menge des gefährlichen Benzidins weitaus grösser sein könnte.

Die Organisationen Ärzte für Umweltschutz (AefU), Oberwalliser Gruppe für Umwelt und Verkehr (OGUV), Pro Natura Oberwallis und WWF Oberwallis stützen sich auf ein Gutachten, das die von Lonza vorgenommene Risikobewertung anzweifelt.

Krebserregendes Benzidin

Da das Vorkommen von Benzidin nicht in allen Bereichen der Deponie analysiert worden sei, könnte die effektive Menge der toxischen Substanz doppelt so hoch oder noch höher sein, als von der Lonza grob geschätzt, warnen sie in einer Medienmitteilung vom Donnerstag

Die Umweltverbände fordern den Chemiekonzern auf, den Standort bis spätestens in 15 Jahren sicher und endgültig zu sanieren. Lonza wisse seit 2008 Bescheid über das Benzidin in der Deponie.

Streit um Dauer der Sanierung

In einer Stellungnahme schreibt Lonza, dass sie in den vergangenen fünf Jahren auf der Deponie umfangreiche Untersuchungen durchgeführt habe, von denen einige noch nicht abgeschlossen seien. Konkret habe das Unternehmen unter anderem die Pumpraten für das mit Benzidin verunreinigte Wasser erhöht. Dieses werde anschliessend in der Kläranlage von Visp gereinigt.

Weiter hält Lonza fest, dass die Sanierung in Etappen geplant sei. Sie werde frühestens 2023-2024 beginnen und mehrere Jahrzehnte dauern. Das Bundesamt für Umwelt habe diese Dauer zur Kenntnis genommen.

Keine zusätzlichen Untersuchungen

Die Sanierung sei unvermeidlich mit gewissen Unsicherheiten verbunden. «Wir müssen uns auf neue Entdeckungen vorbereiten, wenn die Arbeiten fortschreiten», schreibt Lonza. Die Firma habe keine zusätzlichen Untersuchungen geplant. Solche würden zum jetzigen Zeitpunkt keinen signifikanten Mehrwert bringen. Stattdessen verpflichtet sich das Unternehmen, bei der Fortsetzung des Sanierungsprogramms «flexibel zu bleiben».

Das krebserregende Benzidin stammt aus Abfällen, die Lonza zwischen 1918 und 1978 in Gamsen, einem Dorf zwischen Brig und Visp, deponiert hat. Nach Angaben von Lonza entstand das Benzidin vermutlich als Nebenprodukt bei der chemischen Produktion. 2011 wurde die Deponie mit insgesamt rund 1,5 Millionen Kubikmetern chemischen Produktionsrückständen geschlossen.

Lonza hat für die Sanierung 290 Millionen Franken zurückgestellt. Der Konzern geht davon aus, dass der Betrag den Grossteil der gesamten Sanierungskosten abdecken wird.

Mehr zum Thema
Regionen

2022 sind die Einschränkungen Vergangenheit. - Michael Huwiler An der 79. Olma, der Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung in St. Gallen, ist Graubünden der Gastkanton. Neben den traditionellen Angeboten…

Regionen

Der Europäische Wolf besiedelt viele verschiedene Lebensräume: Von offenen Graslandschaften bis zu dichten Wäldern ist er überall zu finden. - Olle August Ein Jäger hat während der laufenden Bündner Hochjagd…

Regionen

analogicus Appenzell Ausserrhoden erhält ein fortschrittliches Energiegesetz. Die Stimmberechtigten haben der Vorlage klar zugestimmt. Zur Abstimmung war es gekommen, weil die Öl-Lobby das Referendum gegen das Gesetz ergriffen hatte. 12’407…

Regionen

Bestes Ackerland geht nun nicht verloren. - SB Im Kanton St. Gallen haben die Stimmberechtigten einen 35-Millionen-Franken-Kredit für die Entwicklung im Gebiet Wil West abgelehnt. Die Pläne der Regierung und…

One Response

  1. Die Probleme der Deponie Gamsenried sind in etwa so neu wie die Erfindung des Rads, welches sich auch nach den aktuellen (und wiederholten) Medienberichten in gewohnter Manier weiterdrehen wird. Wo Konzerne Millionen / Milliarden rückstellen und trotzdem gleichzeitig Gewinne und steigende Aktienkurse ausweisen können, ist genug Schmierfett für die Nabe vorhanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE