Sonntag, 4. Dezember 2022
25.11.2022 06:32
Zugvögel

Warmer Herbst macht Waldrappen Probleme

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Nahe Chur müssen 17 Waldrappe eingefangen und nach Italien gebracht werden. Sonst drohten grössere Verluste, warnen Vogelschützer. Beginnen soll die Aktion am Freitag.

Das Einfangen der Vögel sei ein schwieriges Unterfangen, teilte das Unternehmen «Waldrappteam Conservation and Research» am Donnerstag mit. Denn die Mehrzahl der Vögel sei in der Wildnis aufgewachsen und darum nicht an Menschen gewöhnt. Das Unternehmen ist für ein grossangelegtes Wiederansiedlungsprojekt in Europa zuständig.

Mehrfach umgekehrt

Die Vögel brächen immer später in Richtung Süden auf, liess sich Waldrappteam-Leiter Johannes Fritz im Communiqué zitieren. Die 17 Vögel in Graubünden stammten aus der Kolonie in Überlingen am Bodensee. Im Oktober hätten die Überlinger Vögel mehrfach fast die ganze Schweiz durchquert. Immer wieder sei ein Grossteil der Vögel umgekehrt.

Das veränderte Verhalten steht nach Einschätzung des Waldrappteams eindeutig im Zusammenhang mit den immer ausgedehnteren herbstlichen Wärmeperioden und damit mit dem Klimawandel. Nicht klar sei aber, warum den Vögeln des Queren der Alpen umso schwerer falle, je später sie aufbrechen. Vermutlich fehle ihnen im Spätherbst die Thermik, die sie benötigten, um die Alpenpässe zu überfliegen.

Derartige Änderungen in den Zugmustern zeigten sich auch bei vielen anderen Zugvogelarten, hob Fritz hervor. Bei den Waldrappen würden die Konsequenzen des Klimawandels jedoch wegen des intensiven Monitorings besonders deutlich sichtbar.

Art war einst ausgerottet

Der Waldrapp war in Mitteleuropa jahrhundertelang heimisch, verschwand im 17. Jahrhundert allerdings, weil er exzessiv gejagt wurde. In den Jahren 2014 und 2019 wurden die Tiere wieder angesiedelt.

2019 lebten in drei Kolonien in Überlingen, im bayerischen Burghausen sowie in Kuchl im österreichischen Bundesland Salzburg 129 Vögel. Sie teilen sich ein gemeinsames Überwinterungsgebiet in der Toskana.

Den Angaben zufolge waren auch 29 Kolonien aus Bayern und Österreich nördlich der Alpen gestrandet. Sie hätten eingefangen und nach Südtirol gebracht werden können, hiess es. Von dort seien die Tiere sofort aufgebrochen. Einige seien inzwischen am Zielort angekommen.

Mehr zum Thema
Regionen

Ein Drittel der Stände am Zibelemärit bieten Zwiebeln und anderes Gemüse an. Bettina Kiener Zwiebelkuchen, Chnoblibrot und Glühwein werden auch dieses Jahr wieder tausende Besucherinnen und Besucher an den Zibelemärit in…

Regionen

Am Samstagnachmittag hat in Bern ein Traktor eine Stützmauer befahren und ist in der Folge auf die Seite gekippt.Kapo Bern Am Samstag kam es in Bern zu einem Unfall mit…

Regionen

Inforama Rüti: Agrotechniker HF 2022Inforama Am Inforama Rütti in Zollikofen BE feierten 17 neue Agrotechnikerinnen und Agrartechniker HF ihren Abschluss. Sie nahmen am 18. November ihr Diplom in Empfang. Hans…

Regionen

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden Im Berner Oberland hat am Mittwoch die Sonderjagd auf Hirsche begonnen, weil bislang zu wenig Rotwild erledigt wurde. Die Jagd dauert bis Ende November.…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE