Samstag, 4. Dezember 2021
19.10.2021 18:34
Waadt

Militante Windpark-Gegner legen Baustelle lahm

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Von: sda

Aufgeschlitzte Pneus, Beleidigungen und Blockaden: Der Bau des ersten Windparks im Kanton Waadt in Sainte-Croix hat vergangene Woche unter chaotischen Zuständen begonnen. Romande Energie und weitere beteiligte Unternehmen wollen Strafanzeige erstatten.

Die vorübergehend gestoppten Bauarbeiten würden in Kürze wieder aufgenommen, sagte David Sohrabian, Kommunikationschef von Romande Energie, am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte damit Berichte in mehreren Westschweizer Medien. Bis 2023 sollen sechs Windturbinen an den zwei Standorten La Gittaz-Dessus und Mont-des-Cerfs errichtet werden.

Hydraulikleitung durchtrennt

Der Auftakt der Vorbereitungsarbeiten erfolgte am vergangenen Mittwoch nach einer langen juristischen Auseinandersetzung. Im März hatte das Bundesgericht dem Projekt grünes Licht erteilt. Der Windpark wird seit mehr als zwanzig Jahren von Gegnern bekämpft, die eine Verschandelung der Landschaft anprangern.

Die Ankunft der Bagger hat die Spannungen wieder angeheizt. In der Nacht auf Donnerstag beschädigten Unbekannte Baumaschinen, zerstachen die Reifen mehrerer Fahrzeuge und durchtrennten eine Hydraulikleitung von Baggern.

Kurz vor Umweltverschmutzung

«Glücklicherweise überprüften unsere Teams ihre Maschinen, bevor sie eingesetzt wurden. Wir standen kurz vor einer potenziell schwerwiegenden Umweltverschmutzung, die durch das Durchtrennen von Hydraulikschläuchen und das Auslaufen von Öl in den Boden hätte verursacht werden können», sagte der Sprecher weiter.

Am Donnerstagabend wurden die Ingenieure und Experten des Projekts nach einer Informationsveranstaltung mit der Bevölkerung beleidigt und bedroht. Einige Gegner versuchten, sie daran zu hindern, das Sportzentrum zu verlassen und wegzufahren. Die Pneus von zwei Fahrzeugen von Romande Energie wurden nach Angaben des Unternehmens zerstochen.

Bäume fällen ist Aggression

Am Nachmittag tauchte der Waadtländer Künstler Michel Bühler auf der Baustelle auf und hinderte eine Stunde lang einen Bagger und einen Lastwagen an der Arbeit. Der in Sainte-Croix lebende Sänger und Schriftsteller ist ein langjähriger Gegner des Windparks.

«Wir haben uns immer friedlich verhalten und werden dies auch weiterhin tun. Aber ich kann verstehen, warum sich die Leute aufregen. Sie haben die Erde abgetragen und Dutzende von Bäumen gefällt, die mehr als hundert Jahre alt sind. Meiner Meinung nach kommt die Aggression von der Seite von Romande Energie: Wer Wind sät, wird Sturm ernten», sagte er.

Bühler zweifelte das Urteil des Bundesgerichts vom März an, wonach die Windstromproduktion jederzeit den Marktbedarf decken kann. Bei Windstille sei dies nicht möglich. «Dieses Urteil ist Unsinn, und es ist äusserst gefährlich, wenn sich das höchste Gericht auf Unsinn stützt», sagte er.

Sicherheitsvorkehrungen für Arbeiter

Romande Energie hat inzwischen Sicherheitsmassnahmen ergriffen, damit die Bauarbeiten fortgeführt werden können. Das Unternehmen richtete einen internen Krisenstab ein, um die Arbeiter auf der Baustelle zu unterstützen.

Der Stromerzeuger wird Strafanzeige erstatten, ebenso wie die von diesen Vorfällen persönlich betroffenen Auftragnehmer und Mitarbeiter. Die Baustelle wird rund um die Uhr überwacht. Die Kantonspolizei wird Tag und Nacht regelmässig Kontrollgänge durchzuführen.

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One Response

  1. Denen ist wohl ein weiterer AKW-Kühlturm im Mittelland lieber.
    Es wird Zeit, dass dem Volk vor Augen geführt wird, welche Konsequenzen seine energiehungrige Lebensweise auf die Umwelt hat.
    Dass die Nutzung von fossiler Energie (Kernenergie und Kohlenwasserstoffe) auf Dauer nicht gut geht, sollte mittlerweile jedem klar sein. Da bleiben neben Einsparungen und Steigerung der Effizienz nur noch die direkte und indirekte Nutzung der Sonnenenergie. Die Windenergie ist eine davon, der Standort günstig

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