Montag, 8. März 2021
07.12.2020 12:38
Waadt

Wegen umgestürztem Baum vor Gericht

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Von: sda

Im Juni 2014 war auf dem Bahnhofplatz in Vevey ein Baum umgestürzt und hatte dabei drei Mädchen im Teenager-Alter verletzt. Zwei städtische Angestellte von Vevey und ein externer Landschaftsgärtner müssen sich deswegen am Montag und Dienstag vor Gericht verantworten.

Die am schwersten Betroffene, die zum Zeitpunkt des Vorfalls 16 Jahre alt war, wurde querschnittsgelähmt. Ihre Freundin erlitt eine schwere Knöchelverletzung, die dritte, die mehr Glück hatte, kam mit einer Prellung am Fuss davon. Alle drei reichten Strafanzeige ein, ebenso einige ihrer Eltern.

Ermüdungserscheinungen

Die Untersuchung ergab, dass der zwölf Meter hohe Baum zumindest ab 2011 Ermüdungserscheinungen zeigte, unter anderem Fäulnis. Das geschätzte Alter des Laubbaums von 80 bis 100 Jahren wurde zudem als hoch eingeschätzt.

Der Baum befand sich auf einer Parzelle der SBB, für deren Unterhalt die Stadt Vevey zuständig war. Bis zum Tag des Unfalls wurden Kontrollen durchgeführt, jedoch nur visuell.

Schwere fahrlässige Körperverletzung

Laut dem Staatsanwalt konnten die drei Angeklagten den schlechten Zustand des Baumes nicht übersehen. Sie hätten feststellen müssen, dass die Innenseite des Stammes verfault war. Der Baum wäre dann sofort gefällt worden, sagte der Staatsanwalt.

Die beiden Gemeindeangestellten und der Landschaftsgärtner erscheinen am Montag und Dienstag im kantonalen Gerichtssaal in Renens, wohin die Verhandlung verlegt wurde. Sie werden wegen einfacher fahrlässiger Körperverletzung und schwerer fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

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