Mittwoch, 1. Dezember 2021
08.10.2021 13:11
Wallis

Traubendiebe schlagen weiter zu

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Von: sda

In den Walliser Weinbergen treiben Traubendiebe ihr Unwesen. Seit Beginn der Weinlese im September sind bereits rund 1,5 Tonnen Trauben gestohlen worden, soviel wie noch nie. In Chamoson werden die Weinberge nun bewacht, auch nachts.

Bereits in der vergangenen Woche gab es Meldungen über den Diebstahl von Trauben. Winzer Mike Favre zeigte sich verblüfft. Bei ihm wurden 300 bis 400 Kilo Syrah-Trauben gestohlen. «Ich bin wirklich überrascht, denn die Trauben waren nicht reif. Ich frage mich, wer die Diebe sind und was sie mit den Trauben vorhaben», sagte er zur Zeitung «Le Nouvelliste». Die Früchte würden sich lediglich für Konfitüre eignen.

1500 Kilo

Und inzwischen wurde weitere Diebstähle gemeldet. «Im Zentralwallis wurden uns bis heute sieben Traubendiebstähle gemeldet. Zwei in Saillon, zwei in Savièse, einer in Conthey, einer in Chamoson und einer in Grimusuat», sagt Stève Léger, Sprecher der Walliser Kantonspolizei, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Menge der gestohlenen Trauben wird auf insgesamt rund 1500 Kilo geschätzt, davon allein in Chamoson 600 Kilo.

In den Walliser Weinbergen werden jedes Jahr Traubendiebstähle festgestellt. Aber dieses Jahr, wo die Ernte aufgrund des schlechten Wetters schlechter ausfallen wird, hat Chamoson Gegenmassnahmen ergriffen.

Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras

«Die Winzer befürchten, dass die Versuchung des Diebstahls zu gross ist und haben die Behörden gebeten, zu reagieren», sagt der Gemeindepräsident von Chamoson, Claude Crittin. Die grösste Weinbaugemeinde des Wallis hat ein Verbot zum Betreten der Weinberge verhängt. Ausserdem wurden nächtliche Patrouillen eingeführt.

Diese sind mit Nachtsichtferngläsern und einer Wärmebildkamera ausgestattet, um die 4,3 Millionen Quadratmeter Weinberge in der Gemeinde schneller absuchen zu können. «Tagsüber wird die Überwachung mehr oder weniger von den Winzern übernommen», fügt Crittin hinzu.

Frost, Hagel und Mehltau

Nach Frost, Hagel und Mehltau rechnen die Winzer mit einem Rückgang der Ernte. Die durch die Launen der Natur verursachten Schäden sind jedoch noch nicht genau bezifferbar, da die Weinberge sehr unterschiedlich betroffen sind.

Während einige Winzer einen Teil ihrer Trauben verloren haben, verzeichnen andere laut dem kantonalen Weinbauamt «gute Ernten». Es sei noch zu früh, eine Bilanz zu ziehen.

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