Dienstag, 15. Juni 2021
05.06.2021 15:05
Landwirtschaft

Mehr Respekt für Landwirtschaft gefordert

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Von: lid

Der wachsende Stadt-Land-Graben und die gegenwärtige Stimmung vor den Abstimmungen prägten die Versammlungen der Westschweizer Landwirtschaftsorganisationen Agri, Agir und Agora im waadtländischen Payerne vom 4. Juni. Die zahlreichen Vertreter aus der Deutschschweiz manifestierten, dass es da wahrscheinlich keinen Röstigraben gebe.

Die Entwicklung der Landwirtschaft der Zukunft dürfe nicht extremen Kreisen überlassen werden, sondern müsse in engem Schulterschluss zwischen Stadt und Land, Politik und Fachgremien vorangetrieben werden, forderte Philippe Leuba, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Waadt in seinem Votum als gastgebender Kanton.

Brunnenvergifter und Insektenkiller

Kaum eine Berufsgruppe arbeite so hart und so nahe an der Natur wie die Bauern. Sie verdienten es mit Respekt behandelt zu werden. Würden mehr Konsumenten eine Beziehung zu den Bauern pflegen, dann gäbe es mehr gegenseitiges Verständnis. Er selber habe mehrere Verwandte in der Landwirtschaft und kenne keine Landwirte, die gerne Pflanzenschutzmittel spritzten.

Agora-Präsident und Landwirt Bernard Leuenberger betonte, dass die in den Medien gebetsmühlenartig wiederholten Verunglimpfungen der Bauern als Brunnenvergifter und Insektenkiller auf vielen Berufskollegen und ihren Familien lasteten. Daneben zog Loic Bardet, Chef der Organisation Agora, eine positive Bilanz zu der im Corona-Jahr neu aufgebauten Präsenz in den sozialen Medien. Er vermeldete für die Romandie vergleichbare Nutzungszahlen, wie der Schweizer Bauernverband in der deutschen Schweiz auf seinen Kanälen erzielt hat.

Stadt und Land einander näherbringen

Unter dem Vorsitz von François Erard fand am 4. Juni auch die Delegiertenversammlung von Agir, der französischsprachigen landwirtschaftlichen Informationsagentur statt. Vor rund fünfzig Mitgliedsorganisationen erläuterte der Präsident die Funktion der Agentur. Sie soll die Verbindung zwischen der Landwirtschaft und der Öffentlichkeit stärken.

Fabienne Bruttin, die Chefin von Agir, erinnerte daran, wie wichtig es sei, über die Realitäten auf dem Land zu kommunizieren: «Es ist unsere Pflicht, auf die wachsenden Erwartungen der Bevölkerung zu reagieren. Wir müssen zunächst die Herausforderungen der Bauernfamilien erklären, die sich ständig verändern. Dazu werden wir neue Videoformate produzieren, die auch komplexe Themen mit konkreten Beispielen populär aufmachen, um sie so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.»

Der Tierschutz, die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und die Entwicklung der Biodiversität seien nur einige Beispiele, wie die Landwirtschaft der Schweizer Gesellschaft Mehrwerte biete. Agir wolle diese in Zukunft auf allen Kanälen kommunizieren und so Stadt und Land einander näherbringen, so wie es auch der Slogan der Agentur zusammenfasse: «Agir – un trait d’union entre ville et campagne».

François Erard, Präsident von Agir, und Fabienne Bruttin, Agir-Direktorin, wollen Brücken bauen
Markus Rediger
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11 Responses

  1. Titel: „Mehr Respekt für Landwirtschaft gefordert“, angebracht wäre auch mehr Respekt für die Konsumenten von Seiten Landwirtschaft. Schliesslich zahlen die Konsumenten für Direktzahlungen, nächsten 4 Jahre die unglaubliche Summe von 14 Mia, über Importzölle für landwirtschaftliche Produkte und für die Produkte selbst. Dafür mussten sie über Jahre eine Art Verweigerungshaltung akzeptieren. Weniger Antibiotika, weniger Pestizide, immer nur auf Druck von aussen und in kleinen Schritten.

    1. Herr Brunner, Direktzahlungen bezahlt der Bund und nicht der Konsument. Konsumenten und auch Bauern bezahlen Steuern und mit diesen werden die diversen Ausgaben des Bundes bestritten. Sicher wissen sie, was der Bund alles mit diesen Geldern finanziert.

        1. Herr Brunner, ich erkläre es ihnen gerne nochmals. Sie, ich und viele andere bezahlen Steuern an den Bund. Von diesen Steuern bestreitet der Bund seine Ausgaben, unter anderem die Direktzahlungen an die Bauern für genau definierte Leistungen. Es gibt also nur Geld für eine Gegenleistung. Diese Direktzahlungen werden momentan in drei Tranchen auf ein Konto des Bauern überwiesen. Und ja, dann kann der Bauer, wenn er will, dieses Geld am Bankomaten beziehen und damit seine diversen Ausgaben decken.

    2. An Herr Brunner:
      Die Direktzahlungen sind Zahlungen an den Konsumenten.
      Zahlt ein anständiger Preis für die Nahrungsmittel, und wir brauchen keinen Fr. DZ mehr. Dies wäre allen Landwirten lieber, und somit müsste Herr Brunner uns Bauern die DZ nicht mehr vergönnen.

      1. Lieber Gesunder Menschenverstand, ich und wahrscheinlich viele andere sind bereit für EINWANDFREIE Produkte mehr zu bezahlen. Ich verstehe nicht warum ein Liter Biomilch bei Prima, ehemals VOLG nur Fr.2.00 kostet, ich würde auch Fr.2.50 bezahlen!

        1. Leider zeigt das Einkaufsverhalten aber ein anderes Bild. 10.8% beträgt der Anteil der gekauften Bio-Produkte am ganzen Kuchen. Es ist utopisch zu glauben, dass der Anteil steigen würde, wenn die Preise höher wären. Wenn wir die Bioproduktion erhöhen wollen, muss zwingend auch der Konsument mitziehen.

    3. Lieber Herr Brunner
      Provozieren ist ihre Stärke.
      Zu kleinen Schritten.
      Antibiotika- und Pflanzenschutzmittelverbrauch gingen in der Landwirtschaft in den letzten Jahren um 40% zurück. Falls sie das Bruchrechnen nicht beherrschen, das ist nahezu eine halbierung der verbrauchten Mengen.
      Weiter gibt es nichts zu sagen, ausser das der Antibiotika verbrauch bei der Schweizer Bevölkerung jedes Jahr steigt…

  2. Um wieviel % ging die LW in den letzten Jahren zurück? Aber typisch LW, nur Verteidigungshaltung und Fakten bestreiten! Hoffe dass die Jungbauern innovativer sind als die Altvorderen, die mehrheitlich auf SYNGENTA, FENACO gehört haben und auf Teufel komm raus gespritzt und gespritzt haben. Immerhin ist Bio Susisse für die Pestizidinitiative, auch Provokation?

  3. Apropos Fakten bestreiten:
    Logisch überlegen ist wahrlich nicht Ihre Stärke.
    Wenn nur halb so viele Bauern sind wie vor 30 Jahren, jeder aber doppelt so viel Land bewirtschaftet, dann ist 40 % REDUKTION (Verbrauch Schweizweit) eine super Leistung.
    Brunner ist wie Baumann und Herren ein Bauernhasser.

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