Montag, 6. Dezember 2021
19.10.2021 16:20
Waadt

Video: Angriff von Wolfsrudel auf Kuhherde

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Von: blu

Die Wolfspopulation in der Schweiz nimmt laufend zu. Im Waadtländer Jura leben zwei Wolfsrudel. Das Westschweizer Fernsehen RTS zeigte Aufnahmen, wie eines der Rudel eine Mutterkuhherde attackiert. Solche Angriffe dürften sich gemäss dem Wolfsspezialisten Jean-Marc Landry künftig häufen.

2019 wurde am Col de Marchairuz das erste Wolfsrudel im Kanton Waadt seit 150 Jahren nachgewiesen. Und das sorgte in den Monaten für Probleme mit Nutztieren.

Angriff auf Kälber

So wurden im Sommer 2020 erste Meldungen von Angriffen auf Viehherden bekannt. Auf der Alpweide Le Reculet am Nordwesthang des Juragipfels La Dôle wurde ein totes Kalb entdeckt. Die Untersuchung der Überreste des Tieres deute darauf hin, dass Wölfe für den Angriff verantwortlich gewesen sein könnten, hiess es vonseiten der Behörden.

In diesem Sommer kam es zu weiteren Angriffen auf Viehherden. Mehrere Angriffe auf Kälber in der Region Marchairuz seien einem Wolfsrudel zugeschrieben worden, teilte das Departement für Umwelt und Sicherheit im August 2021 mit. Das Rudel besteht aus vier erwachsenen Wölfen und fünf Jungtieren.

Abschuss beantragt

Der Kanton beantragte die Regulation des Rudels, zwei Jungwölfe des Vorjahres sollten geschossen werden. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) bewilligte den Abschuss. Begründet wurde dies mit den zunehmenden Angriffen auf Rinderherden und dem Riss von mindestens zwei halbjährigen Kälbern. Mit dem Abschuss von zwei Jungwölfen will der Kanton eine Verhaltensänderung des Rudels bewirken.

Aufnahmen in der Sendung «19.30» auf RTS zeigen erstmals einen Angriff eines Wolfsrudels auf eine Mutterkuh-Herde. Das Video stammt vom Sommer 2020. «Das sind wichtige Bilder. Denn es ist das erste Mal, dass wir beobachten konnten, dass Wölfe Rinder mit einem Gewicht von 200 kg angreifen können», sagte Jean-Marc Landry, Biologe, Ethologe und Wolfsspezialist, in der Sendung.

Kühe formieren sich

Die Aufnahmen zeigen, wie die Wölfe in die Herde eindringen und die Kühe und Kälber aufscheuchen. Anschliessend greift ein Wolf ein Kalb an. Die Mutterkühe formieren sich in der Folge und setzen sich gegen die Angreifer zur Wehr. Die Kühe vertreiben schlussendlich die Wölfe.

Der Wolfsspezialist geht davon aus, dass sich solche Angriffe häufen werden. Denn das Rudel am Marchairuz erhielt Zuwachs. Zwei erwachsene Wölfe haben sich angeschlossen. «Das verleiht zusätzliche Schlagkraft bedeutet», erklärt Landry. Gemäss dem Experten wurden in diesem Jahr im Waadtländer Jura bis jetzt vierzehn Angriffe auf Rinder und Ziegen gezählt. Dies sei auch der Grund, weshalb der Kanton den Abschuss von zwei Jungtieren beantragte.

Landry hofft, dass die Wölfe künftig mehr auf Wildschweine jagen. Man habe bereits einige Kadaver entdeckt. Doch die Aufnahmen zeigen auch die Schwierigkeit für den Wolf. Ein Eber schlägt eine Wölfin in die Flucht. «In diesem Fall sei es für das weibliche Tier schwierig gewesen, das Wildschwein allein zu töten», so Landry weiter.

Zweites Rudel im Waadtländer Jura

Im Kanton Waadt hat sich im vergangenen Sommer ein zweites Rudel etabliert. Die Präsenz des Rudels in der Region Risoud im Vallée de Joux im Waadtländer Jura sei bestätigt worden, nachdem in der Gegend ein Jungtier beobachtet worden sei, teilte der Kanton Waadt am 24. September 2021 mit. Aufgrund der Grenznähe wurden auch die französischen Wildtierbehörden informiert. Somit könne das Rudel koordiniert überwacht und seine Zusammensetzung dokumentiert werden.

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2 Responses

  1. Zum Thama Wolf hen do dia Super intalligenta beführworter für da Wolf zGfühl Wenn’s 2Jungwölf abschüssan sigi Problem glöst und dr Rescht verhält sich aso wia sich dia Professora Natüschützer und di andra gstudiart das vorstellen i glauba ma müassti bi da Lüt afanga ufruma und därigna, glauba,viellicht ,eventuell ma sötti ,ma könnti,dr Pur müassti,macht awägneh und Lüt das macha loh wo öpis verstöhnd l

  2. Warum wird der Wolf hier ständig in Schutz genommen?
    Haben die Nutztiere nicht auch ein Anrecht darauf, unbehelligt und angstfrei leben zu dürfen?
    Der Wolf gehört hier nicht her, wir haben jetzt schon zu viele Wölfe, um derer noch Herr zu werden.
    Verringert die Bestände der Wölfe, solange es noch möglich ist, bevor sie noch Menschen fressen.

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